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Fehérvár feiert späten Dreifachschlag gegen Tatabánya

Es war ein kalter Januarabend in Székesfehérvár, und 45.460 Zuschauer hatten sich im Stadion eingefunden, um zu sehen, ob der SC Fehérvár seine kleine Durststrecke beenden würde. Am Ende stand ein klares 3:0 gegen den FC Tatabánya - ein Ergebnis, das deutlicher klingt, als es der Spielverlauf lange vermuten ließ.

Denn fast 80 Minuten lang passierte: nichts. Also, nichts Zählbares. Fehérvár schoss zwar aus allen Lagen - 18 Abschlüsse insgesamt -, aber der Ball wollte einfach nicht rein. Trainerin Mina Aryabhata stand an der Seitenlinie, die Hände tief in den Manteltaschen, und murmelte laut genug für die Ersatzbank: "Wenn noch einer quer statt drauf spielt, zieh ich die Stollen selber an." Ihr Team dominierte leicht den Ball (50,8 Prozent Ballbesitz), doch Tatabánya verteidigte diszipliniert - zumindest bis zur 78. Minute.

Da fasste sich der erfahrene Mittelfeldmotor Slatko Angelow ein Herz. Aus 22 Metern zog er ab, und der Ball senkte sich über den etwas zu weit vorne postierten Tatabánya-Keeper Logan Menzies ins Netz. 1:0, und eine ganze Stadt atmete auf. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Angelow später, "aber der Wind hat entschieden, dass es ein Tor wird."

Damit war der Bann gebrochen. Nur fünf Minuten später schlug der eingewechselte 18-jährige Zoltan Toldi zu - und das nach Vorlage von Emil Rangelow, der ohnehin schon den halben Platz beackert hatte. Toldi nahm den Ball mit der Brust, drehte sich elegant - und vollendete trocken zum 2:0. Sein erster Treffer im Profifußball. "Ich hab gar nicht richtig gesehen, dass er drin ist", sagte der Teenager nach Schlusspfiff. "Dann hat mich Angelow fast erdrückt. Ich dachte, er will mich auswechseln!"

Tatabánya hatte da schon zu kämpfen. Abwehrchef Vilmos Deák war nach einer Gelben Karte (52.) vorsichtiger geworden, und die Gäste wirkten platt. Kein Wunder: Schon in der 14. Minute musste Lionel Derlei verletzt runter, Tibor Kertész kam für ihn. Trainer István Horváth - der Mann, der auch in der 85. Minute noch "Pressing!" brüllt, obwohl sein Team seit 20 Minuten nicht mehr über die Mittellinie kommt - war nach dem Spiel ehrlich: "Wir hatten einen Plan. Leider hat Fehérvár beschlossen, ihren eigenen umzusetzen."

Und als alle schon die Jacken überzogen, setzte Fehérvár noch eins drauf. In der 92. Minute kombinierte sich der rechte Verteidiger Teemu Vuorinen an der Linie entlang, flankte flach in den Strafraum, und der gerade erst eingewechselte 17-jährige Karoly Feldmann schob zum 3:0-Endstand ein. Ein Tor, so sauber wie ein Sonntagmorgenkaffee. Er rannte jubelnd zur Kurve, fiel auf die Knie - und wurde fast von der halben Ersatzbank überrollt. "Ich wusste gar nicht, dass der Junge schon einen Führerschein hat", witzelte Aryabhata später.

Tatabánya hatte zwar sechs Torschüsse, aber keiner davon brachte Fehérvárs Torhüter Tamas Bene ernsthaft in Bedrängnis. Der durfte in der 90. Minute sogar raus und seinem jungen Ersatzmann Krisztian Desire ein paar Spielminuten schenken - ein seltenes Geschenk für einen Nachwuchskeeper.

Das Publikum verabschiedete das Team mit stehenden Ovationen. Drei Tore in den letzten 15 Minuten - das war Balsam für die Nerven eines Vereins, der in den letzten Wochen zu oft mit 0:0 vom Platz gegangen war.

"Wir haben Geduld bewiesen", bilanzierte Aryabhata nach dem Spiel. "Und irgendwann hat sich der Fußballgott erbarmt. Vielleicht hat er aber auch einfach nur Mitleid mit meinem Puls gehabt."

Tatabánya hingegen muss sich ankreiden, dass die "balancierte" Taktik, die über 90 Minuten unverändert blieb, am Ende zu wenig Biss brachte. "Wir wollten sicher stehen", sagte Kapitän Deák. "Das haben wir 77 Minuten lang getan. Leider dauert ein Spiel 90."

Fehérvár springt mit diesem Sieg in der Tabelle nach oben, und die Fans träumen wieder. Am Ausgang des Stadions hörte man einen älteren Herrn sagen: "So jung und schon treffen sie. Ich geh jetzt heim und guck mir die Wiederholung dreimal an."

Und so endete ein Abend, der als Geduldsprobe begann und als Jugendfest endete. Drei Tore, drei unterschiedliche Schützen, drei Generationen - Fehérvár hat wieder Spaß am Fußball gefunden. Tatabánya dagegen wird sich fragen müssen, ob "balanciert" nicht manchmal einfach ein anderes Wort für "harmlos" ist.

09.07.643987 21:32
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Das Gegentor fiel zum psychologisch ungünstigsten Zeitpunkt. Aber man muss an dieser Stelle auch einmal die Frage stellen, ob es Gegentore gibt, die zu einem psychologisch günstigen Zeitpunkt fallen.
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