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Feyenorth stolpert gegen clevere Angels - 1:2-Heimpleite trotz Chancenfestival

Rotterdam - 26.711 Zuschauer im De Kuip sahen am Dienstagabend ein Spiel, das in die Kategorie "Fußball kann grausam sein" passt. Feyenorth Rotterdam dominierte gegen die Veendam Angels nach Belieben, feuerte 14 Torschüsse ab, hatte 52 Prozent Ballbesitz - und stand am Ende trotzdem mit leeren Händen da. Die Angels, kühl wie ein nordischer Winter, trafen zweimal ins Schwarze und nahmen mit einem 2:1-Auswärtssieg drei Punkte mit nach Hause, die sie wohl selbst kaum erwartet hatten.

Es begann wie so oft: Feyenorth machte Druck, die Fans sangen, und Marnix Vanderzee prüfte bereits in der zweiten Minute den gegnerischen Keeper Gerrit Sleeper. "Ich dachte, der Ball sei schon drin", gestand Trainer Marco Schneider später mit einem gequälten Lächeln. Doch der Ball war eben nicht drin - und sollte es noch einige Male nicht sein.

Die Gäste aus Veendam wirkten anfangs wie ein Team, das sich in der großen Stadt erstmal umschaut. Aber dann, in der 36. Minute, schlugen sie eiskalt zu. James Allington, der Rechtsaußen mit der Frisur eines Jazzmusikers, vollendete nach Vorarbeit von Ivan Panadic zum 0:1. Ein einziger Angriff, ein einziges Tor - Effizienz, made in Veendam. "Wir wussten, dass wir nicht viele Chancen bekommen würden", meinte Allington hinterher. "Also mussten wir sie eben nutzen. Und ehrlich gesagt: Ich habe den Ball kaum kommen sehen, so schnell ging das."

Rotterdam rannte an. Vanderzee hämmerte, Couto zirkelte, Fraser schlenzte - aber Veendam verteidigte wie in Beton gegossen. Nur Arjen Buckhout sorgte in der 40. Minute für Farbe, allerdings in Form einer Gelben Karte nach rustikalem Einsatz, der vom Schiedsrichter als "übermotiviert" eingestuft wurde.

Nach dem Seitenwechsel schien es kurz, als würde das Pendel doch noch zugunsten der Gastgeber ausschlagen. In der 59. Minute fasste sich Alexandre Blum aus zentraler Position ein Herz und traf nach feiner Vorarbeit von Rechtsverteidiger Jay Fryer zum 1:1. Der Jubel war laut, der Glaube zurück. "Ich hatte das Gefühl, jetzt kippt das Spiel", sagte Blum später. "Aber dann haben wir uns selbst ein Bein gestellt."

Denn kaum acht Minuten später passierte das, was man in Rotterdam wohl noch in Albträumen sehen wird: Die Angels konterten, der junge Gerard Van Vranken sprintete über die rechte Seite, legte quer - und Dirk Scranton vollendete trocken zum 1:2 (67.). Zwei Chancen, zwei Tore. Mehr brauchten die Angels nicht.

Feyenorth versuchte es weiter, fast verzweifelt. Couto scheiterte dreimal knapp, Blum noch einmal spät, und selbst Innenverteidiger Buckhout versuchte in der 83. Minute sein Glück - ohne Erfolg. Marco Schneider stand an der Seitenlinie mit verschränkten Armen und genoss sarkastisch die Ironie des Abends: "Wenn Schönheit Punkte gäbe, hätten wir heute gewonnen. Leider zählt aber nur, wer den Ball über die Linie bringt."

Veendam blieb cool, verteidigte tief, und als ihr Linksverteidiger Carl Xavier in der 91. Minute Gelb sah, grinste er nur und klopfte dem Schiri auf die Schulter - als wolle er sagen: "Das war’s doch wert."

Statistisch betrachtet war es ein Spiel zum Haare raufen: 14:5 Schüsse für Feyenorth, 55 Prozent gewonnene Zweikämpfe, 52 Prozent Ballbesitz - und trotzdem die zweite Niederlage im zweiten Spieltag der Eredivisie. Die Angels hingegen feiern ihren ersten Saisonsieg und dürften sich auf der Heimfahrt in den Bus gesetzt haben mit dem Gefühl: "Das war clever."

Im Kabinentrakt war die Stimmung entsprechend gedrückt. Vanderzee, der Pechvogel des Abends, murmelte: "Ich hätte heute wahrscheinlich auch aus fünf Metern übers Dach geschossen." Neben ihm versuchte Torwart Isidoro Solana, das Positive zu sehen: "Immerhin hat keiner von uns sich verletzt - das ist ja auch was."

Trainer Schneider versprach Besserung: "Wir haben das Spiel gemacht, sie die Tore. Das wird sich in den nächsten Wochen umkehren, da bin ich sicher." Ob das Optimismus oder Selbstschutz ist, bleibt offen.

Veendams Coach - der sich nach dem Spiel mit einem spitzbübischen Lächeln in Richtung Kameras drehte - brachte es auf den Punkt: "Manchmal muss man nicht der Bessere sein, nur der Klügere."

Und so endete ein Abend, an dem Feyenorth Rotterdam alles tat - außer gewinnen. Die Angels flogen davon, Rotterdam blieb zurück, ein bisschen fassungslos, ein bisschen wütend, und ganz sicher mit dem Gefühl: Fußball ist kein Gedicht, sondern ein Würfelspiel.

Vielleicht tröstet die Erkenntnis: Auch im März weht in Rotterdam der Wind von vorn. Und manchmal eben auch von Veendam.

02.12.643993 18:00
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Mit David Odonkor will ich mich dennoch nicht messen. Fußball ist nicht nur rennen, da ist auch der Ball dabei. Und es ist wichtig, dass man den trifft.
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