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Nullnummer mit 14 Chancen - Cerrense schießt, Buceo hält dicht

Es gibt Fußballspiele, die man nicht vergisst - und es gibt solche, die man kaum glauben kann, obwohl man sie gesehen hat. Das 0:0 zwischen CD Cerrense und Funebreros Buceo am 19. Spieltag der 1. Liga Uruguay gehört klar zur zweiten Kategorie: 30.669 Zuschauer sahen einen Abend, an dem der Ball einfach nicht ins Tor wollte - oder besser gesagt: durfte.

Dabei begann alles so vielversprechend. Schon in der zweiten Minute prüfte Knud Brinkmann, der unermüdliche Taktgeber im Cerrense-Mittelfeld, den gegnerischen Keeper Erik Frigard mit einem satten Schuss aus 20 Metern. Zwei Minuten später dasselbe Schauspiel, diesmal mit noch mehr Wucht, aber wieder mit demselben Ergebnis: Frigard fischte den Ball aus der Ecke, als hätte er Saugnäpfe an den Fingern. "Ich dachte kurz, der Ball hat was gegen uns", lachte Brinkmann später bitter.

Cerrense spielte von Beginn an offensiv - Coach Leahcim Gnipeur hatte seine Mannschaft klar auf Angriff ausgerichtet, und das merkte man. 52 Prozent Ballbesitz, 14 Torschüsse, aber null Tore - eine Statistik, die in den nächsten Wochen wohl in jedes Trainingsgespräch einfließen wird. "Wir haben alles richtig gemacht, außer den Ball ins Netz zu schießen", seufzte Gnipeur nach dem Spiel.

Auf der anderen Seite hatte Funebreros Buceo-Coach Stefan Dörner eine andere Philosophie: "Wir sind nicht hier, um schön zu spielen. Wir sind hier, um Punkte zu klauen." Und das klappte. Seine Mannschaft verteidigte kompakt, manchmal rustikal - drei Gelbe Karten sprechen eine deutliche Sprache. Rechtsverteidiger Gabri Vico sah in der 25. Minute Gelb, nachdem er Domingo Andrade etwas unsanft stoppte. "Ich habe nur den Ball gespielt", beteuerte Vico, während Andrade sich den Rasen aus den Haaren klopfte.

Trotz aller Überlegenheit kam Cerrense kaum zu klaren Torchancen. Jose Enrique Vazquez rackerte im Sturmzentrum, schoss in der 17., 54. und 75. Minute - aber Frigard blieb unbezwingbar. Selbst als Nael Marques in der 87. Minute noch einmal frei zum Abschluss kam, flog der Ball wie ferngesteuert knapp über die Latte. "Ich wollte ihn kontrolliert setzen", murmelte Marques, "aber der Ball hatte andere Pläne."

Und Buceo? Die Gäste verlegten sich aufs Kontern. Amaury Galindo, der 34-jährige Linksaußen, sorgte für die wenigen Nadelstiche. Drei Mal zog er ab (9., 67. und 70. Minute), drei Mal rettete Cerrense-Keeper Joseba Mendes souverän. Besonders in der 70. Minute brauchte Mendes allerdings die Reflexe eines Geparden - und den Mut eines Torwarts, der keine Angst vor zerschossenen Rippen hat. "Ich hab nur noch gebetet, dass er mich trifft und nicht das Tor", grinste Mendes später.

Die letzte Viertelstunde wurde dann zur Geduldsprobe. Cerrense drückte, Buceo mauerte, und Trainer Dörner zählte an der Seitenlinie die Sekunden bis zum Abpfiff. "Ich hab irgendwann aufgehört zu atmen", gab er nach dem Spiel zu. Als Schiedsrichter Pablo Garza schließlich abpfiff, riss Dörner die Arme in die Höhe, als hätte er gerade die Meisterschaft gewonnen - was angesichts der 14:6-Torschussbilanz eigentlich fast so wirkte.

In der Kabine von Cerrense dagegen herrschte betretenes Schweigen. Nur Gerd Vilhelmsen, der erfahrene linke Mittelfeldspieler, brach die Stille: "Wenn das Tor heute ein bisschen größer gewesen wäre, hätten wir 3:0 gewonnen." Ein Satz, der den Abend perfekt zusammenfasst.

Taktisch blieb Cerrense seiner offensiven Linie über 90 Minuten treu, erhöhte in der zweiten Halbzeit sogar die Aggressivität und den Einsatz - ohne Belohnung. Buceo hingegen spielte konstant ausgewogen, ließ sich weder von der hitzigen Atmosphäre noch von den anstürmenden Gastgebern aus der Ruhe bringen. So endete das Spiel, wie es begonnen hatte: torlos, aber nicht ereignislos.

Für die Zuschauer war’s ein Abend voller "Fast"-Momente - fast ein Tor, fast ein Elfmeter, fast ein Sieg. Und doch: Wer genau hinsah, erkannte, dass in diesem 0:0 viel Fußball steckte - nur eben keiner, der im Netz landete.

"Wenn man 14 Mal schießt und nicht trifft, ist das fast schon Kunst", meinte Trainer Gnipeur augenzwinkernd. Und wer weiß - vielleicht wird dieses Spiel irgendwann als das schönste 0:0 der Saison in Erinnerung bleiben.

Oder, wie es ein Fan auf der Tribüne formulierte: "Ich hab schon schlechtere Nullnummern gesehen - aber selten welche mit so viel Herz und so wenig Glück."

04.01.643991 23:02
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Ein Denkmal will ich nicht sein, darauf scheißen ja nur die Tauben.
Toni Polster auf die Frage, ob er in Köln schon ein Denkmal sei
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