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Old Boys Basel feiern Offensiv-Gala gegen den FC Brugg

Wenn 59 000 Zuschauer im Basler Stadion stehen und die Sonne längst hinter dem Rhein versunken ist, dann ahnt man: Es liegt etwas in der Luft. Und tatsächlich, am 30. Spieltag der 1. Liga Schweiz verwandelten die Old Boys Basel den späten Samstagabend in ein kleines Fußballfest - 4:1 hieß es am Ende gegen den FC Brugg, und das war noch das mildeste Urteil für die Gäste.

Dabei begann alles so vielversprechend für Brugg. Schon in der 20. Minute traf Rechtsverteidiger Stanislav Gancarczyk nach feinem Zuspiel von Benjamin Köhler. Der Schuss aus halbrechter Position zischte unhaltbar ins lange Eck - Charlie O’Brien im Basler Tor sah den Ball wohl erst, als er schon wieder aus dem Netz kullerte. "Ich wollte eigentlich flanken", gab Gancarczyk später mit einem verschmitzten Lächeln zu.

Doch wer Basel kennt, weiß: Die Old Boys lassen sich von Rückständen nicht schrecken. Sie antworteten mit wütenden Angriffen, die das Prädikat "offensiv" mehr als verdienten - Trainer André Marsmann hatte seine Männer mit einem klaren Plan aufs Feld geschickt. In der 28. Minute war es dann Michael Wahbi, eigentlich Innenverteidiger, der nach einer Ecke am höchsten stieg und per Kopf das 1:1 erzielte. Olivier Duchesne hatte den Ball maßgenau serviert.

Kurz vor der Pause bewies Connor Maxwell, dass britische Entschlossenheit auch am Rheinknie funktioniert. In der 41. Minute zog er nach feinem Doppelpass mit Duchesne von rechts nach innen und knallte das Leder unter die Latte - 2:1, das Stadion bebte. "Ich hab einfach draufgehauen", grinste der 25-Jährige später. "Wenn du nachdenkst, geht er drüber."

Nach dem Seitenwechsel versuchten die Brugger, wieder Ruhe ins Spiel zu bringen. Sie hatten mehr Ballbesitz (53,9 %) und suchten ihr Heil im geduldigen Aufbau. Doch Basel war in dieser Phase gnadenlos effizient. In der 54. Minute erhöhte Eric Lefebvre auf 3:1, nachdem Hugo Moutinho über rechts bis zur Grundlinie durchgebrochen war und den Ball mustergültig in den Rückraum legte. "Das war einstudiert - zumindest behaupten wir das jetzt", witzelte Marsmann später auf der Pressekonferenz.

Brugg mühte sich, kam zu einigen Chancen - elf Torschüsse insgesamt -, doch das Tor schien wie vernagelt. Dennis Jop versuchte es aus der Distanz (48.), Detlev Hafner verzog knapp (35.), und in der 81. Minute sah Marcel Marchal Gelb, als er aus Frust den Ball aus dem Stadion drosch. "Ich wollte nur Zeit gewinnen", murmelte er kleinlaut.

Den Schlusspunkt setzte schließlich ein Mann, den kaum jemand auf der Torschützenliste erwartet hatte: Linksverteidiger Alexander Aldonin. In der 80. Minute tauchte er plötzlich im Strafraum auf und versenkte den Ball nach Flanke von Dimas Miguel volley zum 4:1-Endstand. Da stand das Stadion endgültig Kopf. "Ich dachte zuerst, Dimas schießt selbst - dann war der Ball plötzlich bei mir", erzählte Aldonin, während er noch den Rasen aus den Stollen kratzte.

Trainer Stefan Schreiner vom FC Brugg blieb nur Galgenhumor: "Wir hatten mehr Ballbesitz, aber Basel hatte mehr Spaß. Und Tore zählen leider immer noch doppelt."

Statistisch gesehen hätte das Spiel enger sein können - 14:11 Torschüsse, eine nahezu ausgeglichene Zweikampfquote (50,3 % zu 49,6 %) - doch die Old Boys zeigten, was Effektivität bedeutet. Marsmann lobte vor allem den Teamgeist: "Die Jungs haben heute nicht nur Fußball gespielt, sie haben Fußball zelebriert. Und Michael Wahbi hat gezeigt, dass man auch als Innenverteidiger Torgefahr entwickeln kann, wenn man einfach mal tut, was man sonst lieber lässt."

Als der Schlusspfiff ertönte, tanzten die Basler Spieler Arm in Arm vor der Kurve. Die Brugger hingegen schlichen in die Kabine, wohl wissend, dass sie an diesem Abend an einem besseren Team gescheitert waren.

Vielleicht war es der Basler Winter, der ihnen die Energie verlieh, vielleicht einfach die Freude am Spiel. Sicher ist nur: Wenn die Old Boys in dieser Form weitermachen, wird am Rheinknie bald wieder von Aufstieg geträumt.

Und irgendwo in der Nacht, so munkelt man, soll ein Fan gerufen haben: "Mehr Wahbi, weniger Wabern!" - was immer das heißen mag. Aber an diesem Abend verstand man ihn irgendwie.

20.03.643990 08:34
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