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Nullnummer mit 41.145 Zeugen: Osnabrück und Papenburg teilen sich die Punkte

Ein 0:0 kann vieles sein - langweilig, gerecht, zäh oder einfach nur ein Spiegelbild zweier Mannschaften, die sich an diesem Februarabend in Osnabrück gegenseitig neutralisierten. Dieses hier war von allem ein bisschen. 41.145 Zuschauer im Stadion an der Bremer Brücke sahen engagierte Gastgeber, clevere Gäste - und jede Menge vergeblicher Mühe.

Osnabrücks Trainer Carsten Baumann hatte vor dem Anpfiff noch gemahnt: "Wir müssen den Papenburgern den Spaß am Ball nehmen." Seine Jungs schienen das ernst zu meinen, allerdings in einer recht wörtlichen Interpretation - sie nahmen sich den Spaß gleich mit. 43 Prozent Ballbesitz, dafür 13 Torschüsse: Fleißig, aber erfolglos.

Schon in der vierten Minute setzte Papenburgs Domingo Xavier das erste Ausrufezeichen. Ein satter Schuss, doch Keeper Karl Wagner war rechtzeitig unten. Danach übernahm Osnabrück das Kommando, zumindest im Anlaufen. Patrick Herrmann, mit seinen 19 Jahren der Wirbelwind auf rechts, prüfte Papenburgs Torhüter Jay Neil gleich mehrfach (12., 17., 29., 48.). Der junge Osnabrücker rannte, schoss, fluchte - aber das Netz blieb unberührt. "Ich dachte, einer von denen muss doch mal reinrutschen", grinste Herrmann nach dem Spiel, "aber der Ball hatte wohl heute andere Pläne."

Neben ihm ackerte Mark Ahrens auf der linken Seite, ebenfalls 20, ebenfalls fleißig und ebenfalls vom Pech verfolgt. Sechs Torschüsse in 90 Minuten, keiner drin - das ist eine Statistik, die noch Stoff für Albträume bietet.

Papenburg wirkte in der ersten Halbzeit ruhiger, reifer. Trainer Frank Helmbrecht hatte sein Team auf geduldiges Abwarten eingestellt. "Wir wussten, Osnabrück kommt mit Tempo. Wir wollten sie laufen lassen - und das taten sie ja auch", sagte er mit einem spitzen Lächeln.

Nach der Pause kam Bewegung in die Partie, allerdings der unangenehmen Sorte - zumindest aus Osnabrücker Sicht. Innenverteidiger Robin Münch holte sich in der 56. Minute Gelb und in der 63. gleich hinterher die Ampelkarte. Baumann hielt sich die Hand vors Gesicht, während Münch mit hochrotem Kopf vom Platz stapfte. "Ich hab’ den Ball gespielt", rief er noch, was allerdings niemand so richtig glauben wollte.

Mit einem Mann weniger kämpften die Lila-Weißen tapfer weiter, während Papenburg das nun größere Spielfeld für sich entdeckte. Christopher Bridges donnerte in der 67. Minute einen Schuss aus 20 Metern auf Wagner - und der Keeper parierte spektakulär. Kurz darauf zog Orhan Karaer ab (73.), dann Xabier Galan (77.) - alles schön anzusehen, aber eben ohne Ertrag.

Die Schlussphase war ein Festival der verpassten Gelegenheiten. Liam Wahl köpfte in der 81. aus fünf Metern drüber, Papenburgs Anton Hanson schoss in der 88. aus 30 Metern knapp vorbei, und in der Nachspielzeit zirkelte Samuel Suy den Ball fast poetisch am Pfosten vorbei. Das Publikum stöhnte - nicht aus Langeweile, sondern aus kollektivem Mitleid.

Taktisch blieb Osnabrück seinem offensiven Kurs treu, auch wenn es am Ende eher ein heroisches Überleben mit zehn Mann war. Papenburg erhöhte das Pressing, warf alles nach vorn, aber der letzte Pass blieb Mangelware. 56,9 Prozent Ballbesitz und acht Torschüsse - das klingt kontrolliert, sah aber selten zwingend aus.

Nach dem Abpfiff klatschten sich beide Teams ab, als hätten sie gerade ein Sommerturnier gewonnen. "Das war harte Arbeit", meinte Papenburgs Kapitän Hanson, "aber immerhin haben wir nicht verloren." Baumann hingegen seufzte: "Wenn man so viele Chancen hat, muss irgendwann was passieren. Heute war’s halt nicht unser Abend."

Vielleicht war es auch einfach ein Abend, an dem das Fußballuniversum beschlossen hatte, niemanden zu bevorzugen. Das Publikum verabschiedete seine Mannschaft mit Applaus - und einigen ironischen Rufen nach einem "Tor des Monats".

So bleibt ein Nullspiel, das trotzdem seine Geschichten schrieb: junge Wilde, rote Karten, fliegende Keeper und ein Schiedsrichter, der vermutlich froh war, dass niemand über Abseits diskutieren musste.

Und während die Flutlichter langsam erloschen, fasste ein älterer Fan auf der Tribüne das Ganze perfekt zusammen: "War nix - aber immerhin schön anzusehen, wie sie’s versucht haben."

Ein Satz, der wohl noch öfter fallen wird, wenn diese Osnabrücker so weitermachen - mit Herz, aber ohne Tor.

01.12.643990 06:45
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Ich habe versucht, den Spielern das Gefühl zu geben, dass sie Fehler machen dürfen. Das haben sie bis auf wenige Ausnahmen gut gemacht.
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