Sport-Blick
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Racing Club GE und SC Tuggen trennen sich 1:1 - Chancenwucher mit Stil

Es war einer jener Abende, an denen man sich fragt, ob der Ball vielleicht heimlich gegen die Hausherren verschworen war. 12.007 Zuschauer im Stade de Genève sahen ein Spiel, das alles bot - außer einem Sieger. Racing Club GE und der SC Tuggen trennten sich am 16. Spieltag der 3. Liga Schweiz (1. Division) mit einem 1:1, einem Ergebnis, das beiden irgendwie zu wenig, aber auch nicht ganz unverdient erschien.

Der Start schien für die Gastgeber wie ein schlechter Witz: Noch keine drei Minuten waren gespielt, als Pierre Rochefort - der 33-jährige Routinier aus der Westschweiz - einen butterweichen Pass von Fynn Pernet annahm und den Ball eiskalt ins rechte Eck drosch. 1:0 für Tuggen, die Heimfans rieben sich die Augen, während Trainer Truthan Trainer (ja, der Mann heißt wirklich so) mit verschränkten Armen an der Seitenlinie stand und murmelte: "Das war jetzt nicht ganz nach Plan."

Racing schüttelte sich kurz und begann dann, auf das gegnerische Tor zu feuern, als gäbe es eine Prämie pro Schuss. 16 Torschüsse standen am Ende auf dem Zettel - ein stolzes Plus gegenüber den fünf der Gäste. Robert Kinmont, der junge Mittelstürmer mit der Rückennummer 9, hatte allein sechs davon. In der 32. Minute wurde er schließlich belohnt: Nach einem cleveren Steckpass von Dieter Hartung zog er ab, der Ball zischte flach ins lange Eck - Ausgleich! Kinmont riss die Arme in die Höhe, und Trainer Trainer grinste erleichtert: "Ich wusste, wenn der Junge einmal richtig trifft, dann rappelt’s."

Bis zur Pause war Racing das aktivere Team, doch Tuggen blieb gefährlich, besonders über den agilen Rochefort, der mit seinen 33 Jahren immer noch den jugendlichen Elan eines Straßenfußballers ausstrahlt. "Ich hab einfach Spaß, wenn’s nach Gras riecht", sagte er später lachend - und man glaubte es ihm sofort.

Nach der Pause blieb das Spiel intensiv, auch wenn die Tore ausblieben. Tuggen verteidigte mit stoischer Ruhe, während Racing weiter auf Offensive schaltete. Das taktische Bild war klar: GE spielte offensiv, Tuggen ausgewogen - und beide verzichteten weitgehend auf Pressing, was den Ballbesitz (48:52 zugunsten der Gäste) zu einem eher trägen Hin und Her machte.

In der 37. Minute musste Patryk Wasilewski verletzt raus, nachdem er unglücklich umgeknickt war. "Ich wollte nur elegant aussehen - hat nicht geklappt", sagte er mit einem gequälten Lächeln in der Mixed Zone. Für ihn kam Andrew Sinclair, der prompt zwei gefährliche Szenen einleitete, aber ebenfalls am glänzend reagierenden Noah Dubois im Tuggen-Tor scheiterte.

Später durfte dann auch Jugend forscht ran: Der 18-jährige Robert Featherstone kam in der 80. Minute für Lars Ulrich (nein, nicht der Schlagzeuger, aber ähnlich lautstark auf dem Platz). Keine fünf Minuten später sah der Debütant Gelb - wohl Nervosität. "Ich wollte nur zeigen, dass ich da bin", meinte Featherstone nach dem Spiel schüchtern.

Die Schlussphase wurde zunehmend hektisch. Tuggen kam in der 87. und 88. Minute zu zwei gefährlichen Abschlüssen durch Astruc und Pernet, doch Racing-Keeper Taci Recber zeigte seine beste Parade des Abends und rettete den Punkt. Auf der Gegenseite verpasste Mathias Eder in der 90. Minute den Siegtreffer um Zentimeter - sinnbildlich für einen Abend voller "fasts".

"Wir hätten das Spiel gewinnen müssen, ganz klar", knurrte Trainer Trainer nach Abpfiff. "Aber wenn du 16 Mal aufs Tor schießt und nur einmal triffst, dann musst du’s wohl auf die nächste Woche schieben." Tuggen-Coach (dessen Name vom Verband nicht überliefert ist, vermutlich aber ein geduldiger Mann) hielt dagegen: "Wir haben sehr diszipliniert gespielt, das war kein Zufall. Ein Punkt in Genf ist immer gut."

So blieb es beim 1:1, einem Ergebnis, das beiden Teams nicht wirklich weh tat, aber auch keinen Jubelsturm auslöste. Die Fans applaudierten trotzdem, vielleicht aus Dankbarkeit für einen unterhaltsamen Abend.

Ironischerweise hatte das Spiel alles, was man sich wünscht - Drama, Chancen, Emotionen -, nur eben keine Entscheidung. Oder wie Robert Kinmont es später trocken formulierte: "Wenn wir auch nächste Woche so viel schießen, muss einer ja irgendwann reinfallen."

Ein Satz, der nach Hoffnung klingt - oder nach dem Motto eines Vereins, der weiß, dass Fußball manchmal einfach nur ein Spiel gegen die Wahrscheinlichkeit ist.

22.07.643987 07:28
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Da müssten wir uns aber lange unterhalten jetzt.
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