Sporski Journal
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Patizan Belgrad zittert sich ins Pokalfinale - Elfmeterschießen wird zur Nervenprobe

Was für ein Pokalabend in Belgrad! 59.000 Zuschauer im ausverkauften Stadion sahen ein Halbfinale, das alles bot, was der Fußball in seiner dramatischsten Form zu bieten hat: ein Platzverweis, verschossene Elfmeter, verzweifelte Gesichter - und am Ende jubelnde Belgrader, die nach 120 schweißtreibenden Minuten plus Elfmeterschießen mit 5:4 (1:0) gegen Pivara Celarevo ins Finale einzogen.

Dabei begann alles ganz geordnet. Patizan-Trainer Uwe Schumacher hatte seine Mannschaft auf "ausgewogen mit Flügelspiel" eingestellt, wie er später mit einem Augenzwinkern verriet: "Wir wollten den Gegner von allen Seiten verwirren - und manchmal hat das sogar geklappt." Tatsächlich war sein Team in der Anfangsphase spielbestimmend, auch wenn der Ballbesitz (46 Prozent) etwas anderes behauptet.

In der 43. Minute brach schließlich der Jubel los: Ausgerechnet Innenverteidiger Vladan Koroman, sonst eher für rustikale Klärungsaktionen bekannt, schlich sich nach einem Eckball nach vorn und versenkte den Ball per Kopf - Vorlage von Sreto Basa. "Ich hab’ einfach die Augen zugemacht", grinste Koroman später, während er sich noch mit Eisbeuteln an beiden Knien schmückte. 1:0 - und der Pausentee schmeckte süß.

Doch die Gäste aus Celarevo, von Trainer Andreas Go mit "offensiver Wucht und starkem Willen" ausgestattet, kamen mit ordentlich Wut aus der Kabine. In der 67. Minute nutzte Abwehrmann Goran Kezman eine verunglückte Klärung, traf zum Ausgleich - und ließ die 200 mitgereisten Fans träumen. "Ich dachte, das ist der Moment, in dem Fußballgötter ihre Meinung ändern", sagte Go nach dem Spiel mit halb gespieltem Pathos.

Danach wurde es wild. Schüsse von Smiljanic, Sargun und Nilsson prasselten auf das Tor von Ognjen Basta, der sich in einen elastischen Panther verwandelte. Patizan wankte, fiel aber nicht. Schumacher reagierte - brachte die jungen Igor Stepanov und Ingo Varela, um frische Beine zu haben. "Oder wenigstens frische Ideen", murmelte er später trocken.

Dann, in der 103. Minute, der Schock: Rechtsverteidiger Miroslav Kujovic sah nach einem rustikalen Einsteigen Rot. Das Stadion kochte, und selbst der vierte Offizielle suchte offenbar kurz die Exit-Taste. Celarevo drückte nun, hatte 18 Torschüsse insgesamt, doch der Ball wollte einfach nicht mehr rein.

Nach 120 Minuten stand es 1:1, und das Drama nahm im Elfmeterschießen seinen Lauf. Man hätte meinen können, beide Teams hätten eine Vereinbarung über maximale Spannung getroffen. Dimas Juanez eröffnete für Patizan souverän - Tor. Kezman hingegen, eben noch Torschütze, jetzt tragischer Held: sein Schuss flog in die Belgrader Nacht. "Ich hab’ den Ball zu sehr geliebt", sagte er später und blickte ins Leere.

Patizan traf weiter eiskalt - Dusan Veskovac, Dragan Krstajic und John MacLaren verwandelten nervenstark. Für Celarevo hielten Nilsson, Hable und Kujovic dagegen. Doch als Ediz Sargun antrat, zitterte plötzlich das ganze Stadion. Der 31-Jährige lief an, rutschte minimal - Pfosten! Das war’s. 5:4 nach Elfmeterschießen - Patizan im Finale!

Während Schumacher auf dem Rasen in einer Mischung aus Erleichterung und Kaffeeverzicht taumelte, tröstete Go seine Spieler mit väterlicher Milde: "Wir haben heute nicht verloren, wir haben nur zu früh aufgehört zu gewinnen." Man darf vermuten, dass dieser Satz in der Kabine nicht überall für Applaus sorgte.

Statistisch gesehen war Pivara Celarevo das aktivere Team: 53,9 Prozent Ballbesitz, 18 Schüsse aufs Tor, mehr gewonnene Zweikämpfe. Aber Fußball ist bekanntlich keine Excel-Tabelle. Patizan zeigte, wie man sich mit Herz, Glück und einer gehörigen Portion Zynismus durchmogelt.

Am Ausgang des Stadions hörte man einen Fan rufen: "Elfmeterschießen ist wie Lotto - nur dass wir heute gewonnen haben!" Treffender lässt sich dieser Abend kaum zusammenfassen.

Ob Patizan im Finale diese Nerven noch einmal behält, bleibt abzuwarten. Schumacher jedenfalls versprach: "Ich nehme diesmal Baldrian mit auf die Bank." Ein Plan, der nach diesem Halbfinale durchaus Sinn ergibt.

21.08.643993 08:59
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Als ich zuletzt Sergio in Eurosport gesehen habe, dachte ich mir auch nur: Das kann er nicht sein, da muss sich einer maskiert haben.
Rainer Calmund
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