Nemzeti Sport
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Fehérvar fegt Kozármisleny nieder - Fünf Tore, ein Fußballfest

Es gibt Fußballabende, da fragt man sich, ob der Gegner überhaupt den Bus zum Stadion gefunden hat. Beim 5:0-Triumph des SC Fehérvar über Kozármisleny an diesem 19. Spieltag der 1. Liga Ungarn war das eine berechtigte Frage. 48.196 Zuschauer sahen eine Vorstellung, die man getrost als Einbahnstraßenfußball bezeichnen darf - mit blinkender Ampel in Richtung des Kozármisleny-Tores.

Schon in den ersten Minuten war klar, dass Trainer Mina Aryabhata ihre Fehérvarer auf Angriff programmiert hatte. Offensive Ausrichtung, Pressing, Pässe wie im Lehrbuch - und dazu eine Spielfreude, die man zuletzt wohl beim Pausenkick der Balljungen gesehen hat. Kozármisleny dagegen stand tief, sehr tief - vermutlich so tief, dass der Mannschaftsbus gleich mit in den Strafraum passte.

Der Torreigen begann in der 30. Minute: Fjodor Konowalenko nahm eine Hereingabe von Alberte Storm volley - 1:0. "Ich hab einfach draufgehalten. Wenn du nicht schießt, kannst du auch nicht treffen", grinste der Mittelfeldstratege später, noch immer mit einem Grashalm im Haar. Drei Minuten später revanchierte sich Storm selbst - nach Zuspiel von Slatko Angelow schob er lässig zum 2:0 ein. Und weil es so schön war, legte der Däne (Storm, 24) in der 42. Minute noch eins drauf, diesmal nach feiner Vorarbeit von Alexander Koranyi. 3:0 zur Pause - Kozármisleny war zu diesem Zeitpunkt vermutlich froh, dass Halbzeiten nur 45 Minuten dauern.

"Wir wollten eigentlich kompakt stehen", erklärte Gästecoach Mike Reimann später, "aber irgendwie standen wir dann halt nur." Seine Spieler untermauerten das unfreiwillig: Zwei Gelbe Karten in der 36. und 37. Minute - offenbar der Versuch, wenigstens in der Statistik mitzuhalten.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich - nichts. Fehérvar kombinierte weiter, Kozármisleny rannte hinterher. In der 69. Minute traf Angelow zum 4:0, nach Vorlage des offensivfreudigen Linksverteidigers Desire Fazekas. "Ich hab kurz überlegt, ob ich den Ball in den Winkel zirkle oder einfach reinschieße", sagte Angelow mit einem Augenzwinkern. "Dann hab ich mich für beides entschieden." Nur vier Minuten später folgte das 5:0: István Bozsik, der quirlig-rechtsfüßige Wirbelwind, verwertete ein Zuspiel von Szabolcs Sztani - und das Stadion bebte.

Danach spielte Fehérvar Katz und Maus - 19 Torschüsse, 59 Prozent Ballbesitz, Tacklingquote von über 57 Prozent. Kozármisleny hatte zwei Schüsse aufs Tor - beide dürften Torwart Tamas Bene eher als kleine Aufwärmübung gedient haben.

Trainer Aryabhata zog nach dem Spiel ein Fazit, das so nüchtern klang wie das Ergebnis deutlich war: "Wir haben unseren Plan umgesetzt. Die Jungs haben Spaß gehabt, und das sieht man auch am Ergebnis." Auf die Frage eines Reporters, ob sie sich nach dem 3:0 zur Pause nicht zurücklehnen wollte, lachte sie: "Ich lehne mich nur beim Yoga zurück, nicht beim Fußball."

Ein kleiner Moment des Humors war auch auf dem Platz zu beobachten, als Storm in der 75. Minute nach einem vergebenen Schuss Richtung Tribüne rief: "Ich wollte nur jemanden wachhalten da oben!" - woraufhin ein älterer Zuschauer mit Bier in der Hand antwortete: "Mach ruhig weiter, Junge, ich bin schon wach!"

Reimann hingegen wirkte nach Schlusspfiff wie ein Mann, der gerade eine besonders unangenehme Steuerprüfung hinter sich gebracht hat. "Fehérvar war heute eine Nummer zu groß. Oder zwei. Oder fünf", murmelte er. Dann fügte er hinzu: "Aber wir nehmen das als Lehrstunde. So spielt man modernen Fußball."

Fehérvar dagegen darf sich über einen rundum gelungenen Abend freuen: Kein Gegentor, fünf verschiedene Vorlagengeber, ein Publikum in Feierlaune. Und das bei Temperaturen um den Gefrierpunkt, während Kozármisleny-Spieler Bernard Malfoy wohl noch immer nach dem Ball sucht, den Bozsik in der 84. Minute fast im Netz versenkt hätte.

Zum Schluss blieb nur noch das Lächeln von Trainerin Aryabhata, die beim Abgang von der Seitenlinie kurz inne hielt, in die Menge winkte und sagte: "Manchmal ist Fußball ganz einfach - man muss ihn nur spielen."

Ein Satz, der an diesem Abend so wahr war wie das Ergebnis auf der Anzeigetafel: SC Fehérvar 5, Kozármisleny 0. Und wer das gesehen hat, weiß: Es gibt Niederlagen - und dann gibt es Lehrstücke in Sachen Fußballkunst. Dieses Spiel war Letzteres.

14.01.643991 13:57
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Wie immer, wenn man Koffer packt, ist das alles nicht so spaßig, Hemden zusammen legen oder Hosen. Vor allem, wenn die eigene Frau nicht dabei ist.
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