Sport-Blick
+++ Sportzeitung für Schweiz +++

Racing Club GE ringt die Züricher Greifen mit frühem Treffer nieder

Wenn ein Fußballspiel nach fünf Minuten entschieden ist, dann liegt das selten an der Überlegenheit einer Mannschaft, sondern meist an einem dieser seltsamen Zufälle, die der Fußballgott in seiner Laune verteilt. Am Dienstagabend im Stade de Genève, vor 12.980 frierenden, aber bestens gelaunten Zuschauern, genügte dem Racing Club GE ein solcher Moment, um die Züricher Greifen mit 1:0 zu schlagen - und damit drei Punkte einzufahren, die sich wohl noch als goldwert erweisen könnten.

Die Geschichte des Spiels ist schnell erzählt: In der fünften Minute segelte Johann Benz’ Flanke von links in den Strafraum, und Robert Kinmont tat, was Mittelstürmer seit Anbeginn der Zeit tun: Er hielt den richtigen Fuß hin. Das Leder rauschte unhaltbar für Greifen-Keeper Jason Pfeiffer ins Netz - 1:0. Danach? Nun, danach passierte erstaunlich viel, was nichts am Ergebnis änderte.

"Wir wollten danach nicht nur verteidigen", erklärte Racing-Coach Truthan Trainer mit einem verschmitzten Grinsen. "Aber manchmal verteidigt man auch einfach, weil der Gegner nichts einfällt." Ganz unrecht hatte er nicht. Zürich hatte zwar 50,5 Prozent Ballbesitz, aber die Statistik lügt hier nicht: Nur sieben Schüsse fanden den Weg aufs Tor, und keiner davon zwang den jungen Torwart Taci Recber zu akrobatischen Heldentaten.

Dabei begannen die Greifen mutig. Philippe Bellegarde, der 35-jährige Sturmveteran, rackerte vorne wie ein Mann, der beweisen wollte, dass Erfahrung noch immer Tore schießen kann. In der 15. Minute zwang er Recber zu einer Parade, die das Publikum kurz aus der Winterstarre riss. "Da habe ich gedacht, jetzt kommt’s", gab Bellegarde später zu. "Aber irgendwie war das heute wie ein Déjà-vu aus der letzten Woche - viel Aufwand, null Ertrag."

Racing hingegen spielte schnörkellos, fast altmodisch: lange Bälle, viel Einsatz, wenig Firlefanz. 14 Torschüsse, ein Tor - mathematisch effizient, ästhetisch diskussionswürdig. Doch wer will sich am Ende beschweren, wenn das Ergebnis stimmt? "Wir haben uns das Glück erarbeitet", meinte Torschütze Kinmont, der nach 80 Minuten ausgewechselt wurde und sich auf der Bank ein Handtuch über den Kopf zog. "Ich dachte, der Trainer will mich schonen, aber er meinte nur, ich solle endlich ausruhen, ich würde sonst noch den Ball kaputt schießen."

Sein Ersatz, der 18-jährige Phillip Fouquet, kam zu seinem Heimdebüt und hatte in der 85. Minute sogar die Chance auf das 2:0, drosch den Ball aber in die Genfer Nacht. "Ich wollte ihn reinmeißeln", lachte der Teenager später, "aber der Ball hatte andere Pläne."

Zürichs Abend endete dagegen unschön. Maurice Gagnon, der linke Verteidiger, sah in der 68. Minute Gelb und in der 77. Gelb-Rot - ausgerechnet in der Phase, in der die Gäste Druck aufbauten. "Dumm gelaufen", knurrte Trainer Reto Wenger (der Name blieb in den offiziellen Listen ungenannt, aber man kennt ihn). "Wir waren drauf und dran, das Spiel zu drehen. Dann sind wir halt drauf und dran geblieben - nur ohne Ball und ohne linken Verteidiger."

Racing brachte den Vorsprung dann über die Zeit, mit dem taktischen Feingefühl eines Bodyguards vor einem Nachtclub: Tür zu, keiner kommt mehr rein. "Das war kein Schönheitspreis", gab Trainer Truthan Trainer offen zu, "aber wir tanzen lieber mit drei Punkten als mit Applaus."

Am Ende stand ein verdienter, wenn auch glanzloser Sieg: 1:0, Ballbesitz fast pari, aber klare Vorteile in den Zweikämpfen (53,8 Prozent für Racing) und im Willen, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Das Publikum verabschiedete die Mannschaft mit einem warmen Applaus - und ein paar ironischen Rufen: "Ein Tor! Reicht ja!"

Ob das reicht, um in der Tabelle weiter nach oben zu klettern, bleibt abzuwarten. Doch eines steht fest: Racing Club GE hat an diesem 19. Spieltag der 3. Liga Schweiz gezeigt, dass man Spiele nicht immer durch Schönheit gewinnt, sondern manchmal einfach durch frühes Handeln und spätes Verteidigen.

Oder, wie es Kinmont mit einem Augenzwinkern formulierte: "Wenn man in der fünften Minute trifft, kann man sich den Rest des Abends aufwärmen."

Und so endete ein kalter Abend in Genf mit einem heißen Start und einem kühlen Kopf - genau so, wie man es in dieser Liga liebt.

27.08.643987 04:45
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Herzlichen Glückwunsch an Marco Kurz. Seine Frau ist zum zweiten Mal Vater geworden.
Thomas Häßler
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager