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Eintracht Völlen zerlegt Hansa Rostock im Chancenfestival

Eintracht Völlen gegen Hansa Rostock - das klang auf dem Papier nach einem ausgeglichenen Duell zweier solider Erstligisten. Auf dem Rasen allerdings wurde daraus ein einseitiges Schauspiel, das die 36.268 Zuschauer im Völlener Stadion gleichermaßen amüsierte wie ungläubig zurückließ. 2:0 hieß es am Ende, ein Ergebnis, das so harmlos klang wie ein Frühlingslüftchen, während auf dem Platz ein Sturm in Blau und Weiß tobte.

Schon nach drei Minuten zappelte der Ball zum ersten Mal im Rostocker Netz. Jorge Bertran, der flinke Linksaußen mit der Geduld eines Espresso-Trinkers, staubte eiskalt ab, nachdem Filip Jensen die Kugel mustergültig quergelegt hatte. "Ich dachte erst, Filip schießt selbst", grinste Bertran später, "aber dann sah ich den Ball kommen und dachte: Na gut, dann mach ich’s halt wieder selbst." Trainer Dennis Hees lachte nur und meinte trocken: "Wir hatten uns vorgenommen, früh Druck zu machen. Drei Minuten sind dann wohl die Definition von früh."

Und Druck machte Völlen reichlich. Ganze 32 (!) Torschüsse feuerten die Gastgeber ab, während Rostock sich mit einem einzigen Versuch begnügte - einem verzweifelten Schüsschen von Werner Eder in Minute 46, das Torwart Jermolai Sjomin vermutlich noch nicht mal den Puls hochtreiben ließ. Der Ballbesitz war mit 50:50 statistisch fast ausgeglichen, in der Realität aber eher eine Demonstration, dass Zahlen manchmal schamlos lügen.

Völlen kombinierte kurz, schnell, präzise - ganz nach Hees’ Plan. Die Flügelzange Bertran/Coelho wirbelte die Rostocker Abwehr wie ein Mixer durch die Sahne, während der Rest des Teams den Ball laufen ließ, als ginge es um Weltrekorde im Passspiel. "Wir wollten offensiv spielen, aber nicht kopflos", erklärte Hees. "Die Jungs haben das gut umgesetzt - auch wenn Javier Coelho gefühlt achtmal aufs Tor geschossen hat, bevor er dann endlich traf."

Tatsächlich war es Coelho, der in der 70. Minute den Deckel draufsetzte. Nach einer klugen Vorlage des eingewechselten Fernando Granados drückte er den Ball kompromisslos ins rechte Eck. Rostocks Torwart Christiano Zorrilla streckte sich zwar heroisch, aber das Leder hatte längst beschlossen, Geschichte zu schreiben. Coelho rannte zur Eckfahne, breitete die Arme aus und brüllte: "Endlich!" - was wohl niemand im Stadion ihm verdenken konnte.

Völlens Dominanz war überwältigend, auch wenn die Statistik mit nur zwei Treffern fast spöttisch wirkte. "Wir hätten fünf machen müssen", schimpfte Innenverteidiger Robbe Beck, der selbst einmal gefährlich nach einer Ecke auftauchte - und sich später noch eine Gelbe Karte abholte. "Ich wollte nur zeigen, dass ich auch Offensivqualitäten habe", grinste er hinterher.

Rostocks Trainer Marko Maniurka hingegen stand an der Seitenlinie wie jemand, der gerade zum dritten Mal denselben Albtraum träumt. Sein Team spielte "balanced", wie es im Taktikzettel hieß, was in der Praxis bedeutete: weder Fisch noch Fleisch. "Wir wollten geduldig bleiben", sagte Maniurka, "aber nach dem frühen Gegentor war das Geduldsspiel eher ein Überlebenskampf."

Einmal, in der 62. Minute, wagte sich Rostock tatsächlich über die Mittellinie mit mehr als drei Spielern. Es endete - wenig überraschend - mit einem Ballverlust und einem Konter Völlens, bei dem Bertran den Ball über das Tor jagte. Der Trainer Hees drehte sich lachend zur Bank: "Den machen wir beim nächsten Mal früher rein."

In der Schlussphase durften die Fans dann noch zwei Einwechslungen bejubeln: Fernando Granados brachte frische Ideen ins Mittelfeld, Bernardo Jemez Gelb. Letzteres war weniger hilfreich, aber in einem Spiel, das längst entschieden war, nahm das niemand krumm.

Hansa Rostock versuchte bis zum Schluss, Haltung zu bewahren - und scheiterte dabei ebenso würdevoll wie erfolglos. "Manchmal hast du Tage, da läuft nichts", seufzte Kapitän Felix Schüler. "Heute war so einer. Morgen hoffentlich nicht mehr."

Als der Schlusspfiff ertönte, klatschten die Völlener Fans rhythmisch Beifall, als wollten sie ihrem Team sagen: Weiter so. Und Hees, der sonst eher nüchterne Stratege, erlaubte sich ein breites Grinsen. "Ich mag Spiele, in denen wir so viele Chancen haben, dass selbst der Stadionsprecher die Übersicht verliert."

Eintracht Völlen ist mit diesem Sieg endgültig wieder obenauf - und wenn sie weiter so spielen, wird aus dem charmanten Außenseiter vielleicht bald ein ernstzunehmender Titelkandidat. Rostock dagegen wird hoffen, dass der Ball in Zukunft wieder öfter die andere Richtung findet.

Oder, wie ein älterer Fan auf der Tribüne es formulierte, während er sein Bier hob: "Wenn die Völlener so weitermachen, brauchen sie bald ein zweites Tor - nur fürs Zählen der Chancen."

03.01.643991 00:51
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