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Ivana schockt Bratislava - Zlate Moravce gewinnt dank frühem Treffer

Es war gerade einmal die fünfte Spielminute, da herrschte im Stadion von Raca Bratislava gespenstische Stille. 30.615 Zuschauer sahen fassungslos zu, wie der 19-jährige Karol Ivana von Zlate Moravce den Ball ins Netz hämmerte - 0:1, und das sollte es bleiben. "Ich dachte, ich träume", grinste der junge Stürmer nach dem Spiel, als hätte er gerade den Jackpot geknackt. Sein Trainer dagegen nickte nur trocken: "Wir wollten ruhig bleiben, und das hat funktioniert." Ruhig - ein Wort, das man in Bratislava an diesem Abend kaum gebrauchen konnte.

Das Spiel des 33. Spieltags der 1. Liga Slowakei begann mit einem Paukenschlag, und Raca Bratislava brauchte eine halbe Stunde, um den Schock zu verdauen. Die Hausherren hatten mehr Ballbesitz (54,5 Prozent) und feuerten gleich 17 Torschüsse ab - doch wie verhext wollte der Ball nicht über die Linie. "Manchmal ist das Tor einfach zu klein", murmelte Racas Trainer, während er seine Notizen zerknüllte.

Der frühe Rückstand entstand auf denkbar bittere Weise: Nach einem Pass von Milan Jendrisek landete der Ball bei Ivana, der sich von links in die Mitte zog und aus 16 Metern abzog. Racas Torhüter Daniel Custov streckte sich vergeblich - und verletzte sich bei der Aktion offenbar leicht. 28 Minuten später musste er ausgewechselt werden. Ersatzmann Jozef Svento stand plötzlich im Rampenlicht, während Custov mit bandagiertem Knie auf der Bank saß. "Ich wollte den Ball noch kriegen", flüsterte er später, "aber Ivana schießt, als hätte er Raketen im Schuh."

Danach rannten die Gastgeber an, als ginge es um die Meisterschaft - was bei genauerem Hinsehen wohl nicht der Fall war, aber so sah es aus. Robert Nemeth prüfte den Gästekeeper Karoly Koplarovics gleich mehrfach (10., 49., 59., 60., 78., 87.), Jozef Labant, der erst 17-jährige Mittelfeldspieler, donnerte aus allen Lagen drauf. Selbst der sonst so bedächtige Luís Herrero versuchte es mit einem Fallrückzieher, der allerdings mehr Staub als Gefahr aufwirbelte.

Zlate Moravce hielt dagegen, ohne sich zu verstecken. Ihr Plan? Früher Treffer, dann Beton anrühren. Und das machten sie mit einer stoischen Gelassenheit, die fast schon unverschämt wirkte. "Wir haben einfach die Mitte dichtgemacht", erklärte Routinier Jan Labant (33), der hinten alles abräumte, was sich bewegte. "Und wenn’s brenzlig wurde, haben wir einfach den Ball rausgedroschen. Oldschool, aber effektiv."

In der 33. Minute stockte den Heimfans erneut der Atem - nicht wegen eines Gegentreffers, sondern wegen Custovs Verletzung. Als Svento zwischen die Pfosten ging, rief ein Zuschauer: "Na, vielleicht hält der wenigstens die Null!" Ironischerweise tat er genau das - allerdings auf der falschen Seite der Anzeigetafel.

Die zweite Halbzeit wurde zur One-Man-Show von Bratislava: Angriff um Angriff rollte, Schuss um Schuss zischte vorbei. In der 74. Minute sah Maurice Gaudin Gelb, nachdem er einen Konter taktisch stoppte. "Ich wollte nur den Rasen testen", witzelte er später. Kurz darauf erwischte es auch Jozef Dobias von Moravce - Gelb für ein rustikales Einsteigen, das die Tribüne mit einem kollektiven "Uff!" kommentierte.

In der 78. Minute lag plötzlich Mario Greca von Moravce verletzt am Boden, musste raus, und Dobias rückte in die Mitte. "Ich wusste gar nicht, dass ich Rechtsaußen spielen kann", scherzte der Verteidiger nach dem Abpfiff. Trainer und Mitspieler lachten - sie wussten, dass sie diesen Abend nicht vergessen würden.

Die Schlussphase glich dann einem wilden Belagerungszustand. Bratislava drückte, Nemeth traf Latte, Pfosten und Koplarovics gleichermaßen - nur eben nicht ins Tor. "Wir hätten noch drei Stunden spielen können", meinte der frustrierte Stürmer, "und er hätte trotzdem alles gehalten." Und tatsächlich: Der 33-jährige Gästetorwart zeigte Paraden, die ihn in der Pause wohl selbst überrascht haben dürften.

Als Schiedsrichter Mraz in der 94. Minute abpfiff, sank Ivana auf die Knie, Svento schlug wütend den Ball in die Nacht, und die Fans verabschiedeten ihre Mannschaft mit höflichem, aber resigniertem Applaus. "Das war ein gebrauchter Abend", fasste Bratislavas Coach zusammen. "Wir haben alles probiert, aber wenn du vorne nicht triffst, hilft dir auch 55 Prozent Ballbesitz nichts."

Zlate Moravce dagegen feierte ausgelassen. Ivana wurde von seinen Mitspielern auf die Schultern gehoben, Jendrisek grinste breit: "Ich hab ihm gesagt, schieß einfach drauf - und er hat’s wörtlich genommen." Ein Tor, drei Punkte, und eine Geschichte, die der 19-Jährige wohl noch seinen Enkeln erzählen wird.

Und Bratislava? Nun, die werden sich an dieses Spiel wohl nur erinnern, wenn sie mal wieder erklären müssen, wie man 17 Torschüsse abgeben und trotzdem 0:1 verlieren kann. Fußball, dieser alte Schelm, hat eben seinen eigenen Humor.

01.07.2026 21:10
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Der sagt zu allem irgendwas. Stoßen in Tschechien zwei Spieler mit dem Kopf zusammen, weiß er, dass das in Leverkusen 1934 auch schon passiert ist.
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