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Petrosalka verliert wildes Torspektakel gegen Spartak Senec mit 3:4

Es war einer dieser Abende, an denen man sich fragt, ob Verteidigungsarbeit in Bratislava vielleicht als optional gilt. Vor 20.000 begeisterten - und gegen Ende leicht fassungslosen - Zuschauern lieferten sich Petrosalka Bratislava und Spartak Senec ein Spiel, das mehr Wendungen hatte als ein slowakischer Krimi. Am Ende jubelten die Gäste über ein 4:3, das kaum jemand so erwartet hatte - vielleicht nicht einmal Spartak-Trainer Kevo Kevoo selbst.

Dabei begann alles so verheißungsvoll für die Hausherren: Bereits in der 7. Minute zappelte der Ball im Netz, als Max Fairchild nach feiner Vorarbeit von Rastislav Kafka aus 18 Metern trocken abschloss. "Ich hab einfach draufgehalten - und gehofft, dass der Ball nicht auf dem Parkplatz landet", grinste Fairchild später. Zu diesem Zeitpunkt ahnte noch keiner, dass dies nur der Auftakt zu einem Torfestival sein würde.

Spartak Senec, zunächst etwas schläfrig, wachte in der 27. Minute auf. Der erst 19-jährige Filip Svento krönte eine starke Kombination über Ethan Morriss mit einem präzisen Flachschuss ins rechte Eck. Acht Minuten später legte Klaus Ahrens nach - ebenfalls nach einer Hereingabe von Van Geem. Der 31-jährige Routinier jubelte mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Genugtuung und Unglauben lag. "Ich wollte eigentlich flanken", gab er später zu, "aber manchmal versteht der Ball eben, was man wirklich meint."

Mit einem 1:2-Rückstand ging es in die Pause, doch Petrosalka kam nach dem Seitenwechsel mit frischem Mut - und offenbar einem ordentlichen Espresso im Blut - zurück. In der 50. Minute stürmte Rechtsverteidiger Peter Stastny nach vorn, bekam den Ball von Kafka serviert und hämmerte ihn zum 2:2-Ausgleich unter die Latte. Das Stadion tobte, Trainer und Ersatzbank sprangen synchron in die Luft.

Nur neun Minuten später drehte sich die Partie komplett: Peter Kratochvil, eigentlich Linksverteidiger und gelbbelastet, traf nach einem Pass von Kaluzny mit einem satten Schuss aus der Distanz. 3:2! Die Fans sangen, als wäre die Meisterschaft entschieden, und Senec wirkte für einen Moment wie paralysiert.

Doch dann kam wieder Ahrens. In der 62. Minute, kaum hatte Spartak dreimal gewechselt, stand der Routinier goldrichtig und stocherte nach einer Morriss-Vorlage den Ball über die Linie. 3:3 - und plötzlich war das Spiel wieder völlig offen. Petrosalka versuchte, die Kontrolle zurückzugewinnen, hatte mehr Ballbesitz (54 Prozent) und suchte geduldig den Weg nach vorne. Doch Spartak hatte das Momentum - und den Kaltschnäuzigsten.

In der 82. Minute war es Xabier Arredondo, der mit einem wuchtigen Schuss von links das 4:3 erzielte. Wieder kam die Vorlage von Ethan Morriss, der an diesem Abend gleich drei Treffer vorbereitete und nach dem Spiel meinte: "Ich bin alt genug, um zu wissen: Wenn du nicht rennst, macht’s keiner."

Die letzten Minuten waren ein einziger Sturmlauf der Hausherren. Fairchild traf in der Nachspielzeit noch einmal das Außennetz, und Torwart Rautiainen lief bei einer Ecke sogar selbst mit nach vorne - vergeblich. Spartak verteidigte mit Herz, Verstand und dem einen oder anderen taktischen Foul.

"Das war ein verrücktes Spiel, aber wir haben nie aufgehört zu glauben", sagte Senec-Trainer Kevoo, der nach dem Schlusspfiff vor Freude einen kleinen Tanz aufführte, den man wohl nur in Senec so nennt. Sein Gegenüber sah das anders: "Drei Tore daheim und trotzdem keine Punkte - das ist wie Pizza ohne Käse", knurrte ein sichtlich genervter Coach von Petrosalka, der lieber ungenannt bleiben wollte.

Die Statistik passte übrigens perfekt zu diesem Chaos-Abend: Petrosalka mit mehr Ballbesitz und acht Torschüssen, Senec mit 14 Abschlüssen und der besseren Zweikampfquote. Wer da noch behauptet, Zahlen lügen nicht, hat dieses Spiel nicht gesehen.

Und so verließen 20.000 Zuschauer das Stadion mit gemischten Gefühlen - die einen glücklich, die anderen kopfschüttelnd. Nur eines war sicher: Wer dieses 3:4 verpasst hat, wird sich lange ärgern.

Oder wie ein älterer Fan beim Hinausgehen sagte: "So viel Drama kriegst du sonst nur beim Theater - aber da gibt’s wenigstens Sitzpolster."

21.04.643987 17:30
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