Voetbal International
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Jungspund Cortes trifft, Angels kontern: 2:2 in Maastricht

Wenn man in Maastricht pünktlich zum Anstoß kam, hatte man schon was verpasst. Nach gerade einmal vier Minuten schlug der Ball im Netz der Veendam Angels ein - und das ausgerechnet durch Albert Cortes, 17 Jahre jung, nervenstark wie ein alter Hase. Nach einem feinen Zuspiel von Eugenius Sutphen zimmerte der Teenager den Ball ins rechte Eck. "Ich hab gar nicht nachgedacht. Vielleicht war das mein Vorteil", grinste Cortes später, als er mit noch leicht verlegenem Blick den Applaus von 32.117 Zuschauern beschrieb.

Doch die Freude währte kürzer als ein niederländischer Wintersonnenstrahl: Nur eine Minute später glich Veendam aus. Pieter Tenbrook, der bullige Linksaußen, hatte sich im Strafraum festgebissen und nutzte eine Vorlage von Agemar Tiago eiskalt. "Wir wollten zeigen, dass wir auch schnell antworten können", sagte Tenbrook. Maastricht-Trainer Rudi Carell (nein, kein Witz - der heißt wirklich so) stand da mit verschränkten Armen und murmelte: "So viel zur geordneten Defensive."

Das Spiel entwickelte sich danach zu einem munteren Schlagabtausch. Beide Teams spielten, als hätte man ihnen vorher versprochen, dass Ballbesitz keine Punkte bringt - und das war auch gut so. Maastricht hatte am Ende 51,8 Prozent Ballbesitz, Veendam 48,2. Also fast Gleichstand, nur dass die Angels ein bisschen bissiger wirkten: 12 Torschüsse gegenüber 11 der Gastgeber, und das bei leicht besserer Zweikampfquote.

In der 19. Minute wurde es kurz dramatisch: Veendams Carl Xavier musste verletzt runter, sein Ersatzmann Claudios Van Tessel kam - und verletzte sich prompt selbst. "So was hab ich in 20 Jahren Trainerleben noch nie gesehen", stöhnte Horst Zachary, der Angels-Coach, "zwei Spieler in einer Minute - das ist fast Kunst."

Nach der Pause kam Maastricht wieder besser aus der Kabine. In der 50. Minute war es Arjen Voorhees, der nach schöner Flanke von Gerard Conklin per Direktabnahme traf. Ein Tor, das man in Slow Motion gleich noch mal sehen wollte. "Ich hab einfach den Fuß hingehalten", meinte Voorhees, "und gehofft, dass er nicht auf der Tribüne landet."

Aber die Angels sind keine, die sich vom Himmel schießen lassen. Nur zwei Minuten später schlug Agemar Tiago zurück - ausgerechnet der, der beim 1:1 die Vorlage gegeben hatte. Diesmal bekam er selbst den Ball nach Vorarbeit von Carl Xavier, der trotz Blessur über links durchbrach. Tiago zog ab, und Maastrichts Keeper Thijs Ring sah den Ball erst, als er schon hinter ihm lag. 2:2 - alles wieder offen, und die Zuschauer waren nun endgültig auf Betriebstemperatur.

Danach wurde es wild und ein bisschen ruppig. In der 80. Minute holte sich Stepan Pereschogin Gelb ab, weil er Tenbrook etwas zu deutlich erklärte, dass dieser gefälligst nicht mehr an ihm vorbeilaufen solle. Zehn Minuten später sah Jouke Onderdonk auf Seiten der Angels ebenfalls Gelb - vermutlich, um die Fairnessbilanz auszugleichen. "Wenn alle brav bleiben, hat der Schiri ja auch keinen Spaß", kommentierte Maastricht-Kapitän Joao Couto süffisant.

In den letzten Minuten drängte Maastricht noch einmal. Der alte Haudegen Jelle Vanderzee prüfte in der 88. Minute den Veendam-Keeper Gerrit Sleeper mit einem satten Schuss, doch Sleeper machte seinem Namen keine Ehre - hellwach lenkte er den Ball über die Latte.

Am Ende blieb es beim 2:2 - ein Ergebnis, das beiden Teams irgendwie gerecht wurde. "Ein bisschen frustrierend", meinte Carell, "aber wenigstens hat sich das Eintrittsgeld gelohnt." Zachary konterte trocken: "Wenn wir jedes Mal so spielen, kriegen wir bald Rabattkarten fürs Nervenkostüm."

Fazit: Zwei Mannschaften, die sich nichts schenkten, ein 17-Jähriger, der spielt, als wäre er schon 27, und ein Publikum, das bestens unterhalten wurde. Fußball, wie man ihn sich wünscht - unberechenbar, lebendig, ein bisschen verrückt.

Oder, wie ein älterer Fan auf der Tribüne beim Abpfiff sagte: "So ein 2:2 ist wie holländischer Käse - nicht immer perfekt, aber voller Löcher, durch die man gern schaut."

09.12.643987 10:48
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