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Feyenorth stolpert ins Pokal-Aus - Eindhoven jubelt trotz Platzverweis

Es war ein Pokal-Halbfinale, wie es die Drehbuchautoren des Fußballs lieben: Drama, Tore, Karten, Emotionen - und ein Publikum von 79.500, das sich spätestens ab der 60. Minute fragte, ob die Schiedsrichterpfeife vielleicht in Eindhoven hergestellt wurde. Am Ende setzte sich PVC Eindhoven mit 2:1 (2:0) bei Feyenorth Rotterdam durch und steht im Finale, während die Gastgeber trotz aufopferungsvoller Aufholjagd mit leeren Händen dastehen.

Schon nach elf Minuten herrschte Stille im De Kuip, als der junge Nicolaas Vanderveer den Ball nach feiner Vorarbeit von Jelle Landseer trocken ins rechte Eck schlenzte. "Ich dachte, ich hab zu fest getroffen", grinste der 22-Jährige später, "aber dann hab ich nur noch die Arme hochgerissen". Sechs Minuten später stand das Stadion endgültig Kopf - allerdings wieder aus den falschen Gründen. Daniel Eliezer, Innenverteidiger mit Offensivdrang, köpfte nach einer Ecke das 2:0. Feyenorths Keeper Isidoro Solana sah den Ball erst, als er schon hinter ihm lag.

Trainer Marco Schneider raufte sich an der Seitenlinie die Haare: "Wir wollten eigentlich kompakt stehen, aber anscheinend hat die Mannschaft das als Aufforderung zum Sitzenbleiben verstanden." Eindhoven dominierte die erste Hälfte mit wuchtigen Flanken und bissigem Pressing, während Feyenorth zwar 48 Prozent Ballbesitz hatte, aber kaum zwingend vors Tor kam. Robert Washington und Egidius Vandermark prüften Torhüter Jan Groat, doch der parierte souverän - bis er zur Pause ausgewechselt wurde. "Er hatte ein Ziehen im Oberschenkel", erklärte Gästecoach Markus Frey, "und außerdem wollte Fotios Siontis auch mal den Ball sehen."

Die zweite Hälfte begann, wie die erste aufgehört hatte - mit einem offensiven Eindhoven. Doch dann kippte das Spiel. In Minute 57 sah Vanderveer Gelb, nur eine Minute später erwischte es seinen Teamkollegen Vidar Thomassen mit Rot. Der 33-jährige Abwehrchef hatte Marnix Vanderzee an der Mittellinie abgeräumt, als ginge es um eine Einladung zum Wrestling. "Ich hab nur den Ball gesehen", beteuerte Thomassen, während Schiedsrichter Brouwens ihm wortlos die Karte zeigte.

Von da an spielte PVC Eindhoven in Unterzahl, und Feyenorth witterte Morgenluft. Schneider brachte frische Kräfte - Eugenius Hoogaboom kam für Arjen Buckhout, später Michel Scranton für Marcio Couto - und die Offensive lief plötzlich wie geschmiert. Vandermark, Washington, Fraser: Die Chancen häuften sich, der Ball wollte aber nicht rein. "Ich dachte, wir haben das Tor zugeschweißt", scherzte Siontis später.

Die Minuten verrannen, die Fans standen längst, und dann, in der 96. Minute, der Moment, der das Stadion explodieren ließ: Nach einer Flanke von Hoogaboom stieg Marnix Vanderzee am höchsten und wuchtete den Ball per Kopf zum 1:2 ins Netz. Hoffnung! Jubel! Und dann - Abpfiff. Feyenorths letzte Angriffswelle verpuffte, während die Gäste sich jubelnd in den Armen lagen.

"Das war kein Schönheitspreis, aber ein Arbeitssieg", meinte Eindhoven-Coach Frey und grinste verschmitzt. "Wir haben gezeigt, dass man auch mit zehn Mann einen Pokalfight gewinnen kann - und dass unsere Verteidiger nicht nur foulen, sondern auch treffen können." Tatsächlich: Ein Tor durch einen Mittelfeldspieler, eins durch einen Innenverteidiger - wer braucht da schon Stürmer?

Feyenorths Spieler dagegen wirkten nach dem Schlusspfiff wie Statisten in einem griechischen Drama. Theo Fraser starrte minutenlang auf den Rasen, als würde dort die Lösung seiner Probleme stehen. "Wir haben zu spät angefangen zu glauben", murmelte er. Trainer Schneider fasste es nüchtern zusammen: "Wenn du 13 Schüsse aufs Tor hast und nur einer rein geht, dann gewinnst du höchstens beim Dart."

Statistisch gesehen war das Spiel erstaunlich ausgeglichen: 13 Torschüsse für Feyenorth, 12 für Eindhoven, Ballbesitz knapp 48 zu 52 Prozent. Doch die entscheidenden Momente gehörten den Gästen, die ihre Chancen eiskalt nutzten. Und obwohl sie am Ende auf dem Zahnfleisch gingen, retteten sie den Vorsprung mit Herz, Glück und einem Torwart, der plötzlich Hände aus Stahl hatte.

Während die Eindhoven-Fans noch sangen, schlich Vanderzee in die Katakomben. "Wir waren nah dran", sagte er leise, "aber im Pokal zählt halt nur, wer im Finale steht - und das sind leider nicht wir."

Ein bitterer Abend für Rotterdam, ein heroischer für Eindhoven. Und irgendwo dazwischen ein Schiedsrichter, der vermutlich noch immer seine Pfeife sucht. Doch das ist Pokal - unberechenbar, ungerecht und für alle, die ihn lieben, einfach wunderschön.

21.08.643993 07:13
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