Sportecho
+++ Sportzeitung für Deutschland +++

Hannover erkämpft sich ein 2:2 gegen mutige Eschborner

Es war ein kalter Februarabend in Hannover, aber 43.500 Zuschauer hatten den Weg ins Stadion gefunden - und sie wurden nicht enttäuscht. Beim 2:2 gegen den 1. FC Eschborn bekamen sie alles geboten, was ein Fußballspiel zu bieten hat: frühe Gelbe Karten, wilde Torschüsse, Jubel, Verzweiflung - und am Ende eine Punkteteilung, die beiden Seiten irgendwie gerecht wurde, aber niemanden so richtig glücklich machte.

Schon nach fünf Minuten brannte die Luft. Hannovers Mittelstürmer Mike Christ sah Gelb, als er nach einem verunglückten Pressschlag gleich noch den Schiedsrichter mit bösem Blick bedachte. "Ich wollte nur den Ball treffen", sagte er später mit einem Schulterzucken. "Dass der Schiri im Weg stand, war Pech." Die Eschborner konterten prompt - im wahrsten Sinne des Wortes. Trainer Yas Sin hatte seine Jungs auf schnelles Umschalten eingestellt, und das funktionierte: In der 15. Minute schickte Rechtsaußen Jacob Holz den Ball flach in die Mitte, wo Bernt Geier lauerte und trocken zum 0:1 einschob.

"Da waren wir noch im Halbschlaf", knurrte Hannovers Trainer Daniel Dietrich nach der Partie. "Ich hätte mir gewünscht, dass wenigstens einer meiner Verteidiger merkt, dass ein Spiel schon begonnen hat." In der Folge drückten die Niedersachsen, aber Eschborn stand kompakt, bissig und lauerte auf jeden Fehler. Die Ballbesitzstatistik sprach mit 54 Prozent sogar für die Gäste, die ihre Kontertaktik mit erstaunlicher Ruhe ausspielten.

Doch Hannover wäre nicht Hannover, wenn sie nicht wenigstens einmal das Herz in beide Hände nehmen würden. Gleich nach Wiederbeginn, in der 50. Minute, schlug die Stunde von Lukas Penicka. Nach einem präzisen Pass von Linksverteidiger Spiridon Tertyschny zog der Rechtsaußen humorlos ab - und das Netz zitterte. 1:1, das Stadion explodierte. Penicka riss die Arme hoch, grinste breit und rief Richtung Trainerbank: "Ich hab’s euch doch gesagt!"

Jetzt lief es bei den Roten. Zehn Minuten später, die Eschborner noch im kollektiven Ärger über den Ausgleich, kam die nächste kalte Dusche. Eric Lefebvre, sonst eher als Schönspieler verschrien, nahm sich aus 18 Metern ein Herz und drosch den Ball nach Vorlage von Mason Saint-Pierre in den Winkel. 2:1 - Spiel gedreht, und Hannover hatte plötzlich die Oberhand. "Da dachte ich, das packen wir", erzählte Dietrich später. "Aber dann fiel mir ein: Wir sind Hannover."

Und tatsächlich, die Ironie des Schicksals ließ nicht lange auf sich warten. In der 70. Minute zeigte Eschborns Stürmer Tomasz Buchholz, dass auch er einen Hammer im linken Fuß hat. Nach einer feinen Ablage von Jacob Holz traf er zum 2:2-Ausgleich. Die 500 mitgereisten Fans aus Hessen machten Lärm wie eine Rockband auf Tournee.

Die Schlussphase war wild. Beide Teams suchten den Sieg, beide Keeper - Ernesto Manuel auf Hannovers Seite und Logan Cochran bei Eschborn - retteten mehrfach in letzter Sekunde. Penicka wirbelte bis zur 93. Minute, schoss gefühlt siebenmal aufs Tor (es waren tatsächlich sechs), aber der Ball wollte einfach nicht mehr rein.

Eschborns Trainer Yas Sin grinste nach dem Abpfiff verschmitzt: "Wir wollten Hannover ärgern - und das haben wir geschafft. Wenn man hier zwei Tore schießt, darf man zufrieden sein." Sein Kollege Dietrich hingegen sprach von "zwei verlorenen Punkten" und einem Spiel, "das man in der zweiten Halbzeit einfach nach Hause bringen muss".

Statistisch endete das Duell ausgeglichen: Beide Teams mit 14 Schüssen aufs Tor, Tacklingquote fast identisch, Eschborn mit etwas mehr Ballbesitz. Es war ein Spiel der kleinen Unterschiede - und der großen Emotionen.

Besonders bemerkenswert war die taktische Disziplin der Gäste. Während Hannover bis zum Schluss offensiv blieb und kaum pressen wollte, setzte Eschborn auf kontrollierte Aggressivität, mal mit Pressing, mal mit langen Bällen. "Wir haben unser Ding durchgezogen", meinte Doppeltorschützen-Vorbereiter Holz, "auch wenn mir am Ende fast die Lunge geplatzt ist."

In der Nachspielzeit brachte Dietrich noch frische Beine: Georges Carriere für den müden Grigorenko. Doch der finale Ansturm verpuffte. Statt Sieg gab’s nur Applaus - und ein Pfeifkonzert für den Schiedsrichter, der mit seinen Gelben Karten (vier an der Zahl) wohl die wärmste Farbe des Abends gefunden hatte.

Am Ende blieb es beim 2:2, einem gerechten, aber unbefriedigenden Ergebnis. Hannover ärgert sich über verpasste Chancen, Eschborn feiert einen Punkt wie einen Sieg. Und irgendwo zwischen den Trainerbänken schüttelten zwei Männer die Köpfe - aus unterschiedlichen Gründen, aber mit demselben Gedanken: Dieses Spiel hätte in jede Richtung kippen können.

Oder wie Penicka beim Rausgehen murmelte: "Wenn Fußball einfach wäre, hieße es Handball."

19.11.643990 14:08
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Aus der Ferne betrachtet ist es alles nur eine Frage der Distanz.
Klaus Toppmöller
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager