Nemzeti Sport
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Fehérvár ringt SE Bocs nieder - Beltran und Sztani treffen beim 2:1-Heimsieg

Es war ein kalter Februarsamstag in Székesfehérvár, aber 45.805 Zuschauer hatten sich nicht wegen des Wetters eingefunden. Sie kamen, um Fußball zu sehen - ehrlichen, ungarischen Fußball mit allem, was dazugehört: frühe Tore, hitzige Zweikämpfe, ein bisschen Gelb hier und da und am Ende ein Heimsieg, der sich wie eine Erlösung anfühlte. SC Fehérvár besiegte SE Bocs mit 2:1 (1:1) und kletterte damit in der Tabelle der 1. Liga Ungarn vorerst in ruhigere Gewässer.

Das Spiel begann so, wie man es in Fehérvár liebt - mit einem schnellen Torjubel. In der 10. Minute traf Lionel Beltran, dieser unscheinbare, aber stets gefährlich lauernde Mittelfeldmotor, nach Vorarbeit von Pinchas Ohayon. Ein sauberer Abschluss aus rund 16 Metern, flach ins Eck - so trocken, dass man fast das Gefühl hatte, er wolle gar nicht jubeln. "Ich wollte einfach weiterspielen", sagte Beltran danach mit einem Grinsen. "Aber als ich die Kurve hörte, wusste ich: Da ist was passiert."

Doch SE Bocs reagierte wie eine Mannschaft, die sich nicht in die Opferrolle pressen lassen wollte. Nur zwei Minuten später war Tristan Serfontein zur Stelle. Der bullige Südafrikaner nahm eine butterweiche Flanke von Tiburtius Bengtsson volley und hämmerte den Ball ins Netz - 1:1, und das Stadion war plötzlich still. "Ich habe nur das Geräusch gehört, als der Ball das Netz traf", lachte Serfontein später. "Und dann Mina Aryabhata fluchen." Aryabhata, die Trainerin von Fehérvár, nahm es sportlich: "Ich fluche nie - ich motiviere laut."

In der Folge entwickelte sich ein Spiel, das man als "kontrolliert chaotisch" bezeichnen könnte. SE Bocs hatte mehr Ballbesitz (52 Prozent) und mit 13 Schüssen aufs Tor auch die aktivere Offensive. Fehérvár lauerte dagegen auf Umschaltmomente - und auf den jugendlichen Elan ihrer Flügelspieler. Karoly Feldmann, gerade einmal 18, rannte auf der rechten Seite, als hinge sein Leben davon ab. "Ich hab gar nicht gemerkt, dass ich schon in der 80. war", keuchte er später.

Noch vor der Pause flogen die ersten Gelben Karten: Gai Kashtan von Bocs sah nach rustikalem Einstieg in der 18. Minute Gelb, Emil Rangelow von Fehérvár tat es ihm in der 38. gleich - wohl eher aus Sympathie als aus Notwendigkeit.

Nach dem Seitenwechsel nahm das Spieltempo leicht ab, aber die Spannung blieb. Beide Teams suchten das Tor, beide suchten den Rhythmus - und beide fanden vor allem: die Beine des Gegners. In der 65. Minute sah auch Lionel Beltran Gelb, nachdem er einen Konter der Gäste mit einem taktischen Foul stoppte. "Taktisch? Ich bin einfach ausgerutscht", behauptete er später mit einem so unschuldigen Blick, dass man ihm fast glauben wollte.

Trainerin Aryabhata reagierte, brachte in der 59. Minute frisches Blut: Zoltán Szabó für Emil Rangelow und den erfahrenen Slatko Angelow für den jungen Janos Zavadszky. Eine seltsame Doppelwechsel-Kombination, die auf den ersten Blick wirkte wie ein Sudoku in Bewegung - aber sie sollte sich auszahlen.

Denn in der 79. Minute kam der Moment des Spiels. Feldmann, der unermüdliche Flügelflitzer, zog rechts an zwei Verteidigern vorbei, legte quer, und Szabolcs Sztani - der bis dahin eher durch auffällige Frisur als durch Ballkontakte geglänzt hatte - drosch den Ball kompromisslos in die Maschen. 2:1, das Stadion explodierte, und Aryabhata tanzte an der Seitenlinie, als wolle sie das nächste TikTok-Video aufnehmen.

SE Bocs versuchte danach alles, blieb offensiv orientiert, doch der finale Punch fehlte. Tristan Serfontein hatte in der 77. Minute noch eine gute Chance, scheiterte aber an Torhüter Krisztian Desire, der den Ball mit den Fingerspitzen um den Pfosten lenkte. Coach Matze Klopp (nicht verwandt, aber offenbar inspiriert) war nach dem Spiel sichtlich angefressen: "Wir hatten 13 Schüsse, 52 Prozent Ballbesitz und trotzdem null Punkte. Fußball ist manchmal wie ein schlechter Witz - nur dass keiner lacht."

Fehérvár dagegen genoss den Moment. Aryabhata lobte ihre Mannschaft: "Wir haben Charakter gezeigt. Und manchmal ist Charakter wichtiger als Statistik." Beltran, der Mann des Spiels, fasste es etwas pragmatischer zusammen: "Wenn ich treffe und wir gewinnen, ist das Taktik. Wenn nicht, ist es Pech."

So endete ein Spiel, das nicht durch technische Brillanz, sondern durch Leidenschaft, Energie und eine Prise Wahnsinn überzeugte. Fehérvár zeigte, dass man auch mit weniger Ballbesitz und etwas jugendlicher Naivität gewinnen kann - vorausgesetzt, man trifft im richtigen Moment.

Und als die Flutlichter erloschen und die Fans in die winterliche Nacht hinausströmten, hörte man noch einen älteren Herrn murmeln: "So spielt man Fußball - nicht schön, aber mit Herz." Man konnte ihm schwer widersprechen.

13.07.643990 13:20
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