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Hennef zittert sich ins Glück - 8:7 gegen Eschborn nach Elfmeterkrimi

Es war schon längst dunkel über Hennef, als der Pokalabend nach 126 Minuten und gefühlt 500 Herzinfarkten endlich entschieden war. Der SC Hennef siegte in der 1. Runde des Pokals mit 8:7 (2:1) nach Elfmeterschießen gegen den 1. FC Eschborn - ein Spiel, das alles hatte: Tore, Karten, eine Gelb-Rote, Drama, und einen jungen Helden namens Jürgen Petersen.

Dabei hatte alles recht gemütlich begonnen - die fast 36.000 Zuschauer im Stadion erwarteten einen soliden Pokalabend, vielleicht mit ein bisschen Spannung, aber sicher nicht mit Blutdruckwerten jenseits der Vernunft. Doch schon in der 7. Minute sah Eschborns Bernt Geier Gelb - und ahnte wohl nicht, dass es nicht seine letzte Farbe des Abends sein würde.

Der Rest der ersten Halbzeit war Fußball pur: Fernando Antonio brachte Eschborn in der 21. Minute nach einem feinen Zuspiel von Thalis Ardizoglou in Führung. Der Brasilianer jubelte noch, als Hennef plötzlich zurückschlug - und wie! Innerhalb von zwei Minuten drehten die Gastgeber das Ding: Erst traf Linksverteidiger Eric Neville (27.) nach Vorarbeit von Krzysztof Kosecki, dann legte David Kern (28.) mit einem wuchtigen Abschluss nach. Trainer Giovanni Diaco grinste später: "Ich hab’ Eric noch nie so weit vorne gesehen. Vielleicht sollte ich ihm öfter sagen, er ist eigentlich Stürmer."

Eschborn kam wütend aus der Kabine, Hennef hielt mit beherztem Offensivspiel dagegen. Alberte Lauritsen, der bullige Mittelstürmer, erhöhte in der 52. Minute nach Vorlage von Ewan MacDuff auf 3:1 - dachte man. Doch Schiedsrichterin Klein winkte ab: Abseits. Nur vier Minuten später schoss Lauritsen den Ball mit so viel Wucht an den Pfosten, dass der Torrahmen vibrierte wie eine Gitarrensaite.

Eschborn ließ sich nicht hängen. Trotz vier Gelben Karten und der Gelb-Roten gegen Bernt Geier (72.) spielten sie weiter auf Sieg. "Mit zehn Mann haben wir besser kombiniert als mit elf", knurrte Trainer Yas Sin später, halb trotzig, halb stolz. Und tatsächlich: Tomasz Buchholz verkürzte in der 85. Minute nach feiner Vorlage von Ardizoglou auf 2:2, und als die Nachspielzeit schon lief, schlich sich Jacob Holz (90.) nach Pass von Antonio durch die Abwehr und traf - 2:3!

Die Eschborner Bank jubelte wie entfesselt, Hennef stand unter Schock. Doch dann kam die Nachspielzeit der Nachspielzeit, und Hennef bewies Moral. In der 110. Minute erzielte der eingewechselte Jürgen Petersen, 22 Jahre jung und nervenstark wie ein Chirurg, den Ausgleich - 3:3! "Ich hab gar nicht gesehen, dass er drin war", lachte Petersen später. "Ich hab einfach geschossen, weil mir kalt war."

Doch auch das war noch nicht das Ende dieses Pokaldramas. In der 116. Minute brachte Xavier Ximenis Eschborn erneut in Führung, nachdem Lucas Cascarino den Ball klug durchgesteckt hatte. 3:4 - und viele Fans dachten, das war’s. Aber Hennef weigerte sich, zu sterben - sinnbildlich natürlich. Das Elfmeterschießen musste entscheiden.

Was dann folgte, war nichts für schwache Nerven. Ivica Dukic verschoss gleich den ersten Versuch, Fernando Antonio tat es ihm nach. Danach trafen Petersen, Hayman, MacDuff und Lauritsen für Hennef. Für Eschborn verwandelten Mayr, Ardizoglou und Ledig - bis Jacob Holz antrat und den Ball in den Nachthimmel von Hennef jagte.

"Ich hab ihn noch fliegen sehen", grinste Hennefs Keeper Noe Carreras, der sich auf den Rasen warf, als der Ball über die Latte ging. "Da wusste ich: Das ist unser Abend."

Trainer Giovanni Diaco, heiser vom Schreien, fasste zusammen: "Das war kein Fußballspiel, das war eine emotionale Berg- und Talfahrt. Aber genau dafür liebt man diesen Wettbewerb." Sein Gegenüber Yas Sin seufzte: "Wir waren nah dran. Aber wahrscheinlich war das Drehbuch schon geschrieben - nur hat’s keiner mitgelesen."

Die Statistik spricht übrigens eine andere Sprache: 18 Torschüsse Eschborn, 11 von Hennef, Ballbesitz 52 zu 48 Prozent - aber eben auch 8:7 nach Elfmetern. Und das ist die einzige Zahl, die am Ende zählt.

Ein Pokalabend, der in Hennef sicher noch lange erzählt wird. Vielleicht mit leicht ausgeschmückten Details, vielleicht mit noch mehr Heldengeschichten. Aber eines steht fest: Wer an diesem Abend im Stadion war, wird wissen, dass Fußball manchmal kein Spiel ist - sondern ein Abenteuer mit elf Protagonisten und einem sehr launischen Drehbuchautor.

08.01.643994 15:23
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