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Eschborns Betonabwehr trifft auf Fuhlenbrocks Effizienz - 1:1 der besonderen Art

Ein Montagabendspiel, Flutlicht, 51.470 Zuschauer - und eine Begegnung, die irgendwo zwischen Schachpartie und Straßenkampf pendelte: Der 1. FC Eschborn und der SV Fuhlenbrock trennten sich am 8. Spieltag der 1. Liga Deutschland mit 1:1. Ein Ergebnis, das beide Trainer mit hochgezogenen Augenbrauen quittierten - und das in seiner Entstehung durchaus originell war.

"Ich sag’s mal so: Wenn mein Innenverteidiger das Tor macht, dann weiß man, dass der Plan aufgegangen ist - oder völlig schiefgelaufen", grinste Eschborns Coach Yas Sin nach dem Spiel. Gemeint war Peter Penksa, 22, seines Zeichens Innenverteidiger mit gelegentlichem Hang zur Abenteuerlust. In der 37. Minute stürmte er nach vorn, bekam eine butterweiche Flanke von Rechtsaußen Jacob Holz auf den Scheitel und nickte zum 1:1-Ausgleich ein. Das Stadion jubelte, als wäre gerade der Klassenerhalt eingetütet worden.

Da lag der Rückstand gerade zwei Minuten zurück: In der 35. Minute hatte Fuhlenbrock durch Rhys Hennessy eiskalt zugeschlagen - Vorlage von Oldie Marcel Cocis, 34, der mit der Gelassenheit eines Mannes spielte, der schon auf jedem Rasen Europas gestanden hat. "Ich hab einfach reingespielt, und der Rhys macht das Ding - ganz einfach. Na gut, fast einfach", sagte Cocis später mit einem Augenzwinkern.

Zuvor hatte Eschborn deutlich mehr vom Spiel. 16 Torschüsse gegenüber nur 6 der Gäste, 55 Prozent Ballbesitz, 54 Prozent gewonnene Zweikämpfe - die Statistiker hatten einen arbeitsreichen Abend. Doch der Ball wollte lange nicht rein. Ximenis, der quirlig-linke Mittelfeldmotor, prüfte Fuhlenbrocks Keeper Van Antwerp gleich dreimal (16., 32., 52. Minute), während Holz auf der rechten Seite Flanke um Flanke in den Strafraum drosch. "Ich dachte irgendwann, der Ball hat was gegen uns", murmelte er nach dem Spiel und lachte.

Fuhlenbrock hingegen spielte clever. Trainer Mike Lowrey - ja, der mit der Sonnenbrille - ließ offensiv antreten, aber mit kühlem Kopf. Seine Mannen standen tief, warteten auf Fehler und schalteten blitzschnell um. Das 1:0 nach einer halben Stunde war die logische Folge: Ein schneller Pass durchs Zentrum, ein Haken von Hennessy, und der Ball zappelte im Netz. "Das war unser Plan - kurz, direkt, schmerzhaft", kommentierte Lowrey trocken.

Nach dem Doppelschlag in der 35. und 37. Minute wurde die Partie hitziger. Gelbe Karten regneten auf den Rasen, insgesamt sechs an der Zahl - vier davon für Fuhlenbrock, zwei für Eschborn. Besonders Wilhelm Behrens, der rechte Verteidiger der Gäste, fiel mit einer rustikalen Grätsche in der 18. Minute auf, die mehr an Wrestling als an Fußball erinnerte. "Ich hab den Ball gespielt", beteuerte er später, während sein Gegenspieler Longfellow mit einem Lächeln konterte: "Ja, den Ball schon - aber erst nachdem du mich umgetreten hattest."

Eschborn wechselte zur Pause doppelt: Torwart Carmody musste raus, Amaury Alvarez kam, und im Mittelfeld ersetzte der junge Elliot Caroll den blassen Houghton. "Wir wollten frischen Wind", erklärte Trainer Sin. Und tatsächlich - Eschborn drückte nach der Pause. Buchholz, der bullige Linksaußen, prüfte den Keeper in der 46., 76. und 78. Minute, Holz und Ximenis hatten weitere Chancen. Doch Van Antwerp hielt, was zu halten war, und manchmal auch das, was eigentlich unhaltbar schien.

Fuhlenbrock hingegen verteidigte das Remis wie ein kostbares Familienerbstück. In der 65. Minute brachte Lowrey frische Beine: Cuadrado und Pivaljevic kamen, Hennessy und Fernandez gingen. "Ich wollte Stabilität, und vielleicht ein Wunder", sagte der Coach später mit einem Grinsen. Das Wunder blieb aus, aber der Punkt blieb bestehen.

In der Schlussphase wurde es noch einmal turbulent. Penksa, der Held des Abends, sah in der 73. Minute Gelb, nachdem er einem Fuhlenbrocker etwas zu deutlich erklärte, wem der Strafraum gehört. Kurz vor Schluss durfte der 20-jährige Nowak noch sein Debüt feiern - für ihn ein Moment fürs Poesiealbum, für Eschborn eine symbolische Geste.

Als Schiedsrichter Klose abpfiff, klatschten sich beide Teams erschöpft ab. 1:1 - ein Ergebnis, das niemanden glücklich machte, aber alle irgendwie zufrieden. "Wir hätten gewinnen müssen", knurrte Sin, "aber wenigstens haben wir kein zweites Mal gepatzt." Und Lowrey? Der hob die Schultern: "Auswärts einen Punkt - das ist wie ein Gratisbier nach einem schlechten Konzert."

So endete ein Abend, der alles hatte - Tempo, Emotionen, Karten, Torszenen und sogar einen torgefährlichen Innenverteidiger. Und wer weiß: Vielleicht wird man in Eschborn noch lange sagen, dass Peter Penksa damals das Tor des Monats schoss - zumindest in den Herzen der Heimfans.

31.01.643994 14:10
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