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Eschborn schockt Gelsenkirchen - 3:1 zum Auftakt mit Wucht und Witz

32.042 Zuschauer im altehrwürdigen Stadion von Gelsenkirchen hatten sich auf einen standesgemäßen Saisonauftakt gefreut. Am Ende schauten sie ungläubig auf die Anzeigetafel: 1:3 hieß es da - und der Außenseiter aus Eschborn tanzte ausgelassen im Mittelkreis. Trainer Yas Sin grinste breit: "Wir wollten einfach Spaß haben. Dass der Spaß gleich drei Tore bringt, war nicht eingeplant - aber gern genommen."

Schon in der Anfangsphase zeigte sich, dass die Gäste wenig Respekt mitgebracht hatten. Während Gelsenkirchen 04 zwar den Ball mit 51 Prozent leicht häufiger zirkulieren ließ, wirkte Eschborn zielstrebiger - neun Torschüsse gegenüber gerade einmal drei der Hausherren sprechen eine deutliche Sprache. Es dauerte nur bis zur 20. Minute, da rauschte Tomasz Buchholz nach Vorlage von Bernt Geier in den Strafraum, nahm den Ball in vollem Lauf mit und versenkte ihn trocken ins lange Eck. Heimtorwart Robert Hein streckte sich vergeblich. "Ich hab den Ball kommen sehen, aber er kam irgendwie schneller als erwartet", murmelte Hein später, halb entschuldigend, halb fassungslos.

Kaum fünf Minuten später folgte der zweite Schlag. Meik John, eigentlich Rechtsverteidiger, stürmte mutig mit nach vorn, bekam den Ball von Jacob Holz und drosch ihn unter die Latte - 0:2. Auf der Gelsenkirchener Bank setzte Trainer Andreas Meyer zu einem dieser typischen Gesten an, die irgendwo zwischen Verzweiflung und Yogaübung liegen. "Die Jungs waren wach - nur leider in der falschen Realität", sagte er später mit bitterem Lächeln.

Bis zur Pause mühten sich die Gastgeber redlich, doch die Eschborner Defensive stand kompakt, und Torhüter Ashton Carmody strahlte die Ruhe eines Mannes aus, der notfalls auch noch 90 Minuten Dauerdruck aushält. Kurz vor dem Seitenwechsel musste er allerdings verletzt raus, Ersatzkeeper Amaury Alvarez kam und fügte sich nahtlos ein - auch das passte zum Abend der Gäste.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild zunächst. Meyer brachte Günter Meissner für den blassen Yanik Schrader, und plötzlich lief der Ball flüssiger. In der 56. Minute dann das Lebenszeichen: Joschua Lindemann, der Kapitän, drückte nach Flanke von Jannick Kurz den Ball über die Linie - 1:2, das Stadion erwachte, Bierbecher flogen, und für einen Moment roch es nach Aufholjagd.

"Da dachte ich: Jetzt kippt das Ding", erzählte Lindemann später, noch schweißnass. Aber Eschborn blieb unbeeindruckt. Statt hektisch zu reagieren, zogen sie ihr Spiel mit stoischer Ruhe durch. In der 68. Minute dann der endgültige Nackenschlag: Der 20-jährige Sven Will fasste sich ein Herz, zog aus gut 20 Metern ab - und der Ball schlug unhaltbar im Winkel ein. Wieder hatte Jacob Holz die Vorlage geliefert, und der junge Will jubelte, als hätte er gerade die Weltmeisterschaft entschieden.

Danach war die Luft raus. Gelsenkirchen versuchte es noch mit dem 17-jährigen Justin Gebhardt, der für Rechtsverteidiger Kurz kam, doch die Eschborner ließen nichts mehr anbrennen. Ein letzter Schuss von Jacob Holz in der 89. Minute strich knapp vorbei - hätte er getroffen, wäre das 4:1 wohl noch folgerichtig gewesen.

In der Statistik blieb Gelsenkirchen zwar beim Ballbesitz leicht vorn, doch Eschborn gewann mehr Zweikämpfe (54 zu 46 Prozent) und spielte mit einer Mischung aus Mut und Pragmatismus, die man in dieser Liga selten sieht. "Wir haben einfach gemacht, was wir trainiert haben - lange Bälle, aggressiv draufgehen, fertig", erklärte Torschütze Meik John mit einem Schulterzucken, als wäre das Ganze eine simple Handwerksübung.

Trainer Yas Sin schloss sein Statement mit einem Augenzwinkern: "Ich hoffe, wir haben nicht zu früh unser Pulver verschossen. Aber wenn wir schon mal oben stehen, genießen wir den Ausblick."

Andreas Meyer hingegen wirkte nachdenklich: "Das war ein Schuss vor den Bug. Wir haben offensiv gespielt, aber vergessen, dass man auch verteidigen muss." Auf die Frage, ob er personelle Konsequenzen ziehe, antwortete er trocken: "Vielleicht bring ich nächste Woche einfach elf Verteidiger - sicher ist sicher."

So endet der erste Spieltag mit einer kleinen Sensation. Der 1. FC Eschborn entführt nicht nur drei Punkte aus Gelsenkirchen, sondern auch ein gehöriges Stück Selbstvertrauen. Und die Gastgeber? Müssen sich vorwerfen lassen, den Saisonstart verschlafen zu haben - oder, wie ein Fan auf der Tribüne rief: "Wenigstens das Bier war kalt!"

Ein Anfang, über den in Eschborn wohl noch lange gelacht wird - und in Gelsenkirchen wohl noch länger nicht.

11.11.643993 12:20
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