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Osnabrück erlebt den bittersten Einbruch des Jahres - 3:4 gegen Bonner SC

Es war ein Fußballabend, an dem die 40.946 Zuschauer im Stadion an der Bremer Brücke zunächst ihr Glück kaum fassen konnten - und am Ende wohl lieber früher nach Hause gegangen wären. Der VfL Osnabrück führte zur Pause scheinbar uneinholbar mit 3:0 gegen den Bonner SC, um dann in einer zweiten Halbzeit für die Geschichtsbücher zusammenzubrechen. Ergebnis: 3:4. Und das war kein Tippfehler, sondern ein Drama in vier Akten.

Schon nach zehn Minuten war die lila-weiße Welt in Ordnung. Patrick Herrmann, der 19-jährige Wirbelwind auf der rechten Seite, traf nach feiner Vorarbeit von Otto Gabriel. Bonns Keeper Amaury Panero griff ins Leere, und das Stadion bebte. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen, aber er kam einfach wieder zurück - wie ein Bumerang", grinste Herrmann nach dem Spiel, noch halb zwischen Stolz und Ungläubigkeit.

Osnabrück spielte weiter wie entfesselt. In der 24. Minute stieg Innenverteidiger Dirk Mai nach einer Ecke höher als alle anderen und köpfte zum 2:0 ein. Marvin Kroll hatte den Ball punktgenau serviert. "Den musst du nur noch reinwuchten", meinte Mai trocken - und tat genau das. Kurz vor der Pause legte wieder Herrmann nach, diesmal auf Vorlage von Marco Richter. 3:0, Jubel, Bierduschen, Feierlaune. Trainer Carsten Baumann lächelte zufrieden in seinen grauen Schal: "Wenn wir so weitermachen, können wir den Bus früh beladen."

Ja, hätten sie mal.

Denn was dann geschah, wird in Osnabrück wohl noch lange als "das Bonner Debakel" erzählt werden. Die Gäste, zur Halbzeit von Trainer Lukas Teuber offenbar mit einer Gardinenpredigt deluxe bedacht, kamen wie verwandelt aus der Kabine. "Ich habe den Jungs gesagt: Wenn wir schon untergehen, dann wenigstens laut", verriet Teuber anschließend mit einem spöttischen Lächeln.

Ab der 70. Minute begann das Unheil. Erst Vincent Ludvigsen, eigentlich linker Verteidiger, drosch den Ball nach Pass von Adamantios Manos aus spitzem Winkel unter die Latte - 3:1. Eine Minute später revanchierte sich Manos selbst, bedient von Miguel Deco, und traf zum 3:2. Der Osnabrücker Anhang schwieg erstmals.

Als in der 79. Minute Bonns Innenverteidiger Amaury Martins nach einem Freistoß zum 3:3 einköpfte, rieb sich selbst der Stadionsprecher die Augen. "Da war doch eben noch alles sicher", murmelte ein älterer Fan auf der Haupttribüne, während er sein Bier nachbestellte.

Doch der Albtraum war noch nicht vorbei. In der 86. Minute, als Osnabrück längst wackelte wie ein angeschlagener Boxer, enteilte Arnau Mascarenhas nach einem langen Ball von Joao Varela und schob überlegt zum 3:4 ein. Bonner Jubel, Osnabrücker Schockstarre.

"Wir haben aufgehört, Fußball zu spielen", gestand Trainer Baumann später mit hängenden Schultern. "Die Jungs dachten, das Ding sei durch. Im Fußball ist nichts durch, bis der Schiri pfeift - und selbst dann manchmal nicht."

Statistisch gesehen war Osnabrück sogar leicht überlegen: 15 Torschüsse zu 13, 53 Prozent Ballbesitz, bessere Zweikampfquote. Aber Zahlen trösten nicht, wenn man in 45 Minuten alles verliert, was man sich zuvor aufgebaut hat.

Bonns Teuber dagegen genoss die Pressekonferenz sichtlich. "Ich hab’ schon in der Halbzeit gesagt: Wir brauchen vier Tore. Da haben mich alle ausgelacht. Jetzt lachen sie anders." Neben ihm nickte Torschütze Manos, der noch immer ein Stück Rasen in der Socke mit sich herumtrug - "Glücksgras", wie er es nannte.

Osnabrücks Spieler verließen das Feld wie nach einer schlechten Theaterpremiere: ohne Applaus, mit gesenkten Köpfen. Nur Patrick Herrmann, Doppeltorschütze und tragische Figur des Abends, sagte tapfer: "Wenn wir was lernen wollen, dann das: Drei Tore Vorsprung sind kein Ruhekissen, sondern eine Einladung ans Schicksal."

Vielleicht fasste es ein Fan am besten zusammen, als er beim Rausgehen murmelte: "Das war wie Netflix live - nur dass man den letzten Akt lieber übersprungen hätte."

Und so blieb am Ende ein Ergebnis, das man kaum glauben möchte, wenn man die erste Halbzeit gesehen hat: Osnabrück 3, Bonner SC 4. Fußball, dieser launische Gott, hat mal wieder bewiesen, dass er Humor hat - nur leider nicht den, über den man in Osnabrück lachen kann.

24.12.643990 06:34
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