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Fribourg kontert Aarberg aus: 2:1-Sieg im kalten Januar

Ein eisiger Wind pfiff am Donnerstagabend durchs Aarberger Stadion, doch die 30.273 Zuschauer trotzten den Temperaturen - und bekamen ein Spiel zu sehen, das mehr Feuer hatte als der Glühwein an den Kiosken. Am Ende jubelte der SV Fribourg über einen 2:1-Auswärtssieg beim FC Aarberg, der zwar mehr vom Ball, aber weniger vom Glück hatte.

Von Beginn an war klar: Hier traf die kontrollierte Balance von Joao Alves auf die mutige Offensive von Dario Rota. Fribourg presste nicht, aber spielte zielstrebig nach vorne. Bereits nach einer Minute prüfte Ezequiel Couto Aarbergs Keeper Erik Frigard mit einem Schuss, der mehr Aufwärmübung als Gefahr war. Doch es war ein Vorgeschmack. In der 29. Minute machte Couto es besser: Nach feinem Zusammenspiel mit Tiago Gama zog er aus halbrechter Position ab - 0:1! Der Jubel der Fribourger wirkte wie eine Explosion in der Winterluft.

"Ich sah die Lücke und dachte mir: Warum nicht?", grinste Couto nach dem Spiel. "Tiago meinte später, ich hätte ihm den Ball fast zu hart zurückgespielt - aber so ist er eben drin." Sein Trainer Dario Rota ergänzte trocken: "Wir trainieren genau solche Situationen. Also fast genau so. Na gut, manchmal klappt’s auch zufällig."

Aarberg brauchte lange, um ins Spiel zu finden. Filipe Capucho prüfte Fribourgs Torhüter Agapios Fotopoulos zweimal gefährlich (8., 22.), doch der Grieche im Fribourger Tor war an diesem Abend die Ruhe selbst - und offenbar mit Magneten an den Handschuhen ausgestattet. "Ich habe einfach versucht, den Ball nicht anzuschauen, sonst fliegt er rein", witzelte Fotopoulos später.

Nach dem Seitenwechsel brachte Trainer Alves frische Flügel: Ricardo Viana und Lefteris Photopoulos kamen zur zweiten Halbzeit - und plötzlich wirbelte Aarberg. Doch genau in dieser Drangphase schlug Fribourg eiskalt zu. In der 57. Minute revanchierte sich Tiago Gama bei Couto: Nach einem schnellen Doppelpass drosch er den Ball unter die Latte - 0:2. Das war der Moment, in dem viele Aarberger Fans tief in ihre Jackenkragen tauchten.

Aber Aarberg gab nicht auf. Nur drei Minuten später (60.) war es Kay Alex, der nach Vorarbeit von Thierry Bureau den Anschluss erzielte. Ein wuchtiger Schuss, der laut knallte wie ein Feuerwerkskörper. Das Stadion erwachte, und plötzlich witterten die Gastgeber das Comeback. "Da war das Adrenalin wieder da", sagte Alex später. "Ich dachte, wir drehen das noch - aber dann hatte der Ball leider andere Pläne."

Tatsächlich rannte Aarberg engagiert an, kam auf acht Torschüsse (Fribourg sechs) und hatte mit 52,9 Prozent leicht mehr Ballbesitz. Doch Fribourg verteidigte clever, manchmal mit Glück, manchmal mit Gelb: Innenverteidiger Bruno Assis sah in der 70. Minute Gelb, später folgte Alain Kunze (83.) - beide für rustikale Interpretationen des Begriffs "Zweikampf". Auf der anderen Seite kassierte Aarbergs Rui Canton kurz vor Schluss ebenfalls Gelb (85.), nachdem er einen Fribourger Konter mit einem beherzten Griff in die Trikotkiste stoppte.

In der Schlussphase warfen die Aarberger alles nach vorn. Kay Alex prüfte Fotopoulos erneut (79.), Claus Kofod schoss zweimal knapp vorbei (66., 73.), doch der Ausgleich wollte nicht mehr fallen. Joao Alves stand an der Seitenlinie, raufte sich die Haare und sagte später: "Wir hatten mehr vom Spiel, aber Fribourg hatte mehr vom Tore-Schießen. Das ist leider immer noch die entscheidende Statistik."

Als der Schlusspfiff ertönte, jubelten die Gäste ausgelassen. Ezequiel Couto und Tiago Gama feierten sich gegenseitig, als hätten sie gerade die Champions League gewonnen. In Aarberg dagegen herrschte betretenes Schweigen - nur ein paar Unentwegte applaudierten ihrem Team für den Einsatz.

"Das war kein schlechtes Spiel von uns", meinte Aarbergs Mittelfeldmann Bureau nachdenklich. "Aber manchmal ist Fußball eben wie ein Kartenspiel: Du hältst gute Karten - und verlierst trotzdem gegen ein Paar Asse."

So bleibt Fribourg der Angstgegner der Aarberger, die damit weiter im Tabellenmittelfeld der 2. Liga Schweiz verharren. Der SV Fribourg hingegen klettert dank des Sieges auf die oberen Ränge und darf vom Aufstieg träumen - oder zumindest vom nächsten warmen Tee nach einem eiskalten Auswärtssieg.

Fazit des Abends? Fußball kann so schön sein - besonders, wenn man ihn in Fribourgs Farben sieht. Und für Aarberg gilt: Sie haben zwar das Spiel verloren, aber immerhin den Glühwein-Kampf haushoch gewonnen.

30.06.643987 04:40
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Im Fußball ist es wie im Eiskunstlauf - wer die meisten Tore schießt, der gewinnt.
Rainer Calmund
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