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Bundesliga | 20. Spieltag | 31.08.26 | 1. FC Eschborn - SV Beuel 5:4 Um 20.30 Uhr begann das Spektakel, zunächst mit Vorteilen für die Gäste. Jorge Quaresma und Aygün Göktan prüften in der Anfangsphase mehrfach die Eschborner Defensive, doch Torhüter Ashton Carmody blieb zunächst Herr der Lage. Beuels Salvatore Marco sah bereits in der sechsten Minute Gelb - ein früher Hinweis darauf, dass dieses Spiel nicht zwingend in Richtung gepflegter Abendunterhaltung laufen würde. In der 20. Minute schlug dann Eschborn zu. Tomasz Buchholz traf nach Vorarbeit von Adamantios Manos zum 1:0. Die Gastgeber hatten zu diesem Zeitpunkt längst ihren offensiven Plan ausgepackt: nicht lange fragen, sondern schießen. Patrick Herrmann und Buchholz hatten zuvor bereits für Unruhe gesorgt. "Wir wollten mutig auftreten. Vielleicht waren wir an manchen Stellen sogar mutiger als vernünftig", sagte Eschborns Trainer Yas Sin später mit einem Lächeln. Die Antwort des SV Beuel ließ nicht lange auf sich warten. Aygün Göktan glich in der 23. Minute nach Zuspiel von Janek Willimowski aus. Beuel blieb seinem Konzept treu: offensiv ausgerichtet, mit schnellen Kontern und hoher Aggressivität. Das war weniger ein kontrollierter Spielaufbau als ein gut gekleideter Überfall. Eschborn ließ sich davon nicht beeindrucken. In der 37. Minute erzielte Manos, diesmal nach Vorlage von Marcel Grenier, das 2:1. Doch die Führung hielt nur sechs Minuten. Jürgen Michels stellte nach erneutem Willimowski-Zuspiel auf 2:2. Die Zuschauer bekamen für ihr Geld bis dahin bereits mehr geboten als manche Mannschaft in drei Spieltagen zusammen. Nach der Pause dauerte es gerade einmal zwei Minuten, ehe Jaime de Villota Eschborn erneut in Führung brachte. Harry Washington hatte vorbereitet. Die Hausherren erhöhten nun den Druck, pressten aktiver und suchten nicht mehr jeden Abschluss aus der Entfernung. Offenbar hatte Sin in der Kabine die Taktik von "irgendwann wird schon einer reingehen" auf "wir nehmen wenigstens eine gute Chance" umgestellt. In der 64. Minute war wieder Buchholz zur Stelle. Sein zweiter Treffer des Abends, erneut nach Vorlage von Manos, bedeutete das 4:2. Beuel schien angezählt - aber offenbar hatte niemand dem SV gesagt, dass das Spiel schon entschieden sei. Zwei Minuten später verkürzte Quaresma nach Kallios Zuspiel auf 3:4. In der 68. Minute stellte de Villota den alten Abstand wieder her: 5:3, erneut vorbereitet von Manos. Beuel gab dennoch nicht auf. Quaresma erzielte in der 72. Minute nach einer weiteren Vorlage von Joonas Kallio seinen zweiten Treffer und machte die Schlussphase zur Nervenprüfung. Eschborn brachte in der 90. Minute noch Meiser, Lemke und Matthijs de Ligt, während Beuel ebenfalls wechselte. Die Uhr lief, der Vorsprung schrumpfte gefühlt mit jeder Sekunde, doch der Ausgleich blieb aus. "Bei 5:4 denkt man nicht mehr über Schönheit nach, sondern nur noch über die nächste Befreiung", sagte Sin. Sein Gegenüber Rene Kuhl nahm die Niederlage mit Galgenhumor: "Wir haben vier Tore geschossen und trotzdem verloren. Das ist entweder Pech oder eine sehr kreative Form von Verteidigung." Eschborn hatte am Ende 54,96 Prozent Ballbesitz, 18 Torschüsse gegenüber zwölf der Gäste und auch bei den gewonnenen Zweikämpfen leichte Vorteile. Entscheidend war jedoch vor allem eines: Die Gastgeber trafen fünfmal. In einem Spiel mit neun Toren ist das, bei aller Mathematik, immer noch die überzeugendste Statistik. 31.08.2026 22:20 |
Sprücheklopfer
Ich habe versucht, den Spielern das Gefühl zu geben, dass sie Fehler machen dürfen. Das haben sie bis auf wenige Ausnahmen gut gemacht.
Rudi Völler