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Last-Minute-Schock: Eintracht Völlen stiehlt Bad Urach den Punkt in der 89.

Es gibt diese Spiele, die man am liebsten ungeschehen machen würde - oder zumindest auf die 88. Minute begrenzen. Für den FV Bad Urach war der 14. Spieltag der 1. Liga Deutschland genau so ein Abend. 32.720 Zuschauer sahen in der heimischen Arena einen beherzten, aber am Ende glücklosen Auftritt ihrer Mannschaft, der in der 89. Minute durch den einzigen Treffer des Abends bitter bestraft wurde. Filip Jensen, der dänische Mittelstürmer von Eintracht Völlen, avancierte mit seinem späten Tor zum Mann des Spiels - und zum Albtraum der Uracher Hintermannschaft.

Doch fangen wir vorne an: Schon nach vier Minuten hatte Marco Stark, der bullige Stoßstürmer der Gastgeber, die erste Chance. Ein satter Schuss, der Völlens Keeper Karsten Lange kurzzeitig die Handschuhe durchglühen ließ. "Wenn der rein geht, läuft das Spiel anders", seufzte Stark später, als er sich mit Eistee und Frust im Kabinengang abkühlte.

Völlen übernahm anschließend das Kommando, mit 57 Prozent Ballbesitz und insgesamt 15 Torschüssen war die Handschrift von Trainer Dennis Hees deutlich: geduldiger Aufbau, viel über die Flügel, aber stets mit angezogener Handbremse. Das passte, denn die Taktikanalyse der Gäste zeigte: defensive Grundordnung, kein Pressing, kurze Pässe, geduldige Flügelangriffe. Man könnte sagen - die Völlener warteten, bis Bad Urach sich selbst müde gelaufen hatte.

Und tatsächlich: Nach einer halben Stunde sah man beim FV mehr lange Bälle als kombinierte Ideen. Trainer Giuseppe Spera schrie sich an der Seitenlinie die Seele aus dem Leib. "Lang, ja, aber nicht planlos!", rief er in Richtung seiner Innenverteidiger, als wieder ein Ball im Niemandsland landete. Kurz darauf kam die Gelbe Karte für Haim Sapir, den 33-jährigen Abwehrchef, der offenbar beschlossen hatte, dass man ein taktisches Foul auch mal als Statement setzen darf.

Die beste Szene der ersten Halbzeit gehörte wieder Stark, der in der 42. Minute aus spitzem Winkel abzog - knapp vorbei. Ein Raunen ging durchs Stadion, das sich allerdings bald in ein leicht genervtes Murmeln verwandelte: 0:0 zur Pause, fünf Torschüsse der Gastgeber, aber kein echter Durchbruch.

Völlen kam ruhiger aus der Kabine, spielte abwartend, wie ein Boxer, der genau weiß, dass der Gegner irgendwann die Deckung fallen lässt. Und während Urachs Frank Keller auf der linken Seite weiter für Betrieb sorgte, begann sich das Spiel zusehends in die Hälfte der Heimmannschaft zu verlagern. Ab der 60. Minute brannte Jensen auf sein Tor - er prüfte Keeper Jegor Schepelew in der 53., 83. und 89. Minute. Beim letzten Versuch war es dann so weit: Nach einem präzisen Zuspiel von Linksverteidiger Frederic Eliot zog Jensen aus zwölf Metern trocken ab - 0:1.

"Ich hab gesehen, dass der Torwart kurz gezuckt hat, also hab ich’s einfach probiert", grinste Jensen nach dem Spiel mit typisch nordischer Gelassenheit. Sein Coach Hees wirkte dagegen nüchterner: "Wir wussten, dass Bad Urach in der Schlussphase aufmacht. Dann musst du eiskalt sein. Das waren wir."

Giuseppe Spera hingegen stand nach Abpfiff noch minutenlang auf dem Rasen, die Hände in den Taschen, den Blick verloren. "Das ist Fußball", sagte er schließlich mit einem bitteren Lächeln. "Wir haben bis zum Schluss gekämpft, aber wenn du vorne nichts machst, bekommst du hinten irgendwann die Quittung."

Die Statistik sprach eine deutliche Sprache: 42,8 Prozent Ballbesitz, 45 Prozent gewonnene Zweikämpfe, nur fünf Abschlüsse aufs Tor - Bad Urach hatte Mut, aber zu wenig Präzision. Völlen dagegen agierte clever, kontrolliert und mit dem nötigen Glück des Tüchtigen.

In der Nachspielzeit versuchte Spera alles: Doppelwechsel in der 80. Minute - Xavier Tiago und Mike Klein kamen, frische Beine, frische Hoffnung. Doch mehr als ein letzter Verzweiflungsschuss von Keller sprang nicht heraus. Der Ball flog über die Latte, und irgendwo auf der Tribüne fluchte ein Fan: "Den trifft er im Training zehnmal!"

Eintracht Völlen jubelte derweil still, fast höflich. Kein ekstatisches Feiern, eher das zufriedene Nicken einer Mannschaft, die weiß, dass sie gerade einen Arbeitssieg eingefahren hat.

Zum Schluss noch ein Satz von Völlens Kapitän Lennard Stoll, der das Spiel treffend zusammenfasste: "Es war kein Leckerbissen - eher Schwarzbrot. Aber manchmal ist Schwarzbrot gesünder."

Und so blieb Bad Urach am Ende nur das, was in der Sportberichterstattung so oft bemüht wird: die berühmten "leeren Hände". Oder, wie ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions sagte: "Schön gespielt haben sie ja. Nur das mit dem Tor, das üben wir nächste Woche nochmal."

18.06.643987 14:35
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