Nemzeti Sport
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Fehérvár fegt Barcs vom Platz - 6:1-Demonstration der jungen Wilden

Ein bitterkalter Januarabend, 27 000 Zuschauer im Stadion von Barcs - und ein Spiel, das die Heimmannschaft wohl am liebsten aus dem Kalender streichen würde. Der SC Fehérvár kam, sah und schoss. Und zwar sechsmal. Das Endergebnis: 1:6 (0:4). Wer nur das Ergebnis liest, ahnt kaum, wie früh der Albtraum für den FC Barcs begann.

Bereits in der 13. Minute klingelte es zum ersten Mal: Emilio Solana, 21 Jahre jung und offenbar mit einem Turbo im rechten Schuh, traf nach schönem Zuspiel von Lionel Beltrán. Der Jubel der mitgereisten Fehérvár-Fans war kaum verklungen, da machte Solana in der 26. Minute gleich das zweite - diesmal nach Vorlage von Alexander Koranyi. "Ich hatte einfach Spaß, der Ball lief, wir liefen - und Barcs schaute zu", grinste Solana später in der Mixed Zone.

Doch es kam noch dicker. Nur eine Minute nach Solanas zweitem Treffer war der 17-jährige Alfred Szabics zur Stelle. Auch er bedankte sich artig bei Beltrán, der bereits sein zweites Assist lieferte. Als dann in der 31. Minute Szabolcs Sztani mit einem satten Linksschuss das 0:4 markierte, war klar: Das hier wird kein gemütlicher Heimabend für Barcs.

Trainer Mina Aryabhata von Fehérvár stand an der Seitenlinie mit verschränkten Armen, lächelte aber auffällig gelassen. "Wir wollten zeigen, dass unsere jungen Spieler Verantwortung übernehmen können. Offenbar haben sie mich wörtlich genommen", sagte sie später mit einem Augenzwinkern.

Die Statistik sprach ebenfalls eine klare Sprache: 13 Torschüsse der Gäste, 8 von Barcs. Ballbesitz? Fast ausgeglichen - 52 Prozent zu 48 Prozent. Doch Zahlen können täuschen: Fehérvár war in jeder Szene gefährlicher, entschlossener, schlicht besser.

Nach der Pause versuchten die Hausherren, wenigstens den Schaden zu begrenzen. Doch kaum hatte man sich sortiert, traf in der 47. Minute Alexander Koranyi - 0:5. "Da hab’ ich kurz überlegt, ob ich den Fernseher ausschalten darf", murmelte ein Fan auf der Tribüne, der sich in seine Decke kuschelte.

Erst in der 58. Minute ließ Szabolcs Sztani sein zweites Tor folgen. 0:6 - und noch über eine halbe Stunde zu spielen. Fehérvár nahm daraufhin spürbar Tempo raus, Barcs durfte ein bisschen mitspielen, und tatsächlich gelang Julian Eusebio in der 61. Minute der Ehrentreffer. Nach einem Pass von Rechtsverteidiger Tamas Szalay traf er flach ins Eck - das Stadion jubelte, als wäre der Klassenerhalt geschafft.

"Das war wenigstens ein Moment, in dem wir uns lebendig fühlten", sagte Eusebio, bevor er wenig später mit Gelb-Rot (69.) unter die Dusche geschickt wurde. Seine zweite Verwarnung - ein etwas übermotiviertes Einsteigen im Mittelfeld - passte ins Bild des Abends: zu spät, zu heftig, zu frustriert.

Trainer Aryabhata wechselte in der Schlussphase munter durch, ließ sogar ihren 18-jährigen Ersatztorhüter Krisztian Desire in der 90. Minute noch ein paar Sekunden Erstligaluft schnuppern. Ein kleines Symbol dafür, wie locker ihre Mannschaft das Spiel nahm.

Barcs hingegen wirkte am Ende ratlos. Kein Pressing, keine echte Struktur, und die "ausgewogene Ausrichtung" aus dem Taktikzettel sah eher nach höflicher Einladung zum Toreschießen aus. "Ich hatte das Gefühl, wir warteten darauf, dass der Schiedsrichter uns erlöst", soll Kapitän Filip Neziri nach dem Spiel leise gesagt haben - bevor auch er sich noch eine Gelbe (85.) abholte.

Fehérvárs junge Offensivreihe - Solana, Szabics, Toldi - spielte mit unverschämter Leichtigkeit. Beltrán, erst 20, lenkte das Mittelfeld, als hätte er schon hundert Spiele auf dem Buckel. "Die Jungs sind frech, schnell, und manchmal wissen sie selbst nicht, was sie als Nächstes tun. Genau das macht sie so gefährlich", lobte Aryabhata.

Als der Schlusspfiff kam, wirkte das 1:6 fast gnädig. Die Zuschauer verabschiedeten ihre Mannschaft trotzdem mit Applaus - vielleicht aus Mitleid, vielleicht aus Lokalpatriotismus.

Und irgendwo auf der Gegengerade meinte ein älterer Herr in dicker Mütze: "So schlimm war’s gar nicht. Wenigstens haben wir ein Tor gesehen." Ein Satz, der diesen Abend perfekt zusammenfasst.

Denn manchmal ist Fußball wie das Leben: Man verliert hoch, aber man darf trotzdem lächeln - solange wenigstens einer trifft.

11.07.643987 21:39
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