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Hannover stürmt sich zum 5:0 - Beuel erlebt einen Abend zum Vergessen

Wenn ein Spiel nach 20 Minuten wirkt, als könne man den Ball auch gleich dauerhaft im Strafraum des Gegners deponieren, dann weiß man: Hannover hat Heimspiel. Und genau so kam es an diesem lauen Märzabend vor 43.500 Zuschauern in der HDI-Arena. Die Niedersachsen fegten Aufsteiger SV Beuel mit 5:0 vom Platz - und hätten bei etwas mehr Lust auf Präzision wohl noch den ein oder anderen Treffer draufgelegt.

Schon nach fünf Minuten schallte der erste Torjubel durchs Stadion. Lukas Penicka, Hannovers wieselflinker Rechtsaußen, verwertete eine butterweiche Flanke von Henrich Hlinka - 1:0. "Ich hab ihn einfach blind reingeschlagen, weil Lukas da immer steht", grinste Hlinka später. Beuel-Trainer René Kuhl sah da schon das Unheil kommen. "Wir wollten eigentlich erstmal sicher stehen. Das hat exakt vier Minuten funktioniert."

Danach rollte Angriff auf Angriff. Mike Christ prüfte den Beueler Keeper Herbert Dahlstrom gleich mehrfach - und traf schließlich kurz vor der Pause (42.) nach Vorlage von Linksverteidiger Spiridon Tertyschny. 2:0, und die Partie war praktisch entschieden. "Ich wusste gar nicht, dass Tertyschny so einen Pass spielen kann", frotzelte Christ nach dem Spiel, "vielleicht sollte er öfter vorne mitmischen."

Die Halbzeitbilanz: Hannover 10 Torschüsse, Beuel 0. Der Ballbesitz lag mit 53 Prozent zwar nur leicht zugunsten der Gastgeber, doch das war eine dieser Statistiken, die den wahren Spielverlauf schlecht abbilden. Beuel hatte den Ball nur, wenn Hannover kurz durchatmen wollte.

Nach dem Seitenwechsel ging es weiter im gleichen Takt. Eric Lefebvre, der zur Pause für Hlinka gekommen war, meldete sich mit einem Traumtor aus 20 Metern an (58.). "Ich wollte eigentlich flanken", gab der Franzose schmunzelnd zu, "aber Tor ist Tor." Trainer Daniel Dietrich klopfte ihm danach auf die Schulter und meinte trocken: "Dann flank doch bitte weiterhin so."

Beuel mühte sich - allen voran Jorge Quaresma, der mit einem satten Schuss in der 52. Minute wenigstens für ein Lebenszeichen sorgte. Torwart Oscar Warriner musste tatsächlich einmal hinabtauchen. Es blieb bei diesem einen Glanzmoment der Gäste.

In der 73. Minute machte Lefebvre endgültig alles klar: Nach klugem Zuspiel von Georges Carriere schob er eiskalt ein - 4:0. Die Beueler Abwehr stand da schon eher wie eine offene Schwingtür. "Da war dann auch die Luft raus", sagte Kuhl später resigniert. "Wir hatten gehofft, Hannover würde irgendwann Mitleid kriegen. Haben sie aber nicht."

Im Gegenteil: In der 88. Minute krönte Penicka seinen Abend mit dem 5:0, diesmal nach uneigennützigem Querpass von Mike Christ. "Ich wollte eigentlich selbst schießen", gab Christ zu, "aber Lukas hat so nett geschaut."

Die letzten Minuten waren eine Mischung aus Schaulaufen und Mitleid. Hannover tauschte noch durch - Maniche kam für den verwarnten Saint-Pierre, Carriere durfte für Grigorenko Platz machen - und spielte die Partie locker zu Ende. Beuel brachte noch zwei frische Kräfte, aber weder Pascal Charpentier noch Leandro Rodrigo konnten das Debakel abmildern.

Am Ende standen 19:5 Torschüsse, 56 Prozent gewonnene Zweikämpfe und ein Publikum, das sich zufrieden zurücklehnte. Dietrich war entsprechend gelöst: "Das war ein Auftakt nach Maß. Wir haben gezeigt, dass wir Tore schießen können. Vielleicht sogar zu viele für den ersten Spieltag."

Sein Kollege Kuhl nahm es mit Galgenhumor: "Wenn man fünf Stück kriegt, weiß man wenigstens, woran man ist. Nächste Woche fangen wir dann bei null an - hoffentlich auch beim Gegentor."

So blieb der Abend einer, an dem Hannover seine Offensivlust zelebrierte und Beuel Lehrgeld zahlte. Die Fans verließen das Stadion mit einem breiten Grinsen und der Gewissheit, dass ihr Team bereit ist für eine große Saison.

Und irgendwo auf der Rückfahrt nach Bonn saß René Kuhl vermutlich still da und dachte: "Vielleicht hätten wir doch ein bisschen Pressing üben sollen."

11.11.643993 15:23
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