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Eschborn entführt drei Punkte aus Ilmenau - Germania wacht zu spät auf

42566 Zuschauer hatten sich an diesem frostigen Januarabend im Ilmenauer Stadion versammelt, eingepackt in Schals, Mützen und Hoffnung. Hoffnung, dass Germania Ilmenau nach der Winterpause frischer, bissiger und treffsicherer auftritt. Nach 90 Minuten stand jedoch ein vertrautes Resultat auf der Anzeigetafel: 1:2 gegen den 1. FC Eschborn. Wieder zu spät gezündet, wieder Lehrgeld bezahlt.

Dabei begann alles mit einem Paukenschlag - allerdings auf der falschen Seite. Schon in der 9. Minute drehte Eschborns Tomasz Buchholz auf der linken Seite auf, zog nach innen und traf trocken ins lange Eck. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", murmelte Ilmenaus Keeper Vitorino Manu später und schüttelte den Kopf. Trainer Thorben Hartung dagegen sah eher aus, als hätte man ihm den Glühwein verschüttet.

Eschborn blieb dran, spielte mutig über die Flügel, ganz so, wie Trainer Yas Sin es gern hat: "Wir wollten Germania gar nicht erst ins Spiel kommen lassen. Flügel, Flügel, Flügel - das war unser Motto." Und das funktionierte prächtig. In der 31. Minute donnerte Petar Milosevic den Ball nach einer Kopfballablage von Johannes Nowak aus 20 Metern unter die Latte. 0:2 - und die 18-jährige Nachwuchshoffnung Nowak grinste, als hätte er gerade bei den Profis sein erstes Taschengeld verdient.

Ilmenau dagegen wirkte bis zur Pause wie eingefroren. 48 Prozent Ballbesitz, viele Fehlpässe, aber immerhin elf Torschüsse am Ende - das klang besser, als es aussah. "Wir haben eigentlich gar nicht so schlecht gespielt", verteidigte Hartung seine Elf nach dem Spiel. "Nur das mit den Toren, das müssen wir nochmal üben."

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild. Germania plötzlich offensiv, lauffreudig, fast trotzig. Besonders Rafael Weis auf der rechten Seite rannte, als wolle er beweisen, dass Außenverteidiger mehr können als grätschen. In der 59. Minute belohnte sich das Team: Weis flankte butterweich in die Mitte, Lucas Reimann hielt den Fuß hin - 1:2! Endlich Leben in der Bude.

Das Stadion erwachte. "Da war plötzlich wieder Stimmung", grinste Reimann später. "Ich hab sogar den Stadionsprecher gehört - und der war lauter als meine Mutter beim Sonntagsessen." Germania drückte, Hennig und Korn feuerten aus allen Lagen (die Statistik zählte elf Schüsse, gefühlt waren es doppelt so viele), doch Eschborns Keeper Logan Cochran blieb ruhig wie ein Zen-Mönch im Schneesturm.

In der 65. Minute reagierte Hartung mit einem Wechsel: Dirk Anders kam für Luca Erdmann, um neuen Schwung zu bringen. "Dirk hat frische Beine", erklärte der Coach - und Anders lieferte prompt einen Sprint, der die Eckfahne erzittern ließ. Nur: Der Ball wollte einfach nicht mehr rein.

Eschborn verteidigte clever, wechselte spät und taktisch geschickt. Sin brachte in der 90. Minute den jungen Linus Fritsch und Isaac McShane - beide 18, beide mit der Körpersprache von Leuten, die noch nie Angst vor einem Zweikampf hatten. Fritsch sorgte sogar in der Nachspielzeit noch für einen gefährlichen Schuss auf das Tor (96. Minute!), den Manu gerade so parierte.

"Wir hätten das dritte Tor machen müssen", ärgerte sich Sin trotz des Sieges. "So war’s am Ende nochmal unnötig spannend. Aber ehrlich - wir leben auch ein bisschen vom Nervenkitzel."

Nach dem Abpfiff applaudierten die Ilmenauer Fans trotzdem. Vielleicht, weil sie spürten, dass ihre Mannschaft in der zweiten Halbzeit Herz gezeigt hatte. Vielleicht auch, weil man in Ilmenau weiß, dass Fußball manchmal eben so ist: erst Pech, dann Hoffnung, dann Feierabendbier.

Statistisch gesehen war das Spiel ausgeglichen - 48,7 Prozent Ballbesitz für Ilmenau, 51,3 für Eschborn, elf zu sieben Torschüsse. Doch die Effizienz lag klar auf Seiten der Gäste. Germania kämpfte, aber Eschborn traf.

"Wir haben uns selbst geschlagen", fasste Hartung zusammen. "Zwei individuelle Fehler, und du rennst hinterher. Trotzdem: Wir bleiben dran."

Und tatsächlich: Wer die zweite Halbzeit gesehen hat, könnte meinen, da wächst etwas zusammen. Vielleicht nicht sofort, aber bald. Nur sollte Ilmenau lernen, schon vor der 45. Minute wach zu sein - denn Fußballspiele dauern bekanntlich 90 Minuten.

Oder, wie ein sarkastischer Fan auf der Tribüne rief, als die Anzeigetafel erlosch: "Beim nächsten Mal fangen wir einfach zehn Minuten früher an!"

Ein kleiner Trost bleibt: Die Rückrunde hat gerade erst begonnen. Und manchmal reicht ein Funke - oder eine Flanke von Rafael Weis - um das Feuer wieder zu entfachen.

15.08.643987 12:30
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Fredi Bobic
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