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Eschborn dreht die Partie: Fernando Antonio und Co. besiegen Beuel 3:2

Wenn 50.270 Zuschauer an einem Mittwochabend in Eschborn die Tribünen füllen, dann riecht das nach großem Fußball. Und sie wurden nicht enttäuscht: Der 1. FC Eschborn gewann am 10. Spieltag der 1. Liga Deutschland nach einem wilden Auf und Ab mit 3:2 gegen den SV Beuel - ein Spiel, das alles hatte: Drama, Tore, Verletzungen und eine Prise Wahnsinn.

Schon vor dem Anpfiff hatte Eschborn-Coach Yas Sin angekündigt: "Wir wollen das Spiel dominieren, aber uns nicht erwischen lassen wie letzte Woche." Dominieren war dann allerdings zunächst eher Beuel angesagt. Die Gäste begannen frech, mutig - und mit einem Vladimir Valachovic in Galaform. In der 28. Minute nutzte der slowakische Rechtsaußen einen Stellungsfehler in Eschborns Hintermannschaft, schob eiskalt ins rechte Eck ein und jubelte mit jener Lässigkeit, die man sonst nur von Espresso-trinkenden Italienern kennt.

Nur sieben Minuten später antwortete Eschborns Sturmspitze Fernando Antonio - und wie! Nach einem feinen Zuspiel von Tomasz Buchholz drehte er sich blitzschnell im Strafraum, schoss halbhoch und ließ Beuels Keeper Herbert Dahlstrom keine Chance. 1:1, und das Stadion vibrierte. "Da wusste ich: Jetzt kippt’s", grinste Antonio später.

Doch Beuel hatte noch eine Antwort. Kurz vor der Pause (45.) war es wieder Valachovic, der nach einer butterweichen Flanke von Max McGeady per Kopf traf. Das 1:2 zur Halbzeit fühlte sich für Eschborn an wie ein Stich ins Herz - auch wenn sie 56 Prozent Ballbesitz und mehr Zug zum Tor hatten. "Ich hab’ in der Kabine gesagt: Kopf hoch, Jungs, wir haben noch 45 Minuten, um’s zu reparieren", verriet Trainer Sin.

Und die zweite Hälfte begann, wie sie sollte - mit Druck, Leidenschaft und, naja, ein bisschen Chaos. Beuel musste in der 52. Minute den angeschlagenen Leandro Rodrigo vom Platz nehmen. Trainer Rene Kuhl winkte nur ab: "So ist Fußball. Einer fällt, ein anderer steht auf." In diesem Fall stand Joshua McGeady auf, der sich prompt in die Zweikämpfe warf - allerdings ohne Fortune.

In der 64. Minute schlug wieder Fernando Antonio zu. Nach einem Eckball von Nael Goncalves stieg der Mittelstürmer am höchsten, wuchtete den Ball per Kopf ins Netz - 2:2! Das Stadion explodierte, die Beueler Defensive schaute sich gegenseitig fragend an. Drei Minuten später kam’s noch dicker: Tomasz Buchholz, eben noch Vorlagengeber, verwandelte einen Abpraller humorlos zum 3:2. Es war der Moment, in dem Eschborn den Turbo zündete - und Beuel die Orientierung verlor.

"Wir haben’s in acht Minuten verspielt", ärgerte sich Beuels Trainer Kuhl nach der Partie. "Aber wenn du acht Torschüsse hast und nur zwei reinmachst, dann weißt du, wo das Problem liegt." Tatsächlich war Beuel statistisch besser im Abschluss (acht Schüsse aufs Tor zu Eschborns vier), aber wie so oft zählt am Ende nur das Netz, das wackelt.

Die Schlussphase war dann ein wilder Tanz. Valachovic prüfte in der 90. Minute noch einmal Eschborns Keeper Logan Cochran, der mit einer Flugeinlage Marke "Superheld an der Latte" den Sieg rettete. Kurz darauf brachte Trainer Sin gleich drei Youngster - Nowak, Vetter und Frei -, um die letzten Sekunden herunterzuticken. "Ich wollte ihnen zeigen, wie sich ein Sieg anfühlt", sagte er schmunzelnd.

Gelbe Karten gab’s auch: Yves Bridges sah früh Gelb (14.), Mario Sousa folgte spät (86.), und Eschborns Xavier Ximenis holte sich in der Nachspielzeit eine völlig unnötige Verwarnung ab - laut eigener Aussage, weil "der Schiri meinen Dialekt nicht verstanden hat".

Beuels Taktik, über die Flügel zu kommen, verpuffte nach dem verletzungsbedingten Wechsel. Eschborn dagegen blieb bis zum Schluss offensiv eingestellt, presste phasenweise mit allem, was Beine hatte. Die Zuschauer dankten es mit stehenden Ovationen.

Am Ende bleibt ein verdienter, wenn auch hart erkämpfter 3:2-Erfolg für Eschborn. Zwei Tore von Fernando Antonio, einer von Tomasz Buchholz - das Sturmduo, das Trainer Sin später "mein Chaos in Person" nannte, entschied die Partie.

Und irgendwo in der Mixed Zone grinste Valachovic trotz Niederlage: "Wenn du zwei Tore machst und trotzdem verlierst, weißt du, dass Fußball manchmal gemein ist."

Vielleicht. Oder einfach nur herrlich verrückt - so, wie dieser Abend in Eschborn.

23.02.643994 16:40
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Mit David Odonkor will ich mich dennoch nicht messen. Fußball ist nicht nur rennen, da ist auch der Ball dabei. Und es ist wichtig, dass man den trifft.
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