Nemzeti Sport
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KSC Siofok dreht das Spiel: Später Doppelschlag schockt Ujpest Budapest

Es war einer dieser Abende, an denen man sich fragt, ob Fußball vielleicht doch ein kleines bisschen Magie in sich trägt - oder zumindest das, was man in Siofok dafür hält. Vor 43.500 Zuschauern im mitreißend lauten Stadion verwandelte der KSC Siofok ein scheinbar verlorenes Spiel gegen Ujpest Budapest in einen 2:1-Triumph, der in der 1. Liga Ungarn noch Gesprächsstoff bieten dürfte.

Dabei hatte zunächst alles nach einem ruhigen Abend für die Gäste ausgesehen. Ujpest, unter der Leitung von Trainer Josh Allen, dominierte im ersten Durchgang mit 53 Prozent Ballbesitz und zeigte, warum sie gern als Mannschaft der schönen Momente bezeichnet werden. Und einer dieser Momente kam in der 32. Minute, als John Primes sich ein Herz fasste. Der 31-jährige Mittelfeldmotor nahm den Ball nach einem klugen Zuspiel von Arnau Mendivil auf und jagte ihn mit einer Präzision ins Netz, die man sonst nur von Lehrvideos kennt. Keeper Ivan Breska streckte sich vergeblich. 0:1 - und die Heimfans schwiegen für einen Moment, als wäre das Flutlicht erloschen.

"Ich dachte, wir hätten das Ding im Griff", murmelte Allen später, halb grinsend, halb fassungslos. "Aber Fußball ist halt kein Schach."

Nach der Pause reagierte KSC-Trainer Kersten Rittner mit gleich drei Wechseln binnen weniger Minuten. Claude Martineau musste für Jorge Barbosa weichen, Mirko Glowacki kam für den blassen Arno Bollaert, und vorne ersetzte Dominique Corey den müden Carl Capucho. Rittner erklärte später mit einem Lächeln: "Manchmal muss man das Spiel eben umgraben, damit wieder was wächst."

Und siehe da - es begann zu blühen. Zwar verzeichnete Budapest noch einige gefährliche Abschlüsse durch den jungen Zoltan Braun und den flinken Tibor Feldmann, doch Siofok ließ sich nicht mehr aus der Ruhe bringen. In der 71. Minute fiel dann der Ausgleich: Julien Hannigan, der bis dahin eher durch seine Frisur als durch Torgefahr aufgefallen war, schob den Ball nach einem präzisen Pass von Glowacki ins lange Eck. 1:1 - und plötzlich stand das Stadion Kopf.

Nur drei Minuten später war es dann Dominique Corey, der sich in die Herzen der Fans schoss. Nach feiner Vorarbeit von Hannigan jagte er das Leder in der 74. Minute unhaltbar unter die Latte. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Corey nach dem Spiel. "Wenn du drüber nachdenkst, geht der Ball immer daneben. Also lieber gar nicht denken - das kann ich gut."

Von da an spielte nur noch Siofok. Zehn Torschüsse hatte Ujpest insgesamt, aber keiner davon brachte Breska ernsthaft ins Schwitzen. Siofok dagegen feuerte zwölfmal auf den Kasten und zeigte, dass man auch mit weniger Ballbesitz (47 Prozent) das Spiel diktieren kann - zumindest, wenn der Gegner anfängt, an sich selbst zu zweifeln.

In der Schlussphase wurde es noch einmal ruppig. Martineau, bereits ausgewechselt und offenbar zu temperamentvoll am Spielfeldrand, sah in der Nachspielzeit Gelb - ein Kuriosum, das der Schiedsrichter später mit "übermäßiger Leidenschaft" begründete. Rittner kommentierte trocken: "Besser, er kriegt Gelb jetzt als Rot nächste Woche."

Als der Schlusspfiff ertönte, lagen sich Spieler und Fans in den Armen. Der 2:1-Sieg war nicht nur verdient, sondern auch ein kleiner Befreiungsschlag in einer Saison, die für Siofok bisher eher nach grauem Mittelfeld als nach Glanzlicht aussah.

Josh Allen hingegen stapfte wortlos in die Kabine. Später, auf der Pressekonferenz, fand er dann doch ein paar Worte - lakonisch, britisch trocken: "Wir haben das Spiel verloren, weil der Gegner zwei Tore geschossen hat und wir nur eins. Das ist die Art von Analyse, die jeder versteht."

Auf der anderen Seite grinste Rittner breit. "Das war Leidenschaft pur. Und wenn man sieht, wie die Jungs nach dem 0:1 reagiert haben - das ist genau das, wofür man Trainer wird. Na ja, und vielleicht auch ein bisschen für solche Abende."

So endete ein intensives, manchmal chaotisches, aber immer unterhaltsames Spiel mit dem besseren Ende für die Gastgeber. Der KSC Siofok hat wieder gezeigt, dass man ihn auch mit dem Rücken zur Wand nicht abschreiben sollte.

Und irgendwo auf der Tribüne soll ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions gesagt haben: "Ich wollte ja nach 60 Minuten schon gehen. Zum Glück war der Bierstand so langsam." - Manchmal schreibt der Fußball seine Geschichten eben in der Warteschlange.

22.08.643993 13:02
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Als ich zuletzt Sergio in Eurosport gesehen habe, dachte ich mir auch nur: Das kann er nicht sein, da muss sich einer maskiert haben.
Rainer Calmund
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