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PVC Eindhoven rettet spätes 2:2 - Dorland wird zum Last-Minute-Helden

Es war ein Abend, an dem 43.500 Zuschauer im Philips-Stadion schon nach einer Minute ahnten: Das wird kein gemütlicher Fußballabend. Kaum hatte Schiedsrichter Van der Leen angepfiffen, da zappelte der Ball auch schon im Netz von PVC Eindhoven. Yannik Herzog, der bullige Mittelstürmer von SBV Rotterdam, brauchte genau 46 Sekunden, um die heimische Defensive in Schockstarre zu versetzen - nach feinem Zuspiel von Ansgar Eriksen. "Ich dachte, wir hätten noch Anstoß", scherzte später PVC-Trainer Markus Frey trocken.

Doch Rotterdam hatte Blut geleckt. In der 13. Minute legte Emil Petersen, der wieselflinke Rechtsaußen, nach - diesmal nach Vorlage von Vaclav Nedved. 0:2 nach einer guten Viertelstunde, und Eindhoven wirkte wie ein Boxer, der noch gar nicht begriffen hat, dass er schon zweimal zu Boden gegangen ist.

Dann aber, wie aus dem Nichts, kam Hansen Putnam. Der Mittelstürmer mit dem Charme eines Altrockers und der Wucht eines Presslufthammers verkürzte in der 20. Minute per wuchtigem Abschluss - vorbereitet vom jungen Eustatius Van Dyck, der mit 19 Jahren mutig nach vorn marschierte. "Ich hab einfach gedacht: Wenn schon hinten alles offen ist, kann ich auch mal durchlaufen", grinste Van Dyck später.

Zur Pause stand es 1:2, und die Zahlen sprachen eine klare Sprache: 15:14 Torschüsse, fast ausgeglichener Ballbesitz (49:51) - aber mehr Mut bei den Gästen. Eindhoven wirkte zwar bemüht, aber auch ein bisschen wie ein Orchester ohne Dirigent. Trainer Frey reagierte in der Halbzeit gleich dreifach: neuer Keeper (Fotios Siontis für Jan Groat), frisches Blut auf beiden Außenverteidigerpositionen. Und siehe da - es wurde besser.

Nach dem Wechsel rannte PVC an, ohne sich zu verausgaben. "Wir wollten nicht ins offene Messer laufen", erklärte Frey. Rotterdam dagegen blieb gefährlich, vor allem über Petersen, der zwischen der 68. und 70. Minute gleich zweimal gefährlich auftauchte - und sich prompt von Innenverteidiger Mattias Bloch eine Gelbe Karte abholte, weil dieser das rustikale Verteidigen etwas zu wörtlich genommen hatte.

In der 78. Minute dann Schreckmoment für die Gäste: Vaclav Nedved blieb nach einem Sprint liegen, hielt sich den Oberschenkel - und musste ausgewechselt werden. Für ihn kam der routinierte Ebbe Villadsen, der gleich mal einen Kopfball aufs Tor setzte. "Ich bin halt nicht zum Zuschauen hergefahren", knurrte der 33-Jährige.

Und dann kam die Nachspielzeit. 92. Minute. Alles oder nichts. Eindhoven warf nun wirklich alles nach vorn, Pressing auf höchster Stufe, die Zuschauer standen längst. Thijs Dorland, der unermüdliche Antreiber im Mittelfeld, fasste sich ein Herz - und jagte den Ball nach Vorarbeit von Ronny Arens zum 2:2 ins Netz. Pure Ekstase. Frey sprang wie ein Gummiball an der Seitenlinie, während Dorland sich vom Jubelmeer verschlucken ließ. "Ich hab nur noch gedacht: Wenn der jetzt drüber geht, hör ich auf", sagte Dorland lachend.

SBV-Trainer van der Meer (der nach dem Spiel wortkarg blieb und die Kabine früh verließ) dürfte sich geärgert haben. Sein Team hatte das Spiel lange im Griff, war taktisch reifer, aber ließ am Ende die Cleverness vermissen. Herzog, der frühe Torschütze, fasste es nüchtern zusammen: "Wir haben das Ding verschenkt. Zwei Punkte liegen lassen, ganz einfach."

Statistisch war alles fast ausgeglichen - 15 zu 14 Torschüsse, 49 zu 51 Prozent Ballbesitz, Tacklingquote 50,7 zu 49,2. Doch am Ende hatte Eindhoven das Momentum auf seiner Seite. Und vielleicht auch ein bisschen Glück.

Trainer Frey zeigte sich nach dem Spiel erleichtert: "Das war keine Glanzleistung, aber Charakter haben wir gezeigt. Und Thijs hat uns den Abend gerettet."

So blieb es beim 2:2 (1:2) - ein Ergebnis, das beiden Teams wenig hilft, aber den Zuschauern ein Spektakel bot, das sie nicht so schnell vergessen werden.

Und irgendwo in der Kabine soll man gehört haben, wie Dorland beim Ausziehen leise murmelte: "Manchmal dauert’s eben 92 Minuten, bis man wach ist."

Ein Satz, der die ganze Partie zusammenfasst.

18.06.643987 17:53
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Nevio Scala ist ein phantastischer Trainer und er hat eine tolle Mannschaft. Dortmund wird ganz sicher Weltmeister!
Giovanni Trappatoni
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