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Franja Danubio ringt Cerrense nieder - Assis trifft, Cerrense hadert

Ein spätsommerlicher Abend in Uruguay, 36.749 Zuschauer im Stadion und am Ende ein einziger Treffer, der alles entschied: Franja Danubio entführt beim 0:1 (0:0) alle drei Punkte aus Cerrenses Heimfestung. Es war kein Feuerwerk der Tore, eher ein taktisches Schachspiel mit gelegentlichen Explosionen - und einer, der den Zug des Abends machte, hieß Humberto Assis.

Von Beginn an war klar: Beide Teams wollten, aber keiner wollte zu viel riskieren. Die Gastgeber von CD Cerrense, unter der Leitung von Trainer Leahcim Gnipeur, starteten mit leichtem Oberwasser - 52 Prozent Ballbesitz sprechen für sie -, doch ihr Spiel glich einem Auto mit Volltank und angezogener Handbremse. Vier Torschüsse in 90 Minuten, das ist selbst für Minimalisten mager. "Wir hatten den Ball, aber irgendwie wollte er nicht mit uns reden", seufzte Stürmer Salvador Meira nach dem Abpfiff.

Franja Danubio dagegen schlug andere Töne an. Trainer Diego Cristilli hatte seine Mannschaft auf kompaktes, geduldiges Spiel eingestellt - und seine Flügelspieler verstanden den Auftrag. Besonders Reece Chamberlain und Jermolai Schewzow wirbelten früh, als wollten sie die rechte Seite des Cerrense-Stadions in Trümmer legen. Bereits in der vierten Minute zwang Chamberlain den Cerrense-Keeper Thierry Benveniste zu einer Flugeinlage, die aussah, als wolle er in den Sonnenuntergang abheben.

Doch trotz elf Torschüssen der Gäste dauerte es bis zur 52. Minute, ehe der Bann brach. Cristobal Garcez, bis dahin unauffällig, setzte sich auf links durch, flankte halb hoch in den Strafraum, und Humberto Assis kam herangerauscht wie ein verspäteter Bus im Berufsverkehr - wuchtig, entschlossen, unhaltbar. 0:1. Das Stadion verstummte kurz, nur die kleine Danubio-Kurve explodierte.

"Ich hab’ einfach draufgehauen", grinste Assis später, "und gehofft, dass keiner dazwischenhält." Trainer Cristilli ergänzte trocken: "Das war so, wie wir’s im Training nie hinkriegen." Manchmal liegt Genie eben im Zufall.

Cerrense versuchte nach dem Rückstand alles, was in ihren Mitteln lag. Gnipeur brachte seine Jungs dazu, das Pressing anzuziehen, doch gegen Danubios dichte Reihen war kaum ein Durchkommen. Der 17-jährige Carles Meira, der sich im Mittelfeld tapfer gegen erfahrene Gegenspieler stemmte, bekam in der 83. Minute Gelb - sinnbildlich für Cerrenses Frust. Bruder Salvador scheiterte in der 88. Minute mit dem letzten Versuch: ein Schuss, der mehr Hoffnung als Richtung hatte.

"Wir waren nicht schlechter, nur weniger effektiv", sagte Gnipeur nach dem Spiel - und klang dabei wie ein Mathematiklehrer, der den Schülern erklären muss, warum 0:1 trotzdem eine ganze Note Abzug bedeutet.

Danubio hingegen zeigte, wie man mit Übersicht und Geduld Spiele gewinnt. Ihre Statistik liest sich unscheinbar: 47 Prozent Ballbesitz, aber elf Abschlüsse, deutlich mehr Zweikampferfolg als der Gegner (54 zu 45 Prozent). Und taktisch steigerten sie sich im Verlauf des Spiels von "balanciert" zu "offensiv mit Pressing" - eine Entwicklung, die sich auch auf dem Platz zeigte.

In der 65. Minute reagierte Cristilli clever: gleich drei Wechsel auf einen Schlag - Ruthven, Nene und Johnstone kamen, brachten frische Energie und hielten Cerrense vom eigenen Strafraum fern. "Ich dachte, ich sei in einer TV-Show: drei neue Gesichter auf einmal", witzelte Cerrenses Torwart Benveniste.

Die Schlussphase brachte noch ein paar gelbe Karten, ein paar ratlose Gesichter und eine Menge Applaus für Benvenistes Paraden, die ein höheres Ergebnis verhinderten. Aber das letzte Wort gehörte Danubio. Nicht laut, nicht spektakulär, aber effizient.

Humberto Assis, der Mann des Abends, winkte nach dem Spiel in die Kurve und rief: "Ein Tor reicht, wenn’s das Richtige ist." Und wer wollte ihm da widersprechen?

Cerrense wird sich schütteln müssen - zu viel Ball, zu wenig Biss. Danubio dagegen darf weiter nach oben schielen. Und irgendwo auf der Pressetribüne notierte sich ein Reporter: Manchmal ist Fußball kein Drama in fünf Akten, sondern eine präzise Pointe nach 52 Minuten.

Oder wie Trainer Cristilli es formulierte, als er schon im Bus saß: "Es war kein schönes Spiel - aber schön, dass es vorbei ist."

02.06.643993 15:10
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