Ultimas Noticias
+++ Sportzeitung für Uruguay +++

Maldonado kämpft sich furios zurück - 2:2 gegen UD Liverpool

Ein lauer Sommerabend in Maldonado, 43.500 Zuschauer, die Sonne senkt sich über das Stadion, und während die Fans ihre Mate-Becher heben, ahnt noch niemand, dass sie gleich Zeugen eines kleinen Fußballdramas werden. Athletic Maldonado rettet in einem wilden Spiel ein 2:2 gegen UD Liverpool - ein Ergebnis, das sich wie ein Sieg anfühlt, nachdem man zur Pause schon 0:2 hinten lag.

Doch der Reihe nach. Schon in der 18. Minute klingelte es erstmals: Andronikos Tsiklitiras, der griechisch-uruguayische Taktgeber im Mittelfeld der Gäste, zog aus 20 Metern ab, nachdem Damian Quevedo mustergültig quergelegt hatte. "Ich hab einfach mal draufgehalten - und diesmal hat’s gepasst", grinste Tsiklitiras später, als wüsste er selbst, dass ausgerechnet er selten auf dem Spielberichtsbogen auftaucht.

Athletic Maldonado wirkte in dieser Phase wie ein Team, das noch nicht ganz vom Aufwärmen ins Spiel gefunden hatte. Chancen gab es zwar - Tiago Vidigal und Domingo Jordao prüften früh den Gästekeeper Christiano Peyroteo -, aber die Präzision fehlte. Stattdessen traf Liverpool erneut: In Minute 40 schlenzte Vincent Kristensen den Ball nach Vorlage von Dorde Basa ins Netz, so fein, dass Maldonados Torwart Petri Ylönen nur resigniert die Handschuhe klatschen ließ. 0:2 zur Pause, die Gesichter im Publikum so lang wie die Warteschlange an der Stadion-Toilette.

Trainer Huub Stevens verschwand mit finsterer Miene im Kabinengang. Später verriet er: "Ich hab den Jungs gesagt: Wenn ihr schon verliert, dann wenigstens mit Schmutz an den Knien." Offenbar hat’s geholfen. Denn nach dem Seitenwechsel kam ein anderes Maldonado aus der Kabine - aggressiv, wild entschlossen und mit deutlich mehr Biss.

Silvestre Antunes, der flinke Rechtsaußen mit der Nummer 7, leitete die Wende ein. In der 62. Minute, nach einer butterweichen Flanke von Julian Deco, drosch er den Ball wuchtig ins Tor. "Ich hab nur gesehen, dass der Torwart rauskommt - und dann wollte ich ihm eben die Handschuhe waschen", witzelte Antunes nach dem Spiel.

Die Arena tobte, und plötzlich war Maldonado wieder da. Gelbe Karten für Bruno Godino (61.) und den jungen Innenverteidiger Agemar Garcia (65.) zeigten zwar, dass Stevens’ Team jetzt übermotiviert war, aber es zeigte Wirkung. Liverpool wankte.

In der 72. Minute fiel dann der Ausgleich, und wieder war Julian Deco beteiligt - diesmal als Vollstrecker. Nach einem Ballgewinn von Garcia landete die Kugel links bei Deco, der kurz schaute, dann eiskalt ins lange Eck schlenzte. 2:2 - und das Stadion stand Kopf. Selbst der Verkäufer der Sonnenblumenkerne ließ kurz die Tüte sinken.

"Ich hab einfach gespürt, dass wir das Spiel noch drehen können", sagte Deco später. "Huub hat in der Pause geschrien wie ein Vulkan - das hat uns wachgerüttelt." Stevens konterte trocken: "Ich schreie nie. Ich erkläre nur sehr laut."

Die letzten 20 Minuten waren dann ein offener Schlagabtausch. Maldonado hatte mit 13 Torschüssen und leichtem Ballbesitzvorteil (52,4 Prozent) die Nase vorne, während Liverpool versuchte, mit seiner offensiven Ausrichtung und Pressing in der Schlussphase noch einmal zuzubeißen. Samuel Roades prüfte Ylönen in der 66. Minute mit einem gefährlichen Schuss, doch der Finne hielt spektakulär - und feierte das mit einem Urschrei, der bis auf die Tribüne hallte.

In der 86. Minute brachte Stevens noch den 19-jährigen Javi Mascarenhas, der sein Debüt feierte. "Ich dachte, ich darf das Wasser tragen - aber plötzlich hat der Trainer gesagt: ’Javi, rein mit dir!’", lachte der Nachwuchsmann nach Schlusspfiff.

Als Schiedsrichter Noguera nach 94 Minuten abpfiff, atmete das Publikum kollektiv auf. 2:2 - ein Ergebnis, das beiden Teams irgendwie nicht so recht passte. "Wir hatten sie in der Tasche", knurrte Liverpool-Coach Savo Partizan. "Aber Fußball ist kein Taschenbillard."

Stevens hingegen blieb gelassen: "Das war Charakter. Wir sind keine Schönspieler, wir sind Malocher." Seine Mannschaft hat das eindrucksvoll bewiesen.

Ein Hauch Ironie bleibt: Ausgerechnet Garcia, der Verteidiger mit der Gelben Karte, war am entscheidenden Ausgleich beteiligt. Vielleicht ist das der Stoff, aus dem Fußballmärchen gemacht sind - oder wenigstens solide Sonntagsschlagzeilen.

Zum Schluss bleibt festzuhalten: Wer dieses Spiel verpasst hat, hat 90 Minuten Leidenschaft, Chaos und Comeback-Qualität verpasst. Und wer es gesehen hat, weiß: Bei Maldonado ist der Pausentee wohl stärker als jedes Energy-Getränk.

13.04.643990 16:39
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Der Vorteil von Trainern wie Branko Zebec und Ernst Happel war ihre kuriose Sprache. Die Spieler mussten sich stark konzentrieren, um zu verstehen, was sie meinten. Deshalb kam ihre Botschaft so gut rüber.
Felix Magath
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager