Ultimas Noticias
+++ Sportzeitung für Uruguay +++

Maldonado tanzt, Fenix taumelt - 3:0-Gala im Estadio Municipal

Es war einer dieser Abende, an denen Fußball so einfach aussieht - zumindest, wenn man Athletic Maldonado heißt. Vor 43.500 begeisterten Zuschauern schickte die Elf von Huub Stevens den bedauernswerten Capurro Fenix mit einem klaren 3:0 vom Platz. Drei Tore in einer halben Stunde, danach gepflegtes Verwalten - und ein Gegner, der trotz 10 Torschüssen nie wirklich gefährlich wurde.

"Wir wollten heute zeigen, dass wir mehr können als nur kämpfen", grinste Stevens nach dem Spiel. Das tat seine Mannschaft: offensiv eingestellt, aggressiv in den Zweikämpfen und mit einem Passspiel, das eher nach Champions-League-Abend als nach 1. Liga Uruguay roch.

Der Anfang war fulminant - und das im wahrsten Sinne. Bereits nach 14 Minuten zappelte der Ball zum ersten Mal im Netz. Ausgerechnet Linksverteidiger Bruno Godino, der sonst lieber das Gras auf der Außenlinie pflegt als gegnerische Tornetze, drosch den Ball nach einer flachen Hereingabe von Inigo Gomes humorlos ins Eck. "Ich hab einfach draufgehauen", sagte Godino später, "Huub meinte, ich soll öfter mal schießen. Jetzt muss er damit leben."

Capurro Fenix wirkte überrascht, fast beleidigt. Trainer Andreas Kessler gestikulierte wild an der Seitenlinie, während seine junge Abwehr - Durchschnittsalter knapp 20 - versuchte, die Lücken zu stopfen. Doch Maldonado hatte Blut geleckt. In der 31. Minute legte Julian Deco nach. Nach feinem Zuspiel des 20-jährigen Javi Mascarenhas stand der bullige Linksaußen frei vor Keeper Ricardo Frechaut und vollendete eiskalt. Gerade einmal 60 Sekunden später setzte David Peña den Deckel auf eine erste Halbzeit, die Fenix zum Albtraum geriet. Eine butterweiche Flanke von Silvestre Antunes, ein Direktabnahme von Peña - 3:0.

"Da dachte ich kurz, wir sind in der falschen Liga gelandet", murmelte Kessler später trocken. Seine Mannschaft versuchte zwar, in der zweiten Halbzeit Struktur zu finden, doch Maldonado schaltete clever auf Ballbesitz. 51,9 Prozent laut Statistik - gefühlt waren es 70. Die Gastgeber ließen den Ball laufen, als wollten sie ihn nie wieder hergeben.

Fenix kam zwar zu Chancen - vor allem durch den unermüdlichen Sergi de la Sota, der gleich fünfmal abschloss -, doch Torwart Petri Ylönen hatte einen dieser Abende, an denen selbst der Ball Respekt bekommt. Einmal, in der 72. Minute, sprang er wie eine Katze in die Ecke, nur um den Schuss von de la Sota mit den Fingerspitzen an die Latte zu lenken. Der Finne grinste danach breit: "Ich hab vorher extra meine Glückshandschuhe angezogen - jetzt wasch ich sie nie wieder."

Zwei Gelbe Karten für die Gäste - Javi Jorge (56.) und Paolo Castrovillari (70.) - waren der sichtbare Ausdruck steigender Frustration. Maldonado hingegen blieb cool. Sainio und Jordao verpassten im zweiten Durchgang noch das vierte Tor, aber das störte niemanden. Das Publikum schwenkte die Schals, Stevens trank genüsslich seinen Wasserbecher leer, und irgendwo im Stadion wurde schon die Tabelle aufgerufen.

"Das war heute ein Statement", meinte Julian Deco nach Schlusspfiff, während er sich ein Autogrammheft aus den Händen eines kleinen Fans schnappte. "Wir haben gezeigt, dass wir nicht nur auf Glück hoffen, sondern Fußball spielen können."

Kessler hingegen suchte Trost in der Statistik. "48 Prozent Ballbesitz, zehn Torschüsse - das klingt nicht so schlecht", sagte er, "nur dass der Ball halt nie rein wollte." Ein Journalist fragte, ob er mit dem Pressing seiner Mannschaft zufrieden sei. "Pressing?", lachte Kessler, "wir haben’s zumindest versucht, aber Maldonado hat einfach den Stecker gezogen."

Huub Stevens hingegen war in bester Laune. "Ich mag 3:0-Halbzeiten", witzelte er. "Danach kann man entspannt zusehen, wie der Gegner verzweifelt."

So endete der 24. Spieltag in der 1. Liga Uruguay mit einer Lehrstunde in Effizienz und Selbstbewusstsein. Athletic Maldonado spielte, als hätte es nie Zweifel gegeben, während Capurro Fenix in der eigenen Naivität badete.

Und irgendwo auf der Tribüne sagte ein älterer Fan zu seinem Enkel: "Siehst du, Junge, so sieht Fußball aus, wenn alles klappt." Der Kleine nickte, kaute an seinem Hotdog und fragte nur: "Und warum haben die anderen dann überhaupt mitgespielt?"

Tja, gute Frage.

14.06.643993 03:09
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Branco tanzt und ich grätsche. Das ist der Unterschied zwischen Kamerun und Norwegen.
Jan-Aage Fjörtoft
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager