Sport-Blick
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Locklear schießt Luzern zum Sieg - Fribourg verteidigt tapfer, aber vergeblich

Ein kühler Märzmorgen, Flutlichtglanz über dem Stadion Allmend, knapp 40.000 Zuschauer, die sich zwischen Hoffnung, heißem Punsch und kalten Füßen aufwärmen - und ein Spiel, das zwar kein Feuerwerk war, aber dennoch jene Sorte Fußball bot, die man später mit einem zufriedenen Nicken kommentiert: "Arbeitssieg." Blau-Weiss Luzern schlägt den SV Fribourg mit 1:0, und das dank eines Mannes, der an diesem Abend einfach nicht zu stoppen war - Robert Locklear.

Schon in den ersten Minuten machte Luzern klar, dass man den Ball nicht lange in den eigenen Reihen halten, sondern ihn möglichst oft in Richtung gegnerisches Tor prügeln wollte. Ganze 16 Torschüsse standen am Ende zu Buche - ein Drittel davon von Locklear persönlich. "Der Trainer hat gesagt, wir sollen offensiv denken. Ich hab’s halt wörtlich genommen", grinste der matchentscheidende Stürmer nach dem Spiel und zog dabei ein verschwitztes Trikot über den Kopf, das wohl in die Vereinsgeschichte eingehen dürfte.

Fribourg kam in der Anfangsphase besser ins Spiel, als es das Endergebnis vermuten lässt. Schon in der 2. Minute prüfte Cameron Kober Luzerns Keeper Lasse Rauch - der mit einem Reflex parierte, der irgendwo zwischen Wahnsinn und Weltklasse lag. "Ich hab den Ball gar nicht gesehen, nur gehört", witzelte Rauch später. Danach aber übernahm Luzern die Kontrolle, zumindest was Ballbesitz und offensive Vorstöße betraf. 53,8 Prozent Ballbesitz, ein Übergewicht im Mittelfeld - und ein Diego Giuliani, der mit einem feinen Gespür für den richtigen Moment den Pass des Abends spielte.

In der 52. Minute war es so weit: Giuliani kombinierte sich auf der rechten Seite durch, blickte kurz hoch und legte perfekt in den Lauf von Locklear. Der fackelte nicht lange, zog aus knapp 15 Metern ab - ein Schuss wie mit dem Lineal gezogen, knapp über den Innenpfosten ins Netz. 1:0. Das Stadion explodierte. Ein Tor, das man in Luzern wohl noch beim nächsten Stadtfest diskutieren wird. "Ich hab nur gehofft, dass ich ihn richtig treffe", gab Locklear bescheiden zu Protokoll, während Trainer Reinhard Wild am Spielfeldrand in die Luft sprang, als hätte er selbst getroffen.

Von Fribourg kam danach - wenig. Trainer Dario Rota, sonst ein Mann der ruhigen Worte, schien an der Seitenlinie innerlich zu kochen. Seine Mannschaft blieb defensiv, fast zu brav, zu vorsichtig. Das "defensive Alignment", das Rota vor dem Spiel ausgerufen hatte, wirkte wie eine Einladung für Luzern, weiter anzulaufen. "Wir wollten kompakt stehen, aber anscheinend war die Mauer zu durchlässig", knurrte Rota später in die Mikrofone.

In der 60. Minute reagierte er mit einem Doppelwechsel - Heikkinen und Gady kamen neu, brachten zumindest kurz frischen Wind. Doch Luzern blieb gefährlicher: Mantovani prüfte den Keeper zweimal (66., 67.), Lavoie - gerade 18 und mit jugendlichem Übermut - zwang Fribourgs Torwart Caio Semedo in der 74. zu einer Glanzparade.

"Wir hätten das 2:0 machen müssen", ärgerte sich Luzerns Trainer Wild nachher. "Aber dann wär’s ja zu einfach gewesen, nicht?" fügte er mit einem schelmischen Lächeln hinzu.

Die Schlussphase gehörte wieder dem Mann des Abends: Locklear feuerte in der 85. und 89. Minute noch zweimal aufs Tor - als wolle er sich selbst beweisen, dass das 1:0 kein Zufall war. Fribourg kam durch Heikkinen (83.) noch einmal gefährlich vor das Tor, doch Rauch stellte klar: Heute geht hier nichts rein.

So blieb es beim knappen, aber verdienten 1:0. Ein Ergebnis, das die Statistiken bestätigt: mehr Schüsse, mehr Ballbesitz, mehr Mut. Und ein Tor, das ausgerechnet von jenem Spieler kam, der schon in der ersten Halbzeit mehrfach gescheitert war.

Im Presseraum herrschte nach Spielende die typische Mischung aus Erleichterung und Galgenhumor. "Wir haben den Ball gut laufen lassen - manchmal sogar bis zum Seitenaus", scherzte Wild, während Locklear neben ihm nur grinste. Rota hingegen atmete tief durch: "Manchmal verliert man, obwohl man nicht schlecht spielt. Heute war so ein Tag."

Vielleicht beschreibt das den Abend am besten: Fribourg war nicht schlecht, Luzern war nur ein bisschen besser - und Locklear war der Unterschied.

Ein Spiel, das keine Schlagzeilen wegen Spektakel macht, sondern wegen seiner Konsequenz. Ein Tor, ein Sieg, drei Punkte. Und ein Stadion, das nach dem Abpfiff in eine dieser stillen Zufriedenheiten fiel, die man nur kennt, wenn man weiß: Es hätte schlimmer kommen können.

Oder, wie ein Fan beim Hinausgehen murmelte, während er den Schal fester zog: "Schöner als ein 1:0 ist nur ein 2:0 - aber das heben wir uns wohl fürs nächste Mal auf."

14.09.643993 16:35
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