Voetbal International
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PVC Eindhoven verliert wildes Torfestival gegen Roda Kerkrade mit 3:4

Es war ein Abend, an dem selbst die Stadionuhr von Eindhoven Mühe hatte, mit dem Geschehen Schritt zu halten. 43.500 Zuschauer sahen ein 3:4-Spektakel zwischen PVC Eindhoven und Roda Kerkrade, das mehr Wendungen bot als eine Telenovela nach dem dritten Espresso. Und während Trainer Markus Frey nach Schlusspfiff ratlos in den Abendhimmel starrte, grinste Lotthar Matthaeus, Rodas Coach, mit jener Mischung aus Genugtuung und Erleichterung, die nur jemand kennt, dessen Team trotz Unterzahl noch ein Spiel dreht.

"Ich hab den Jungs gesagt: Wenn wir schon ins offene Messer rennen, dann wenigstens mit Stil!", lachte Matthaeus später, und man nahm ihm das fast ab - schließlich hatte seine Mannschaft in einem wilden Offensivrausch am Ende die Nase vorn.

Dabei begann der Abend für Eindhoven wie gemalt: Keine 60 Sekunden waren gespielt, da rauschte Robert Ashton über die rechte Seite, nahm einen langen Ball von Vidar Thomassen mit der Brust und drosch ihn unhaltbar zum 1:0 unter die Latte. Das Publikum jubelte, der Stadionsprecher hatte kaum Zeit, den Treffer zu verkünden, da schlug Roda zurück. In der dritten Minute traf Gregor Van Buren aus dem Rückraum - Ausgleich! Und als Gerritt Keese in der neunten Minute eine Flanke von Vincent Shuck einköpfte, schien Roda das Spiel endgültig an sich zu reißen.

Doch Eindhoven wäre nicht Eindhoven, wenn man sich so einfach beeindrucken ließe. Robert Ashton - an diesem Abend in Galaform - glich in der 33. Minute erneut aus. Wieder war es ein langer Ball aus der Abwehr, diesmal von Nenad Paunovic, der Ashtons Sprinttor einleitete. Nur vier Minuten später setzte Harold Coeyman noch einen drauf: Ashton legte quer, Coeyman zog ab - 3:2. Das Stadion stand Kopf.

"In der Pause hab ich den Jungs gesagt: Wir müssen einfach weitermachen", erzählte Heimtrainer Frey später. "Leider haben sie das etwas zu wörtlich genommen - wir sind weitergelaufen, aber nicht mehr zurück."

Denn nach Wiederanpfiff übernahm Roda endgültig die Kontrolle. Die Gäste, die ohnehin auf Flügelangriffe setzten, nutzten jede Lücke in der PVC-Abwehr. In der 54. Minute flankte Dedrick Tenbrook präzise auf Wouter Van Tassel, der per Direktabnahme das 3:3 markierte. Eindhoven wirkte geschockt - und Roda roch Blut.

In der 65. Minute war es wieder Gerritt Keese, der nach Vorarbeit von Jouke De Graff zur Stelle war. 3:4! Und das, obwohl Roda kurz darauf (71.) in Unterzahl weiterspielen musste: Innenverteidiger Pim Keese sah nach wiederholtem Foulspiel Gelb-Rot.

"Ich wollte nur den Ball spielen", verteidigte sich der Übeltäter später mit Unschuldsmiene. "Aber der Ball wollte wohl nicht." Matthaeus kommentierte das trocken: "Er hat wenigstens Einsatz gezeigt - leider auf die falsche Weise."

Eindhoven, das bis dahin 60 Prozent Ballbesitz hatte, warf in der Schlussphase alles nach vorn. Frey stellte auf extremes Pressing um, ließ den Ball nun kurz und flach laufen, doch die Chancen blieben aus. Zwar feuerte Ashton in der 88. Minute noch einmal wuchtig aufs Tor, aber Keeper Gaspar Hirzer lenkte den Ball mit den Fingerspitzen an die Latte - sinnbildlich für einen Abend, an dem der Aufwand der Gastgeber einfach nicht belohnt werden wollte.

Statistisch betrachtet war das Ganze fast ein Paradoxon: Eindhoven dominierte mit mehr Ballbesitz und Präzision, während Roda - mit 13 Torschüssen gegenüber sechs der Hausherren - gnadenlos effizient agierte. Frey meinte nach dem Spiel sarkastisch: "Wir haben das Spiel kontrolliert. Leider nicht das Ergebnis."

Für Roda Kerkrade ist der Sieg ein Befreiungsschlag, der sie wieder in Reichweite der oberen Tabellenhälfte bringt. Und für Eindhoven bleibt die bittere Erkenntnis, dass selbst ein Traumstart nach 60 Sekunden nicht reicht, wenn man hinten so offen steht wie ein niederländisches Deich-Tor bei Sturmflut.

Als die Flutlichter erloschen, stand Lotthar Matthaeus noch immer am Spielfeldrand, die Hände in den Taschen, den Blick zufrieden auf die leeren Tribünen gerichtet. "So Spiele", sagte er, "altern dich um fünf Jahre - aber du lebst dafür."

Eindhoven dagegen muss sich fragen, wie man ein Spiel, das man schon in der Tasche hatte, wieder so leicht hergeben kann. Vielleicht war es Übermut, vielleicht Pech - oder einfach ein Gegner, der an diesem Abend ein Quäntchen mehr wollte.

Und während die Fans von Roda Kerkrade noch singend in die Busse stiegen, schlich ein kleiner Junge im Eindhoven-Trikot traurig an der Seitenlinie entlang. "Papa", fragte er, "warum hat Ashton nicht noch ein Tor gemacht?" Der Vater seufzte, grinste und sagte: "Weil der Fußball manchmal gemein ist, mein Junge. Aber schön bleibt er trotzdem."

27.08.643987 06:42
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Ein Denkmal will ich nicht sein, darauf scheißen ja nur die Tauben.
Toni Polster auf die Frage, ob er in Köln schon ein Denkmal sei
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