Nemzeti Sport
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Jugend forsch - Ujpests Nachwuchs trotzt Szombathely ein 1:1 ab

Ein kalter Februarabend in Budapest, Flutlicht, 41.929 Zuschauer, und ein 17-Jähriger, der kurzzeitig zum Helden einer ganzen Kurve wird: Ferenc Hidegkuti, kaum alt genug für den Führerschein, aber offenbar reif genug, um die Abwehr des FC Szombathely in der 6. Minute schwindelig zu spielen. Nach einem Pass des erfahrenen Jozsef Dunai jagte der Teenager den Ball trocken ins linke Eck - 1:0 für Ujpest Budapest, und das Stadion bebte, als hätte man gerade die Meisterschaft gewonnen.

"Ich hab’ einfach draufgehalten", grinste Hidegkuti später, noch mit feuchten Haaren und einem Handtuch um die Schultern. "Ehrlich gesagt, ich dachte, der Torwart steht weiter links." Ein Glück, dass er sich irrte - und dass Riley Kavanagh im Tor der Gäste tatsächlich einen Schritt zu spät kam.

Ujpest begann, als hätte Trainer Josh Allen seinen Jungs Red Bull intravenös verabreicht: offensiv, mutig, teilweise übermütig. Ganze 19 Torschüsse verzeichneten die Statistiker, und wer das Spiel sah, weiß: Das hätte auch ein 3:0 zur Pause sein können. Besonders der junge Tibor Feldmann versuchte es gefühlt alle fünf Minuten - mal über rechts, mal halb im Fallen, mal in die dritte Etage. "Ich wollte einfach zeigen, dass ich da bin", sagte Feldmann. "Leider war der Ball meistens schon wieder weg, bevor ich richtig da war."

Szombathely dagegen begann träge, fast schläfrig. Erst nach einer Viertelstunde tauchte Enrique Fernan mal gefährlich auf, dann lange nichts mehr. Der Ballbesitz sprach zwar leicht für die Gäste (53 Prozent), aber das war eher der Kategorie "uninspiriertes Hin-und-Her-Schieben" zuzuordnen. Trainer Josh Allen kommentierte das trocken: "Statistiken sind wie Schönwetterberichte - schön zu lesen, aber selten wahr."

Zur Pause stand es 1:0, und die Ujpest-Fans sangen sich warm. Doch der zweite Durchgang brachte das, was Fußball so grausam schön macht: den Ausgleich aus dem Nichts. In der 59. Minute marschierte Szombathelys Linksverteidiger Jelle Conklin die Linie entlang, spielte Doppelpass mit Routinier Roberto Morais - und plötzlich lag der Ball im Netz. 1:1. Der erste ernsthafte Schuss der Gäste, der zweite aufs Tor, und sofort drin. "Das war eine dieser Szenen, wo du als Trainer einfach nur den Kopf schüttelst", seufzte Allen später. "Wir hatten das Spiel im Griff, und dann trifft der linke Verteidiger - ausgerechnet der!"

Ujpest schüttelte sich kurz, reagierte mit Wut im Bauch, aber ohne Glück. Hidegkuti humpelte nach 66 Minuten verletzt vom Platz - ein Stich ins Herz der Fans. "Nichts Schlimmes, nur eine Prellung", versicherte er nach Abpfiff tapfer. Sein Trainer nickte: "Vielleicht ist das die einzige Situation, in der er wirklich 17 aussieht."

Danach war es ein Spiel auf ein Tor - das von Szombathely. György Weisz, Innenverteidiger mit Offensivdrang, prüfte Keeper Kavanagh gleich dreimal (75., 88., 92.), doch der blieb stoisch. Feldmann kassierte in der 87. Minute noch Gelb - wohl aus Frust, als er erneut an einem Abwehrbein scheiterte. Und selbst der sonst so disziplinierte Linksverteidiger Mihai Mihali sah Gelb (80.), vermutlich, weil er es wagte, mal wieder Zweikampfintensität zu zeigen.

Am Ende stand ein 1:1, das sich für Ujpest anfühlte wie eine Niederlage - und für die Gäste wie ein Lottogewinn. "Wir haben das Maximum rausgeholt", grinste Szombathelys Torschütze Conklin. "Und ich kann jetzt sagen, ich habe in Budapest getroffen - das erzähle ich meinen Enkeln."

Statistisch gesehen war Ujpest klar überlegen: 19:3 Torschüsse, 58 Prozent gewonnene Zweikämpfe, und eine Sturmreihe, die vor Spielfreude sprühte. Nur das Ergebnis passte nicht ins Bild. Vielleicht lag es an der Routine der Gäste, vielleicht am Unvermögen, den Sack zuzumachen.

Als die Spieler vom Platz gingen, applaudierte das Publikum trotzdem. Ein alter Fan auf der Tribüne brachte es auf den Punkt: "Die Jungs spielen wieder Fußball, keinen Angsthasenball. Das ist mehr wert als zwei Punkte."

Und Trainer Allen? Der lächelte müde, zog die Mütze tiefer ins Gesicht und murmelte: "Wenn wir so weiterspielen, werden wir bald belohnt. Nur bitte nicht wieder in der 59. Minute."

Ein 1:1, das mehr Geschichten erzählte, als das Ergebnis verrät - voller jugendlichem Überschwang, ungenutzter Chancen und einem Hauch von ungarischer Tragikomödie. Der Fußball, er bleibt eben der beste Dramatiker.

06.08.643990 00:41
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