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Ein Freitagabendspiel, Flutlicht, 16.000 Zuschauer, die Luft elektrisiert - und am Ende ein 2:2, das weder SC Emmen noch Barendrecht so richtig glücklich macht. Die Gastgeber hatten das Geschehen über weite Strecken im Griff, führten zweimal, und doch stand nach 90 unterhaltsamen Minuten ein Remis auf der Anzeigetafel. Schon früh setzte Emmen den Ton. Nach ein paar vorsichtigen Minuten auf beiden Seiten nahm der junge Maarten Costar in der 13. Minute sein Herz in die Hand. Über rechts hatte Evan Bloomfield Tempo gemacht, flankte scharf nach innen, und Costar vollendete trocken zum 1:0. "Ich hab einfach draufgehalten - und gehofft, dass der Ball nicht den Parkplatz trifft", grinste der 21-Jährige später. Barendrecht, gecoacht von Horst Zachary, reagierte mit viel Einsatz, aber wenig Präzision. Hanson Oudekirk prüfte Emmens Keeper Louis Ireland früh, Elmo Groat schoss aus allen denkbaren Lagen - die Latte dürfte noch heute vibrieren. Dennoch blieb Emmen das strukturiertere Team: 56 Prozent Ballbesitz, 13 Torschüsse und ein Mittelfeld, das kontrollierte, als wäre es ein verlängertes Wohnzimmer. Nach der Pause machte Emmen dort weiter, wo es aufgehört hatte. In der 57. Minute flankte Rechtsverteidiger Rutger Halse butterweich auf den zweiten Pfosten, wo Faas Van Keuren hochstieg, als wolle er die Flutlichtmasten köpfen, und zum 2:0 einköpfte. "Ein perfekter Ball", lobte Van Keuren - und Halse fügte trocken hinzu: "Na ja, wenigstens einmal hat mein rechter Fuß heute gewusst, was er tut." Das Spiel schien entschieden. Doch Barendrecht zeigte, warum man sie nie abschreiben sollte. Nur vier Minuten später zimmerte Elmo Groat aus 20 Metern den Ball mit solcher Wucht ins Netz, dass Torhüter Ireland nur hinterherschauen konnte. Vorlage kam von Oudekirk, der auf der linken Seite einen unermüdlichen Motor gab. 2:1 - plötzlich bekam die Partie eine neue Richtung. Und dann Minute 70: Wieder Groat, wieder aus der Distanz. Dieses Mal nach Vorarbeit von Rechtsverteidiger Pieter Lansing. Der Ball senkte sich fies hinter Ireland ins lange Eck. 2:2. Groat rannte jubelnd zur Eckfahne, die Mitspieler hinterher, Trainer Zachary riss die Arme hoch, als hätte er gerade die Champions League gewonnen. "Wir waren tot, dann hat Elmo uns wiederbelebt", sagte Zachary nach dem Spiel mit einem Schmunzeln. "Vielleicht sollte ich ihm das Trikot mit der Nummer 112 geben." Emmen versuchte es danach noch einmal mit wütenden Angriffen. Hogarth und Van Keuren vergaben Chancen, Andre Brunner fing sich kurz vor Schluss eine Gelbe Karte ein, vermutlich aus Frust darüber, dass der Schiedsrichter seine Vokabeln verstanden hatte. "Wir haben’s weggegeben", knurrte Trainer Assistent Gerritt Bushnell. "Zwei dumme Fehler, zwei Tore - das ist Mathematik, die ich hasse." Barendrecht hingegen kämpfte sich mit allem, was Beine hatte, durch die Schlussminuten. In der Nachspielzeit musste Koenraad Coster verletzt runter; sein Ersatz Stefan Walther kam in der 95. Minute - und hatte kaum Zeit, den Rasen zu betreten, bevor der Schlusspfiff ertönte. Statistisch gesehen war Emmen die bessere Mannschaft: mehr Ballbesitz, mehr Torschüsse, höhere Zweikampfquote. Doch Fußball ist bekanntlich kein Statistikseminar. "Wir hätten das dritte Tor machen müssen", gestand Doppeltorschütze Van Keuren, "aber vielleicht wollten wir’s einfach spannend halten." Auch Zachary konnte sich einen Seitenhieb nicht verkneifen: "Wenn wir schon keine Punkte geschenkt bekommen, dann wenigstens Unterhaltung." So trennten sich beide Teams mit einem 2:2, das in den Notizblöcken der Taktikfreunde als "lehrreich" vermerkt wird - und in den Herzen der Fans als wilder, ehrlicher Fußballabend. Zum Schluss blieb nur der Applaus von 16.000 Zuschauern, die zufrieden nach Hause gingen, weil sie alles gesehen hatten: Tempo, Tore, Emotionen - und ein Spiel, das sich anfühlte wie ein gutes Buch, bei dem man die letzten Seiten lieber zweimal liest. Oder, wie Emmens junger Maarten Costar murmelte, während er seine Schuhe auszog: "Ein Punkt ist besser als keiner. Aber schön wär’s gewesen, wenn wir den Deckel draufgemacht hätten." Und damit bleibt nur zu sagen: Emmen verschenkt, Barendrecht bedankt sich - und Elmo Groat hat sich mit zwei Kunstwerken in die Köpfe der Fans geschossen. 03.09.643993 08:43 |
Sprücheklopfer
He, Brrrand, du - du bist doch bolitisch, bist du doch, du Grüner, machst auf sozial und hetzt hier den Schirri gegen uns auf.
Lothar Matthäus im Pokalhalbfinale Bayern gegen Rostock zu Christian Brand: