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Lockhart trifft spät - SC Hennef ringt Hansa Rostock nieder

Es war kein Fußballfest der feinen Künste, aber ein Abend voller Herzblut, Kampf und dieser ganz speziellen Portion Chaos, die man im Rheinland offenbar zum guten Ton zählt. Der SC Hennef besiegte am 12. Spieltag der 1. Liga Deutschland vor 17.721 Zuschauern den FC Hansa Rostock mit 1:0 - dank eines Treffers von John Lockhart in der 65. Minute. Der junge Engländer, sonst eher bekannt für seine kernigen Flankenläufe als für filigrane Ballstafetten, stand diesmal goldrichtig.

"Ich hab einfach draufgehalten. Wenn du zwanzig Mal daneben haust, muss ja irgendwann einer rein", grinste Lockhart nach Abpfiff, während er sich noch den Rasen von den Stutzen klopfte. Und er hatte recht: ganze 20 Torschüsse feuerten die Hennefer ab - Rostock brachte es auf bescheidene vier.

Dabei begann die Partie für die Gastgeber so, wie sie in Hennef oft beginnt: mit viel Ballbesitz (am Ende 57 Prozent), aber wenig Zählbarem. Schon in der ersten Minute prüfte Lockhart den Rostocker Keeper Christiano Zorrilla, und es sollte nicht das letzte Mal bleiben. Marceau, der quirlig-junge Franzose auf der linken Seite, tanzte sich mehrfach bis zur Grundlinie, fand aber meist nur das Außennetz oder Zorrillas Handschuhe. "Ich schwöre, der Ball war verflucht", fluchte Marceau später halb lachend, halb verzweifelt.

Rostock hingegen wirkte, als hätte man die lange Anreise noch in den Beinen. Trainer Marko Maniurka hatte sein Team auf "balanced" eingestellt - und das traf es auch spielerisch: nicht zu viel, nicht zu wenig, aber vor allem nicht gefährlich. Lediglich Michel Haswell sorgte in der 9. Minute mit einem Schuss über das Tor für ein kurzes Raunen im Publikum.

In der 32. Minute wurde es ruppig: Hansas Linksverteidiger Nevio Pfeifer sah Gelb, nachdem er Dominique Hayman per rustikalem Bodycheck in die Werbebande beförderte. "Ich wollte nur den Ball spielen", beteuerte Pfeifer - der Schiedsrichter sah das anders. Und als derselbe Pfeifer in der 60. Minute erneut zu spät kam, diesmal gegen Lockhart, war Feierabend: Gelb-Rot, Rostock zu zehnt.

"Das war der Knackpunkt", räumte Maniurka ein. "Danach mussten wir nur noch hoffen, dass der Himmel aufmacht und es Hagelsteine gibt." Tat er nicht. Stattdessen kam Lockhart.

In der 65. Minute kombinierten sich die Hennefer über links: Lucas Marceau dribbelte sich durch die halbe Rostocker Abwehr, legte quer - und Lockhart drosch den Ball humorlos unter die Latte. 1:0, Stadion in Ekstase. Coach Giovanni Diaco riss die Arme hoch, als hätte er gerade die Weltmeisterschaft gewonnen. "Ich hab’s ihm gesagt: einmal weniger nachdenken, einmal mehr einfach draufhalten", lachte Diaco später.

Rostock versuchte danach zwar, sich noch einmal aufzubäumen, aber mit einem Mann weniger und ohne Ideen blieb es beim Versuch. Issac Groat verletzte sich in der 84. Minute und musste raus, was die Gäste endgültig aus dem Rhythmus brachte. Sein Ersatz Jakob Bloch kam - und sah aus, als wäre er lieber woanders.

In der Schlussphase hätte Hennef noch erhöhen können. Marceau schoss in der 89. Minute knapp vorbei, und selbst Innenverteidiger Michel Mingo versuchte sich mal als Stürmer - erfolglos, aber immerhin unterhaltsam.

"Wir wollten einfach nicht verlieren, und das ist uns gelungen", fasste Rostocks Abwehrmann Sergio Forque zusammen, was man wohl als galgenhumoriges Fazit bezeichnen darf.

Die Statistiken sprachen eine deutliche Sprache: 20:4 Torschüsse, 57 Prozent Ballbesitz, mehr gewonnene Zweikämpfe. Und doch war es kein Selbstläufer. Hennef tat sich schwer, aus der Überlegenheit Kapital zu schlagen, und hätte sich in der ersten Halbzeit fast in den eigenen Ansprüchen verheddert.

Nach Abpfiff stand Diaco noch lange an der Seitenlinie, klatschte jeden seiner Spieler ab und grinste: "Das war Arbeit. Aber schöne Arbeit."

Und so endete ein Abend, der weder taktische Brillanz noch fußballerische Ästhetik bot - aber ehrlichen Kampf, eine rote Karte, und einen Helden, der genau im richtigen Moment das Richtige tat.

Man könnte sagen: Hennef hat nicht das Spiel, sondern den Willen gewonnen. Und das ist, wenn man ehrlich ist, im Abstiegskampf manchmal das Wertvollste überhaupt.

04.10.643990 08:29
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