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Germania Ilmenau schockt Hordel - Pokalträume platzen mit Pauken und Trompeten

42.250 Zuschauer im Hordeler Stadion, Flutlicht, Pokal - mehr Fußball geht kaum. Nur leider vergaß TuS Hordel gestern Abend, die passende Portion Glück einzupacken. Germania Ilmenau hingegen kam mit scharfen Schuhen und noch schärferen Pässen: 3:1 hieß es am Ende verdient für die Gäste, die mit jugendlichem Elan und taktischer Disziplin den Favoriten aus dem Wettbewerb kegelten.

"Wir wollten eigentlich gar nicht so offensiv beginnen", grinste Ilmenaus Trainer Thorben Hartung nach dem Spiel in die Mikrofone, "aber die Jungs hatten einfach Lust." Lust - das war das Stichwort: Schon in der 26. Minute traf Ben Haase nach Vorlage von Ricardo de Almeida zum 0:1. Hordels Abwehr sah dabei aus, als wäre sie gerade in der Stadionwurstschlange gestanden. "Einmal kurz nicht aufgepasst, und schon klingelt’s", knurrte Hordel-Coach Ute Finkeldy später.

Fünf Minuten später allerdings jubelte das Heimteam: Lennard Rothe glich nach schöner Vorarbeit von Innenverteidiger Luke Kinsella aus (31.). "Ich dachte erst, der Ball sei schon draußen", gab Rothe lachend zu, "aber dann hab ich einfach draufgehalten - und zack, drin!" Für einen Moment vibrierte das Stadion, als könne Hordel das Spiel drehen.

Doch Germania blieb eiskalt. Der 21-jährige Karl Maus, der aussieht, als müsste er eigentlich noch Hausaufgaben machen, traf in der 37. Minute zum 1:2. Wieder war es Haase, der die Vorlage lieferte - der Mann des Abends. "Karl hat’s einfach drauf", sagte Haase später bescheiden, "ich leg’ den Ball nur dahin, wo er ihn will."

Nach der Pause stemmte sich Hordel gegen das drohende Aus, hatte mit 53,6 Prozent Ballbesitz und acht Torschüssen zwar die statistische Oberhand, aber nicht die Präzision. Curt Schöne prüfte den Gästekeeper zweimal gefährlich (42., 62.), Vincent Albinana donnerte das Leder in der 49. Minute knapp über die Latte - sinnbildlich für den Abend. Germania verteidigte clever, lauerte auf Konter und setzte in der 57. Minute den entscheidenden Stich: Rechtsverteidiger Rafael Weis zog einfach mal ab - und traf. Wieder kam der Pass von, natürlich, Ben Haase. 1:3, Deckel drauf.

Danach wurde’s ruppig. Fynn Hennig sah Gelb (29.), Schöne revanchierte sich später ebenfalls mit einer Verwarnung (79.), und in der Nachspielzeit kassierte Ilmenaus Josef Janota noch eine Karte - wohl aus reiner Solidarität. "Das gehört dazu, Pokal ist halt kein Kaffeekränzchen", meinte Hartung trocken.

Ilmenau, das laut taktischer Aufstellung von Beginn an offensiv ausgerichtet war, spielte mit sicherem Passspiel und erstaunlicher Reife. Hordel hingegen agierte mit langen Bällen und der Hoffnung auf den berühmten Lucky Punch - der aber nie kam. "Wir haben’s versucht, aber manchmal läuft’s einfach gegen dich", seufzte Trainerin Finkeldy, die sich dennoch kämpferisch gab: "Das war kein Untergang, das war ein Lehrstück."

Ein Lehrstück in Effizienz, könnte man sagen. Denn während Hordel seine Chancen reihenweise liegen ließ, schoss Ilmenau zwölfmal aufs Tor - und dreimal rein. Drei Torschützen, drei Geschichten: Haase, der Strippenzieher auf links; Maus, der flinke Jungspund; Weis, der Außenverteidiger mit Schuss wie ein Presslufthammer.

Kurz vor Schluss hatte der eingewechselte Ricardo de Almeida noch eine kuriose Szene: Nach einem abgeblockten Schuss rief er zu seinem Torwart Luis Kern, der gerade erst für Vitorino Manu gekommen war: "Wir führen 3:1, bleib einfach hinten, bitte!" - worauf Kern lachend antwortete: "Ich bleib, versprochen!" Solche Dialoge schreibt nur der Pokal.

Als der Schlusspfiff ertönte, sangen die mitgereisten Ilmenauer Fans ausgelassen, während die Hordeler Spieler fassungslos in die kalte Januarnacht blickten. Ein paar applaudierten trotzdem - fair play trotz Frust.

"Das ist Pokal, Baby", sagte Hartung noch einmal in die Kameras, während Finkeldy nur den Kopf schüttelte und meinte: "Wenn wir unsere Chancen so nutzen wie heute, dann gewinnen wir immerhin die Statistik."

Und tatsächlich: Auf dem Papier liegt Hordel vorne - mehr Ballbesitz, mehr Zweikämpfe, mehr Laufleistung. Nur eben nicht mehr Tore. Germania Ilmenau dagegen zieht mit Spielfreude und jugendlicher Frechheit in die nächste Runde ein.

Schlusswort? Vielleicht dieses: Wer 44.250 Zuschauer zum Schweigen bringt, darf ruhig ein bisschen feiern. Und wer Ben Haase in seiner Elf hat, braucht keine Glücksfee - nur einen guten Passfuß.

21.07.643987 03:58
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