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Gauchos Montevideo taumeln - Cerrense tanzt den Dreier-Tango

Es war ein lauer Sommerabend in Montevideo, 31.686 Zuschauer hatten sich im Estadio Central versammelt, in der Hoffnung, ihre Gauchos würden ein Feuerwerk abbrennen. Am Ende brannte tatsächlich etwas - aber nur in den Augen der Heimfans, als sie mitansehen mussten, wie CD Cerrense mit chirurgischer Präzision und eiskalter Effizienz ein 3:0 herausschnitzte.

Schon nach wenigen Minuten war klar, dass die Gäste aus Cerrense nicht zum Mate-Trinken gekommen waren. Bereits in der ersten Minute prüfte Jose Enrique Vázquez den Heimkeeper Franck Nolte - ein satter Schuss, ein frühes Ausrufezeichen. "Wir wollten zeigen, dass wir hier Chef im Haus sind - auch wenn das nicht unser Haus ist", grinste Vázquez später mit einem Augenzwinkern.

Die Gauchos hielten dagegen, doch ihre Offensivbemühungen wirkten, als hätte jemand das Navi auf "Irrfahrt" gestellt. Özkan Cakmak versuchte es in der 19. Minute mit einem beherzten Schlenzer - der Ball segelte über den Zaun und vielleicht noch bis zur nächsten Bushaltestelle. Trainer der Gauchos - der Name blieb an diesem Abend besser ungenannt - war sichtlich bemüht, Ruhe zu bewahren. "Wir wollten ruhig bleiben", sagte er nach dem Spiel, "leider waren wir das auch im Strafraum."

In der 31. Minute fiel dann das, was man gemeinhin "die logische Konsequenz" nennt: Nael Marques traf nach einem mustergültigen Querpass von Linksverteidiger Hans Jakobsen zum 0:1. Die Gauchos-Abwehr stand Spalier, als wolle sie höflich applaudieren. "Das war wie beim Training, nur dass da normalerweise mehr Gegenwehr kommt", witzelte Cerrense-Coach Leahcim Gnipeur später.

Die Halbzeit brachte keine Erlösung für die Gastgeber. Trotz 46 Prozent Ballbesitz und fünf Torschüssen blieb die Offensive zahnlos. Währenddessen wirkte Cerrense mit 14 Abschlüssen wie ein Uhrwerk: präzise, zielstrebig, unaufhaltsam.

Nach der Pause kam kurz Hoffnung auf, als Matias Fernandes in der 66. Minute aus der Distanz abzog - doch Cerrense-Keeper Joseba Mendes fischte den Ball aus dem Winkel wie ein erfahrener Angler sein Abendessen. Nur wenige Minuten später verwandelte Vázquez die Montevideo-Hoffnung in pure Verzweiflung: In der 52. Minute drückte er den Ball nach feinem Zuspiel von Christian Petrizzi über die Linie - 0:2, der Dämpfer in Reinform.

"Ich hab den Ball nur noch reingeschoben", sagte Vázquez bescheiden, während sein Trainer im Hintergrund mit einem breiten Grinsen murmelte: "Und ich hab ihn aufgestellt."

Von den Gauchos kam nun kaum noch etwas. Ein paar verzweifelte Fernschüsse, ein paar misslungene Dribblings, aber keine zündende Idee. Vielleicht, weil sie trotz offensiver Ausrichtung ohne Pressing agierten - und das gegen ein Team, das selbst im Schlaf noch Offensivmuster durchspielt.

Spätestens in der 85. Minute war der Spaß endgültig vorbei: Wieder war es Nael Marques, der nach einem langen Ball von Innenverteidiger Arnau Sa Pint den Turbo zündete und eiskalt zum 0:3 einschob. Während die Cerrense-Spieler jubelnd in den Himmel zeigten, schauten die Gauchos-Spieler in den Rasen - vermutlich in der Hoffnung, dort ein Loch zu finden, um hineinzukriechen.

"Das war heute einfach kein guter Tag", sagte Gauchos-Verteidiger Anton Bloch, der sich immerhin noch eine Gelbe Karte als Souvenir abholte. "Manchmal stehst du halt auf, und der Fußballgott sagt: Nicht mit dir, mein Freund."

Cerrense dagegen feierte ausgelassen - zu Recht. Mit 55 Prozent gewonnenen Zweikämpfen, fast 54 Prozent Ballbesitz und einem taktischen Mix aus offensiver Balance und brutaler Effizienz spielten sie die Gauchos phasenweise schwindelig. Besonders auffällig: das variable Flügelspiel und das ständige Nachrücken der Mittelfeldakteure.

Trainer Leahcim Gnipeur fasste es trocken zusammen: "Unsere Jungs haben heute Fußball gespielt. Die anderen haben zugeschaut. Aber das kann ja auch schön sein - für uns jedenfalls."

Und so blieb den Heimfans nur der Trost, dass es bald wieder einen neuen Spieltag gibt. Vielleicht auch eine neue Hoffnung. Oder wenigstens neue Netze, denn die alten mussten an diesem Abend einiges aushalten.

Ein Zuschauer brachte es beim Verlassen des Stadions auf den Punkt: "Wenn du 0:3 verlierst und das Beste am Abend der Sonnenuntergang war, dann weißt du: Es wird Zeit für ein Trainingslager."

Fazit: CD Cerrense tanzt weiter oben mit, Gauchos Montevideo stolpert über die eigene Offensive - und Montevideo hat eine neue Erkenntnis: Wer Tore schießen will, sollte vielleicht mal auf Cerrense schauen, wie man’s macht.

04.10.643990 10:02
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