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PVC Eindhoven verschenkt sicheren Sieg - Heerenveen jubelt spät

Ein Fußballabend, wie ihn die Dramaturgie-Abteilung der Liga kaum besser hätte schreiben können: PVC Eindhoven führte nach 34 Minuten mit 2:0, das Publikum schunkelte schon Richtung Feierabendbier - und am Ende stand es 2:2. FC Heerenveen klaute den Gastgebern vor 43.500 Zuschauern im Philips-Stadion nicht nur zwei Punkte, sondern auch die gute Laune.

Dabei begann alles nach Drehbuch für Eindhoven. Trainer Markus Frey hatte seine Elf offensiv eingestellt, Konter als Waffe, lange Bälle als Mittel - und das funktionierte zunächst prächtig. In der 29. Minute schlug Jelle Landseer zu, der flinke Linksaußen, der an diesem Abend aufgedreht war wie ein Kind nach einer Cola. Nach einem Abpraller reagierte er am schnellsten und schob trocken ins rechte Eck. Fünf Minuten später legte er nach - diesmal auf Vorlage von Giuseppe Romagnoli, der mit einer butterweichen Flanke glänzte. 2:0, und die Heerenveen-Verteidigung sah in diesem Moment aus, als hätte sie das Konzept "Zuordnung" nur aus dem Wörterbuch gekannt.

"Ich dachte ehrlich, das wird ein ruhiger Abend", gab Frey später mit einem schiefen Lächeln zu. "Aber dann haben wir wohl den Stecker gezogen - bei uns selbst." Denn nach der Pause schien Eindhoven kollektiv in den Verwaltungsmodus zu schalten.

Heerenveen dagegen kam mit Wut und Flügelspiel zurück. Trainer Adam Kramer hatte in der Kabine offenbar die passenden Worte gefunden. "Ich habe nur gesagt: Wenn ihr schon verliert, dann wenigstens mit Stil", grinste er später. Sein Team nahm das ernst - und startete eine bemerkenswerte Aufholjagd.

In der 64. Minute war es Pal Huszti, der sich nach einem präzisen Pass von Stefanos Kalafatis durchsetzte und aus spitzem Winkel einschob. Der Anschlusstreffer wirkte wie ein doppelter Espresso für die Gäste. Nur sieben Minuten später revanchierte sich Kalafatis selbst und drosch den Ball nach Vorarbeit von Harold De Groot in die Maschen - 2:2. Die PVC-Abwehr, bis dahin solide, wirkte plötzlich nervös.

Vidar Thomassen tat, was Innenverteidiger tun, wenn nichts mehr funktioniert: Er holte sich in der 73. Minute eine Gelbe Karte ab - vielleicht als Zeichen, dass er wenigstens noch etwas Kontrolle behalten wollte.

Die Schlussphase wurde wild. Eindhoven war plötzlich wieder wach, Romagnoli prüfte Keeper Gerard van Keuren gleich mehrfach (83., 88., 96.), doch der Heerenveen-Torwart hielt, als hätte er Spiderman-Handschuhe an. Kurz vor Schluss durfte er sich verabschieden - Kramer gönnte seinem 17-jährigen Ersatz, Edwin van der Sar (nicht verwandt, aber sicher inspiriert), ein paar Minuten Erstligaluft. Auch zwei weitere Teenager, Nicolaas Winchel und Marnix Van Vechten, bekamen ihre Debüts. "Ich wollte sehen, wie sie unter Druck reagieren", erklärte Kramer später. "Antwort: Sie haben überlebt."

Statistisch gesehen war das Remis gerecht. Eindhoven hatte 54 Prozent Ballbesitz, elf Torschüsse, Heerenveen deren neun - also ein Duell auf Augenhöhe. Trotzdem fühlte es sich für die Hausherren an wie eine Niederlage. "Wenn du 2:0 führst, darfst du das nicht mehr aus der Hand geben", knurrte Romagnoli. "Wir haben aufgehört, Fußball zu spielen." Landseer, Doppeltorschütze und Mann des Abends, nahm es mit Galgenhumor: "Vielleicht wollten wir den Zuschauern einfach Spannung bieten. Hat ja funktioniert."

Auf der Tribüne sah man Fans, die sich fragten, ob ihre Mannschaft zwei Gesichter oder einfach zwei Halbzeiten zu viel habe. Ein älterer Herr fasste es treffend zusammen: "Die erste Halbzeit war Champions League, die zweite Kreisklasse."

So endete ein Spiel, das zur Halbzeit entschieden war - und am Ende keiner gewonnen hat. Eindhoven verschenkt zwei Punkte, Heerenveen gewinnt Moral, und die Liga bekommt ein weiteres Beispiel dafür, warum Fußball keine Rechenaufgabe ist.

Oder, wie Trainer Frey zum Abschied sagte, während er die Hände tief in die Manteltaschen steckte: "Wenn du denkst, du hast alles im Griff, dann kommt der Fußball und sagt: Halt mal mein Bier."

Und genau deshalb lieben wir diesen Sport.

26.05.643987 11:47
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