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Hannover schießt Rohrbach in die Realität zurück

Ein kalter Freitagabend in Rohrbach, Flutlicht, 42.072 Zuschauer - und am Ende ein Spiel, das den Gastgebern noch eine Weile in den Knochen stecken dürfte. Hannover siegte beim SV Rohrbach mit 2:0 (1:0) und machte dabei genau das, was man von einer routinierten Auswärtsmannschaft erwartet: früh dominieren, spät nachlegen, nie die Kontrolle verlieren. Rohrbach dagegen? Viel Wille, wenig Wirkung - und das Gefühl, dass man an diesem Abend auch mit einem zweiten Ball auf dem Platz kein Tor erzielt hätte.

Von Beginn an übernahm Hannover die Initiative. Schon in der dritten Minute prüfte Aldo Locatelli den Rohrbacher Keeper Heinz Heise mit einem wuchtigen Rechtsschuss - Heise klärte spektakulär, und die Heimfans schöpften kurz Hoffnung. Zwei Minuten später Locatelli wieder, diesmal drüber. "Ich dachte, wenn ich’s oft genug probiere, geht irgendwann einer rein", grinste der Italiener nach dem Spiel. Spoiler: Tat er nicht. Dafür sorgten andere.

In der 32. Minute setzte sich Viktor Breschnew auf der rechten Außenbahn kraftvoll durch, flankte halbhoch in den Strafraum, wo Joel Kilbane stand, als hätte er sich schon beim Anpfiff dorthin einbuddeln lassen. Mit der Ruhe eines erfahrenen Mittelstürmers nahm der 33-Jährige den Ball an und schob ihn aus zwölf Metern flach ins linke Eck - 0:1. Jubel im Gästeblock, Schweigen auf der Gegengerade. Trainer Maik Kuntz warf die Hände in die Luft, murmelte etwas, das nicht druckreif war.

"Wir wollten mutig sein, aber wir haben uns zu oft hinten rein drängen lassen", erklärte Kuntz später - und klang dabei wie ein Mann, der weiß, dass Mut ohne Ballbesitz nur bedingt funktioniert. Tatsächlich hatte Rohrbach am Ende 47 Prozent Ballbesitz, aber nur vier Torschüsse. Hannover dagegen feuerte 19-mal - ein Verhältnis, das alles über das Kräfteverhältnis sagt.

Die zweite Halbzeit begann, wie die erste aufgehört hatte: mit Hannover am Drücker. Henrich Hlinka, der linke Stürmer der Gäste, drehte auf und prüfte Heise mehrfach. In der 55. Minute zischte sein Schuss knapp vorbei, in der 75. dann das verdiente 0:2: Wieder Breschnew als Vorbereiter, wieder eine Flanke von rechts, diesmal traf Hlinka per Kopf. "Ich hab’ einfach die Augen zu und den Kopf hin", sagte er später lachend. "Wenn’s läuft, läuft’s."

Rohrbach versuchte zu reagieren. Kuntz brachte den jungen Carl Rodriguez und später den erst 17-jährigen Bradley Barcola. "Ich wollte frischen Wind", meinte der Trainer. Der Wind blieb allerdings eher lauwarm. Ein Distanzschuss von Tom Berndt in der 65. Minute war noch das Mutigste, was die Hausherren zustande brachten.

Hannover spielte die Partie souverän herunter, auch wenn die Gelben Karten gegen Max McGee (12.) und Damir Komljenovic (81.) ein bisschen Würze ins Spiel brachten. Komljenovic winkte nach seiner Verwarnung noch charmant in Richtung Schiedsrichter und rief: "War doch nix!" - worauf der Unparteiische trocken antwortete: "Doch, das war was."

Die letzten Minuten waren Schaulaufen. Hannover-Coach Daniel Dietrich wechselte defensiv, brachte in der Schlussphase Bernardo Ochoa und Maximilian Schwab, um die Null zu sichern. "Wir wollten es sauber zu Ende bringen", erklärte Dietrich später. "Und ehrlich: Viel sauberer wird’s nicht."

Während die Gäste jubelten, standen die Rohrbacher Spieler ratlos auf dem Rasen. Kapitän Robert Ledig, der im Mittelfeld unermüdlich lief, sagte: "Hannover war einfach cleverer. Wir haben versucht, mitzuspielen, aber sie haben uns ausgespielt."

Ein Spiel, das den Unterschied zwischen einer Mannschaft in der oberen Tabellenhälfte und einem Team im Abstiegskampf eindrucksvoll zeigte. Hannover hatte mehr Ideen, mehr Präzision, mehr Geduld. Rohrbach hatte vor allem - Herz. Aber das allein reicht in der 1. Liga selten.

Zum Schluss noch eine Szene, die sinnbildlich war: In der Nachspielzeit (90.+2) versuchte Hlinka noch einmal einen Schlenzer - Heise flog, faustete den Ball raus, schüttelte den Kopf und rief: "Nicht mit mir!" Ein bisschen Trotz darf sein.

Fazit: Hannover gewinnt verdient 2:0, Rohrbach bleibt ohne Tor und mit vielen Fragen. Dietrich sagte zum Abschied: "Wir haben’s ordentlich gemacht, aber wir wissen: Das war kein Spaziergang." Für Rohrbach bleibt die Erkenntnis: Wer 19 Schüsse zulässt, darf sich nicht wundern, wenn zwei davon sitzen.

Oder, wie es ein Fan auf der Tribüne trocken formulierte: "Das war heute Lehrstunde mit praktischen Übungen."

30.06.643987 07:34
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Im Fußball ist es wie im Eiskunstlauf - wer die meisten Tore schießt, der gewinnt.
Rainer Calmund
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