Sporski Journal
+++ Sportzeitung für Serbien +++

Mlados Lucani ringt Crno Belgrad nieder - Reichert trifft spät zum 1:0

Es war einer dieser Abende, an denen man sich fragt, ob der Ball vielleicht ein Eigenleben führt. Im Stadion von Mlados Lucani, vor 41.965 lautstarken Zuschauern, lieferten sich die Gastgeber und Crno Belgrad ein Duell, das weniger durch spielerische Leichtigkeit als durch zähen Willen und eine Prise Chaos glänzte. Am Ende jubelte nur einer: Heinrich Reichert, der 22-jährige Rechtsaußen, der in der 73. Minute den Ball ins Netz drosch - und damit nicht nur das Spiel, sondern auch die Stimmung im gesamten Stadion explodieren ließ.

Bis dahin war es ein Geduldsspiel, das selbst passionierte Taktikfreunde an ihre Grenzen brachte. Mlados-Trainer Du Dado hatte seine Mannschaft auf "ausgewogen mit Flügelangriffen" eingestellt - was in der Praxis hieß: viel Laufarbeit, viele Flanken, wenige Treffer. Schon in der 3. Minute versuchte Reichert sein Glück, doch Belgrads Keeper Dusko Lomic fischte den Ball mit der Gelassenheit eines Mannes, der schon Schlimmeres erlebt hat. In der 5. Minute folgte Tord Nilsson mit einem Distanzschuss, der eher Richtung Flutlichtmast als Richtung Tor segelte.

Crno Belgrad, das Team von Cevo Icvic, hielt dagegen, hatte sogar mehr Ballbesitz (55,4 Prozent) und zwölf Torschüsse, aber die Präzision eines schlecht kalibrierten Navigationssystems. "Wir haben gespielt, als wäre das Tor zwei Meter weiter links", knurrte Icvic nach dem Abpfiff und starrte noch Minuten später auf das leere Gehäuse seines Gegners.

Mlados dagegen kämpfte sich mit wachsender Entschlossenheit in die Partie. Besonders auffällig: Noe Postiga, der linke Mittelfeldmann, der in der 21. und 65. Minute gefährlich abschloss und schließlich auch den entscheidenden Pass lieferte. Sein Zuspiel in der 73. Minute fand Reichert, der kurz verzögerte, zwei Verteidiger ins Leere laufen ließ und dann trocken einschob. Die Fans tobten, der Stadionsprecher überschlug sich, und Trainer Dado rannte die Seitenlinie entlang, als wolle er selbst noch eine Einwechslung erzwingen.

"Ich hab’ nur gedacht: Jetzt oder nie", grinste Reichert nach dem Spiel, noch mit Rasenflecken im Gesicht. "Ich hab den Ball perfekt getroffen - und zum Glück hat er diesmal gemacht, was ich wollte."

Crno Belgrad reagierte mit einer Doppel-Auswechslung schon zur Pause, brachte den jungen Lazovic und Sarac - ohne Effekt. Ihre Flanken fanden entweder die Tribüne oder die Arme von Mlados-Keeper Goran Dukic, der einen Sahnetag erwischte. Besonders in der Schlussphase, als Belgrad alles nach vorn warf, zeigte er Nerven aus Stahl und Hände aus Beton.

Die Statistik sah am Ende ausgeglichener aus, als das Ergebnis vermuten lässt: 18 Torschüsse auf Seiten der Hausherren, 12 beim Gast. Doch während Lucani zielstrebig blieb, verlor Belgrad im entscheidenden Moment die Ruhe. "Uns fehlte das letzte Prozent", meinte Kapitän Miralem Milosevic lakonisch. "Oder vielleicht auch das letzte Bier gestern Abend."

In der 80. Minute wechselte Dado noch einmal frischen Wind ein: Marko Krupnikovic kam für den müden Gökhan Aybaba. Der junge Dusko Pantelic, erst 18, durfte nach 73 Minuten ran und brachte über rechts tatsächlich noch etwas Tempo - auch wenn er mehr in den eigenen Trainer rannte als in den Gegner.

Als Schiedsrichter Pavlovic schließlich abpfiff, lagen sich Spieler und Fans von Mlados in den Armen. Ein 1:0, das knapper nicht hätte sein können, aber umso mehr gefeiert wurde. In der Kabine wurde laut gelacht, und Trainer Dado rief, halb ernst, halb scherzhaft: "So gewinnt man Meisterschaften - mit einem Tor Unterschied und drei Herzinfarkten!"

Cevo Icvic dagegen verschwand wortlos im Tunnel, nur sein Co-Trainer murmelte etwas von "fehlender Kaltschnäuzigkeit" und "diesem verdammten Reichert".

So bleibt Mlados Lucani nach dem neunten Spieltag der serbischen Liga weiter im Mittelfeld, aber mit einem Sieg, der sich anfühlt wie ein kleiner Triumph. Manchmal reicht eben ein Moment, ein Schuss, ein junger Stürmer mit Mut - und ein ganzes Stadion, das daran glaubt.

Oder, wie Heinrich Reichert es später formulierte: "Wenn du triffst, bist du der Held. Wenn nicht, bist du nur der Typ, der den Ball verpasst hat. Heute war ich mal der Held."

Und die Fans? Die gingen nach Hause mit heiseren Stimmen, kalten Füßen - und der Gewissheit, dass ein 1:0 manchmal alles ist, was man braucht, um glücklich zu sein.

30.08.643990 14:02
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