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FC Visp feiert stürmischen 4:2-Sieg gegen Blau-Weiss Luzern

Es war ein frostiger Januarabend im Stadion von Visp, aber die 29.500 Zuschauer erlebten ein Spiel, das alles andere als kühl verlief. Der FC Visp besiegte Blau-Weiss Luzern am 15. Spieltag der 1. Liga Schweiz mit 4:2 (1:0) - eine Partie, die von Leidenschaft, Tempo und einem gewissen Kai Saint-Pierre geprägt war, der gleich drei Mal einnetzte und danach grinste, als hätte er gerade das Patent auf Tore angemeldet.

Schon in der 12. Minute begann das Spektakel: Florian Peltier, der rechte Wirbelwind der Visper Offensive, zimmerte den Ball nach feiner Vorarbeit von Johannes Adam ins Netz. "Ich wollte eigentlich flanken", sagte Peltier später schmunzelnd, "aber der Ball hat sich entschieden, reinzugehen." Trainerin Cecilia Schneider klatschte an der Seitenlinie und rief: "So spielt man Fußball, nicht Schach!"

Luzern, offensiv eingestellt wie immer unter Reinhard Wild, reagierte mit Wut und Wille. Felipe Caballero prüfte den Visper Keeper Jakub Rasiak mehrfach, aber dessen Handschuhe schienen an diesem Abend aus Magnetstoff zu bestehen. Auch Roger Römer, der junge Linksaußen der Luzerner, versuchte es waghalsig aus der Distanz - vergeblich. Nach einer Gelben Karte gegen Pierre Gramont (17.) wurde das Spiel körperlicher, aber nie unfair.

Nach dem Seitenwechsel sorgte Kai Saint-Pierre dafür, dass die Partie endgültig Visper Handschrift trug. In der 52. Minute verwertete er eine butterweiche Vorlage von Johannes Blanchard zum 2:0. Kaum fünf Minuten später brachte Luzern durch Caballero, nach Pass von Dylan Bosworth, wieder Spannung ins Spiel - 2:1, und die Gäste witterten Morgenluft.

"Da dachte ich kurz, jetzt kippt das Ding", gab Schneider später zu. Doch Kai Saint-Pierre hatte andere Pläne. In der 71. Minute lauerte er am Fünfmeterraum, als Ivan Silva die Flanke von links brachte - und drosch das Leder humorlos unter die Latte. 3:1. "Ich hab nur die Augen zugemacht und gehofft, dass keiner im Weg steht", lachte Saint-Pierre nach dem Spiel.

Die Luzerner rannten an, aber wirkliche Durchschlagskraft blieb Mangelware. Reinhard Wild brachte den 18-jährigen Franck Stock für Carey (72.) und später den quirligen Piotr Chawanow (78.) - der prompt für frischen Wind sorgte, aber eben keinen Sturm. Visp spielte das Ergebnis clever herunter, bis die Nachspielzeit kam - und wieder dieser Saint-Pierre. In der 95. Minute nutzte er einen Pass von Oscar Menzel und machte mit seinem dritten Treffer den Sack zu.

"Ich hab ihm gesagt, er soll mal etwas egoistischer werden", flüsterte Schneider nach dem Spiel mit einem Augenzwinkern. "Das hat er wohl zu wörtlich genommen."

Doch die Partie war noch nicht ganz vorbei: Luzerns Ilias Chalbinski wollte sich nicht ohne Gruß verabschieden und hämmerte in der 96. Minute den Ball zum 4:2-Endstand ins Netz - ebenfalls nach Vorlage von Bosworth. "Zumindest haben wir gezeigt, dass wir bis zur letzten Sekunde kämpfen", meinte Wild, der trotz der Niederlage betonte: "Wir schießen weiter, irgendwann trifft auch einer früher."

Die Statistik untermauerte das muntere Hin und Her: 18 Torschüsse für Visp, 11 für Luzern, Ballbesitz nahezu ausgeglichen (51 zu 49 Prozent). Beide Teams spielten offensiv, beide wollten Tore - aber nur eines hatte einen Saint-Pierre in dieser Form.

Ein kleiner Wermutstropfen blieb: In der 95. Minute musste Georgi Abadschiew verletzt vom Platz, für ihn kam Humberto Morales. "Ein Krampf, mehr nicht", beruhigte Schneider, "der wollte nur früher duschen."

So endete ein Spiel, das in Sachen Unterhaltung locker Eintrittsgeld und Glühweinpreis rechtfertigte. Die Fans verabschiedeten ihre Mannschaft mit Standing Ovations, während Saint-Pierre mit dem Spielball unter dem Arm in die Kabine verschwand - wahrscheinlich, um ihn zu signieren und über das Bett zu hängen.

"Drei Tore, drei Punkte - was will man mehr?", fragte er und grinste in die Mikrofone. Vielleicht noch einen Keks, könnte man ergänzen. Aber vorerst reicht dem FC Visp der süße Geschmack des Sieges.

30.06.643987 04:20
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Rainer Calmund
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