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Fuhlenbrock kämpft sich gegen Eschborn zum 2:2 zurück

Wenn ein Spiel 90 Minuten und ein bisschen Nachspielzeit hat, dann war der SV Fuhlenbrock an diesem Samstagabend fest entschlossen, wirklich jede Sekunde davon zu nutzen. Vor 46.169 Zuschauern im heimischen Stadion entwickelte sich ein mitreißendes 2:2 gegen den 1. FC Eschborn - ein Ergebnis, das beiden Teams schmeckte wie lauwarme Stadionbratwurst: sättigend, aber nicht ganz befriedigend.

Schon nach neun Minuten bebte die Tribüne, als Haim Eban, Fuhlenbrocks quirliger Mittelfeldmotor, mit einem satten Schuss aus 18 Metern das 1:0 markierte. "Carlos hat mir den Ball perfekt in den Lauf gespielt - da musste ich einfach draufhalten", grinste Eban später, als hätte er gerade einen neuen Trick im Trainingslager erfunden. Es war ein Treffer aus dem Lehrbuch - und vielleicht auch das letzte Mal an diesem Abend, dass Fuhlenbrock sich an das Lehrbuch hielt.

Denn nur vier Minuten später zeigte Eschborn, dass sie nicht zum Zuschauen angereist waren. Elliot Caroll, 20 Jahre jung und mit einer Energie ausgestattet, die an Kaffeesponsoring denken lässt, glich nach schöner Vorarbeit von Bernt Geier zum 1:1 aus. Fuhlenbrocks Trainer Mike Lowrey raufte sich die Haare, während Eschborn-Coach Yas Sin auf der Bank kurz so tat, als sei das alles genau so geplant gewesen. "Wir wollten früh antworten, das war wichtig für die Moral", nickte Sin hinterher - und man glaubte ihm tatsächlich.

Noch bevor Fuhlenbrock den Rückschlag verdauen konnte, legte Eschborn nach. In der 24. Minute war es erneut Geier, der den Ball von rechts scharf in die Mitte brachte, wo Jacob Holz lauerte und trocken zum 1:2 einschob. "Der Ball war so gut, den konnte ich gar nicht mehr daneben schießen", sagte Holz - und grinste, als ihm ein Journalist ins Ohr flüsterte: "Das sagen sie alle."

Bis zur Pause blieb Eschborn das aktivere Team. 52 Prozent Ballbesitz, 14 Torschüsse insgesamt - und ein Spiel, das eher nach kontrollierter Offensive roch als nach Hasardeurstaktik. Fuhlenbrock dagegen wirkte phasenweise wie ein Schüler, der weiß, dass er nicht gelernt hat, aber hofft, dass der Lehrer heute nicht abfragt.

Nach dem Seitenwechsel brachte Lowrey frische Kräfte, und vor allem Guillermo Arias sollte später noch eine Hauptrolle spielen. Der quirlige Rechtsaußen kam in der 56. Minute für den müden Felipe Salinas - und veränderte das Spiel. Schon kurz nach seiner Einwechslung zwang er Eschborn-Keeper Logan Cochran zu zwei Glanzparaden. "Ich hab einfach nur gedacht: noch einer, irgendwann muss er rein", sagte Arias später. Und tatsächlich, in der 74. Minute war es dann soweit: Haim Eban, diesmal als Vorlagengeber, steckte den Ball perfekt durch, Arias zog nach innen und hämmerte das Leder unhaltbar ins lange Eck - 2:2, Stadionekstase, Trainer-Lowrey-Luftsprung inklusive.

Danach wurde es wild. Gelbe Karte für Meik John nach rustikalem Einsteigen (84.), zwei fast schon artistische Rettungsaktionen von Fuhlenbrocks Keeper Gabri Espriu - und ein Pfostenschuss von Arias in der 89. Minute, der die Latte erzittern ließ wie ein schlecht gestimmtes Schlagzeug. "Wenn der reingeht, reden wir hier anders", knurrte Yas Sin nach Abpfiff. Lowrey grinste nur: "Dann hätten wir auch anders gefeiert."

Statistisch gesehen war das Remis gerecht. 13 Torschüsse Fuhlenbrock, 14 Eschborn, fast ausgeglichenes Zweikampfverhältnis (49,6 zu 50,4 Prozent) - nur der Bierverkauf dürfte eindeutig an die Gastgeber gegangen sein.

Der Abend endete mit Applaus und leichtem Schulterzucken auf beiden Seiten. "So Spiele zeigen, dass wir leben", meinte Eban, während Arias ihm lachend die Gatoradeflasche über den Kopf leerte. Auf der anderen Seite stapfte Jacob Holz mit einem halben Lächeln in die Kabine: "Ein Punkt ist ein Punkt. Aber irgendwie fühlt sich das an wie zwei verloren."

Trainer Lowrey fasste es in seiner ganz eigenen Art zusammen: "Wir sind zurückgekommen, wir haben Charakter gezeigt - und ich hab wieder zehn graue Haare mehr. Also alles wie immer."

Und so bleibt die Erkenntnis: Der SV Fuhlenbrock kann Drama. Der 1. FC Eschborn kann kontern. Und Fußball - der kann manchmal ganz schön gerecht sein.

07.09.643987 14:36
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