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Fribourg verspielt 2:0-Führung - Brühl kommt zurück wie ein Bumerang

Es war ein kalter Februarabend im Stade de Fribourg, aber die 27.000 Zuschauer bekamen ein Spiel zu sehen, das sie so schnell nicht vergessen werden. Der SV Fribourg und Brühl St. Gallen trennten sich nach 90 intensiven Minuten 2:2 - ein Ergebnis, das beiden Teams schmeichelte und gleichzeitig enttäuschte.

Die erste Halbzeit war ein Geduldsspiel. Fribourg hatte leicht mehr Ballbesitz (52,8 %), aber Brühl schoss aus allen Lagen. Ganze 17 Torschüsse der St. Galler standen am Ende zu Buche, und schon in der Anfangsphase prüften Simon LaClaire (15.) und Dennis Zimmermann (17.) den Fribourger Keeper Agapios Fotopoulos. Der reagierte wie ein Mann, der seinen Job behalten möchte - spektakulär und lautstark. "Ich hab ihn gesehen, aber der Ball wollte mir fast den Handschuh ausziehen", grinste er nach dem Spiel.

Dann kam die zweite Halbzeit - und mit ihr das Feuerwerk. In der 50. Minute dribbelte sich Roberto Solana auf der rechten Außenbahn durch, flankte mustergültig in die Mitte, wo Cameron Kober den Ball mit dem linken Fuß volley unter die Latte setzte. 1:0! Das Stadion bebte. Trainer Dario Rota brüllte seine Freude über den halben Platz, als hätte er gerade das Champions-League-Finale gewonnen.

Acht Minuten später war es wieder so weit: Harvey Leclair, der junge Flügelflitzer, legte quer, und Alain Kunze schob mit der Ruhe eines erfahrenen Mittelstürmers ein - 2:0 (58.). Die Fans sangen schon vom sicheren Sieg, während Rota an der Seitenlinie euphorisch winkte, als wollte er einen Bus stoppen.

Doch dann drehte Brühl auf, als hätten sie sich in der Kabine an einem Espresso-Infusionsgerät bedient. Nur vier Minuten nach dem 2:0 erzielte Michael Keller den Anschlusstreffer (62.) - ausgerechnet nach Vorarbeit von Routinier Erik Rochefort, der kurz zuvor eingewechselt worden war. Fribourgs Defensive wirkte plötzlich wie ein Kartenhaus im Wind. "Wir waren kurz im Feiermodus", gab Rota später zu. "Und Brühl hat das eiskalt genutzt."

In der 74. Minute fiel dann der unvermeidliche Ausgleich. Pekka Österberg, 34 Jahre alt und mit der Ruhe eines Schachgroßmeisters, traf nach Vorlage von - wieder - Keller. Ein Schuss aus 20 Metern, der so präzise war, dass Fotopoulos nur noch hinterherblickte. 2:2. Und plötzlich war Fribourg wieder wach. Nur leider zu spät.

Die Schlussphase gehörte klar den Gästen. Zimmermann feuerte in der Nachspielzeit gleich dreimal auf das Tor (90., 91., 96.), aber entweder war Fotopoulos zur Stelle oder der Ball segelte knapp vorbei. Brühls Trainer Thomas Sprecher konnte sich kaum auf der Bank halten: "Wenn wir noch zwei Minuten länger gespielt hätten, hätten wir das Ding gewonnen", knurrte er mit einem halben Lächeln.

Statistisch gesehen war Brühl das aktivere Team: 17 zu 8 Torschüsse, 54 Prozent gewonnene Zweikämpfe, und eine bemerkenswerte taktische Wandlungsfähigkeit. Sprecher ließ in der zweiten Halbzeit offensiver und mit mehr Risiko spielen - und das zahlte sich aus. Dario Rota dagegen hielt an seiner offensiven, aber kontrollierten Spielweise fest. Vielleicht zu kontrolliert.

Cameron Kober, Torschütze des ersten Fribourger Treffers, zeigte sich nach dem Schlusspfiff zwiegespalten: "Am Anfang lief alles wie geschmiert, dann haben wir uns irgendwie selbst eingelullt. Das war kein Einbruch, das war ein Nickerchen."

Die Fans verabschiedeten ihr Team trotzdem mit Applaus - vermutlich, weil sie wussten, dass dieses 2:2 wenigstens Unterhaltung pur war. Und weil Fribourg trotz allem weiter ungeschlagen zu Hause bleibt.

In der Mixed Zone tauschte sich Pekka Österberg noch mit seinem Gegenspieler Vicente Alves aus. "Du spielst wie ein Terrier", lachte der Finne. Alves grinste: "Und du schießt wie einer, der zu viel Kaffee hatte."

So endete ein Spiel, das beide Mannschaften als Warnung verstehen dürften: Fribourg, dass ein 2:0 kein Ruhekissen ist. Und Brühl, dass man auch früher aufwachen darf.

Dario Rota fasste es mit einem Schulterzucken zusammen: "Manchmal ist Fußball eben wie ein Bumerang - du freust dich über den Wurf, und am Ende trifft er dich selbst."

Ein Satz, der in Fribourg wohl noch eine Weile nachhallen wird - mindestens bis zum nächsten Spieltag.

04.10.643990 07:45
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