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Fuhlenbrock verspielt sicheren Sieg - Hennef zeigt Moral und rettet 2:2

Manchmal dauert es nur zwei Minuten, um einen Abend komplett auf den Kopf zu stellen. Der SV Fuhlenbrock führte am Freitagabend im heimischen Stadion vor 34.003 euphorischen Zuschauern bereits mit 2:0, die Wurstverkäufer schauten schon nach, ob noch Senf übrig ist, und Trainer Mike Lowrey dachte wohl an den ersten Dreier des neuen Jahres. Doch dann kam SC Hennef - oder besser gesagt: die geballte Balkan-Kreativität eines gewissen Ivica Dukic, der mit zwei Vorlagen binnen 120 Sekunden das Spiel in ein 2:2 verwandelte.

Dabei hatte Fuhlenbrock eigentlich alles im Griff. Von Beginn an legten die Gastgeber los wie die Feuerwehr. Schon in der 5. Minute prüfte Carlos Caneira Hennefs Keeper Angelo Venditti mit einem satten Schuss aus zwölf Metern. Kurz darauf sah Nuno Fernandes Gelb - offenbar wegen übermäßiger Begeisterung beim Pressing, wie Schiedsrichter Heine später süffisant erklärte: "Er hat den Gegner fast umarmt, aber leider nicht den Ball."

Das hinderte die Fuhlenbrocker nicht daran, weiter mutig nach vorne zu spielen. In der 19. Minute krönte Haim Eban seine starke Anfangsphase mit einem satten Flachschuss ins linke Eck - 1:0. Innenverteidiger Ingo Makukula, der den Angriff mit einem butterweichen Pass einleitete, grinste später: "Ich dachte, ich spiele einfach mal so, wie es in den YouTube-Videos aussieht." Nur vier Minuten später revanchierte sich Eban mit einem perfekten Steckpass auf David Cuadrado, der trocken zum 2:0 vollendete.

"Da lief alles wie im Training - also in den guten Trainings", witzelte Trainer Lowrey nach dem Spiel. Und tatsächlich: Bis zur Pause sah alles nach einem ungefährdeten Sieg aus. Hennef, das offensiv begann, aber defensiv vogelwild wirkte, kam zwar zu Abschlüssen, doch Fuhlenbrocks Keeper Gabri Espriu war stets zur Stelle.

Zur zweiten Halbzeit schien Giovanni Diaco, der Hennefer Coach, in der Kabine die richtigen Worte gefunden zu haben. "Ich habe nur gesagt: Wenn ihr schon verliert, dann wenigstens mit Würde - oder mit Toren", verriet er später halb lachend. Seine Mannschaft legte tatsächlich los, als ginge es um Leben und Tabellenplatz. Dukic zog im Mittelfeld die Fäden, Kosecki und Venizelos wirbelten über die Flügel.

In der 66. Minute fiel, was sich angedeutet hatte: Dukic steckte auf Kosecki durch - der Pole blieb eiskalt und schob zum Anschlusstreffer ein. Nur eine Minute später fast die Kopie: Wieder Dukic als Vorlagengeber, diesmal für Lazaros Venizelos, der Espriu keine Chance ließ. 2:2, und plötzlich war das Stadion still - oder zumindest irritiert.

Fuhlenbrock reagierte mit mehreren Wechseln, Lowrey brachte Guillermo Arias und Milan Kovacevic für mehr Durchschlagskraft. Doch die Gäste kontrollierten nun das Geschehen. 51,7 Prozent Ballbesitz, 12 Torschüsse zu 10 - das Zahlenwerk spricht für Hennef. "Wir haben in der zweiten Hälfte endlich Fußball gespielt", sagte Kapitän Dukic, der sich nach Abpfiff demonstrativ auf den Rasen setzte und die Arme ausbreitete, als wolle er sagen: "Na also, geht doch."

In der 84. Minute hatte Arias noch einmal die große Chance für Fuhlenbrock, doch Venditti fischte den Ball aus dem Winkel - eine Szene, die im Nachhinein sinnbildlich für den Abend steht. Lowrey schüttelte später den Kopf: "Wenn du 2:0 führst und dann so was herschenkst, dann kannst du dir die Kabine auch gleich tapezieren mit dem Wort ’Lerneffekt’."

Hennef hingegen feierte das Remis wie einen Sieg. Diaco grinste breit: "Ich habe in der Halbzeit gesagt: Wir spielen jetzt einfach mit Verstand. Hat nur zwei Minuten gedauert, bis sie’s verstanden haben."

Statistisch war’s ein Duell auf Augenhöhe, emotional eine Achterbahnfahrt. Fuhlenbrock zeigte in der ersten Halbzeit Spielfreude und Effektivität, Hennef dagegen in der zweiten Moral und Cleverness.

Und so endete der 20. Spieltag in der 1. Liga Deutschland mit einem 2:2, das niemanden so recht zufrieden stellte - außer vielleicht den neutralen Zuschauer. Oder, wie ein Fuhlenbrocker Fan beim Hinausgehen murmelte: "Wenn wir schon zwei Tore schießen, könnten wir’s ja auch mal behalten."

Ein Satz, der vermutlich den kommenden Trainingsplan von Mike Lowrey prägen wird.

16.01.643991 10:15
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Ich habe versucht, den Spielern das Gefühl zu geben, dass sie Fehler machen dürfen. Das haben sie bis auf wenige Ausnahmen gut gemacht.
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