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Heerenveen fegt Eindhoven mit 4:0 aus dem Pokal

Manchmal braucht es kein Lehrbuch, um Fußball zu verstehen - ein Blick auf den Rasen genügt. Der FC Heerenveen zeigte am Freitagabend im Pokalspiel gegen PVC Eindhoven, was passiert, wenn Offensive auf Inspiration trifft und der Gegner kollektiv den Stecker zieht. 59.625 Zuschauer im Abe-Lenstra-Stadion sahen eine Gala der Hausherren, die den Gästen beim 4:0 (2:0) nicht den Hauch einer Chance ließen.

Schon nach zwei Minuten hätte Schiedsrichter de Vries eigentlich ein Zeichen setzen können: Heerenveens Rechtsverteidiger Domenico Maida grätschte rustikal in den Ball - und auch ein wenig in den Gegner. Gelb, frühes Ausrufezeichen, und vielleicht auch eine Warnung an den Rest: Heute wird’s kernig. "Ich wollte nur zeigen, dass wir wach sind", grinste Maida nach dem Spiel, als wäre nichts gewesen.

Wach war Heerenveen in der Tat. Nach einer kurzen Abtastphase übernahm das Team von Trainer Adam Kramer das Kommando. In der 15. Minute servierte Rutger Wyman von der rechten Seite eine butterweiche Flanke, Pal Huszti nahm sie direkt - zack, 1:0. Ein Tor wie aus dem Lehrbuch, nur dass vermutlich kein Lehrbuch beschreibt, wie man so elegant den Ball ins lange Eck streichelt. "Ich hab einfach draufgehalten", sagte Huszti trocken, "und gehofft, dass er nicht ins Parkhaus fliegt."

Acht Minuten später folgte die nächste Vorstellung derselben Sorte. Wieder kam die Vorarbeit von Wyman, diesmal fand sein Pass den tschechischen Mittelstürmer Filip Krejci, der humorlos aus zwölf Metern vollendete. 2:0 - und PVC Eindhoven wirkte bereits zu diesem Zeitpunkt so geordnet wie ein Wäschekorb nach dem Derby. Trainer Markus Frey versuchte von der Seitenlinie aus, seine Mannschaft wachzurütteln, doch seine Gesten wirkten eher wie ein verzweifelter Versuch, ein Orchester ohne Instrumente zu dirigieren.

Eindhoven kam immerhin zu einigen zaghaften Abschlüssen - sieben Torschüsse standen am Ende auf dem Statistikzettel - aber keiner davon brachte Heerenveens Torhüter Gerard Van Keuren ernsthaft in Verlegenheit. Einmal, in der 41. Minute, musste er tauchen, doch der Ball von Jelle Landseer war mehr Rückpass als Rakete.

Nach der Pause änderte sich am Kräfteverhältnis nichts. Heerenveen blieb offensiv, Eindhoven blieb höflich distanziert. In der 52. Minute setzte Harold De Groot den nächsten Glanzpunkt: Krejci legte quer, De Groot nahm Maß und versenkte den Ball flach ins rechte Eck - 3:0. "Ich dachte, das war abseits", witzelte De Groot später, "aber da stand ja gar keiner mehr."

Eindhovens Abwehr versuchte nun, noch halbwegs Haltung zu bewahren. Gelb sahen sie trotzdem reihenweise: Van Schoonhoven (37.), Van Dyck (71.) und Deroeck (76.) sammelten Verwarnungen wie Panini-Bilder. "Wir wollten zeigen, dass wir nicht kampflos untergehen", meinte Frey, "leider haben wir dabei mehr den Rasen als den Ball getroffen."

Der Schlusspunkt gehörte erneut Harold De Groot. In der 82. Minute nahm er einen weiten Ball von Innenverteidiger Hanson Van Keuren auf, tanzte den jungen Verteidiger Van Dyck aus und schob lässig ein - 4:0. Das Stadion stand Kopf, während Eindhoven kollektiv den Blick zum Schlusspfiff suchte. "Das war heute ein Statement", sagte Heerenveens Trainer Kramer nach dem Spiel. "Wir wollten zeigen, dass wir nicht nur Ballbesitz, sondern auch Tore können." Tatsächlich war die Bilanz beeindruckend: 23 Torschüsse, 50,3 Prozent Ballbesitz und eine Zweikampfquote von über 54 Prozent - Zahlen, die so klar sind, dass sie fast langweilig wirken.

Eindhoven hingegen hatte den Ball fast genauso oft, wusste aber wenig damit anzufangen. Der Versuch, "balanciert" aufzutreten, wie Trainer Frey es nannte, wirkte gegen Heerenveens offensive Wucht wie eine Diät gegen ein All-you-can-eat-Buffet. Nach dem Abpfiff tröstete Frey seine Spieler mit einem Schulterklopfen und den Worten: "Immerhin haben wir die vierte Halbzeit gewonnen - die auf dem Heimweg."

Heerenveen hingegen darf weiter vom Pokal träumen. Mit dieser Spielfreude und Effizienz - und einem Harold De Groot in Tormodus - scheint alles möglich. Oder, wie Kapitän Krejci lächelnd sagte: "Wenn wir so weiterspielen, brauchen wir bald ein größeres Pokalregal."

Und die Fans? Die gingen singend nach Hause - nicht, weil sie mussten, sondern weil sie es konnten.

11.07.643987 13:03
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Wenn ich heute Kapitän bin und das Schiff sinkt, alle müssen helfen, dann kann doch der Koch nicht kommen und sagen: 'Ich kann nur die Bratpfanne halten.'
Otto Rehhagel
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