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Eintracht Völlen hadert mit Chancenwucher - 1:1 gegen Merseburg

Es war einer dieser Abende, an denen 34.993 Zuschauer im vollbesetzten Stadion von Eintracht Völlen zwischen Begeisterung und Verzweiflung schwankten. Am Ende stand ein 1:1, das sich für die Gastgeber eher nach Punktverlust als nach Erfolg anfühlte. Denn wer 59 Prozent Ballbesitz und 15 Torschüsse verbucht, darf sich ruhig fragen, ob der Fußballgott nicht lieber Merseburger ist.

Dabei hatte es alles andere als schlecht begonnen: Schon nach fünf Minuten prüfte Lennard Stoll den Merseburger Keeper Vahit Üzülmez mit einem strammen Distanzschuss. Lewis Preston legte kurz darauf nach, Rafael Meireles zog ebenfalls ab - aber das Tor schien magnetisch abweisend programmiert. "Ich dachte, wir hätten heute Abend eine Zielscheibe hinter dem Tor aufgestellt", frotzelte Trainer Dennis Hees nach dem Spiel.

Dann zeigte Merseburg, wie Effizienz aussieht. In der 35. Minute leitete Innenverteidiger Pau Celis einen schnellen Konter ein, Amaury Brito nahm den Ball elegant mit, ließ Georges LaClaire stehen und versenkte ihn trocken ins linke Eck. 0:1 - der erste Schuss aufs Tor, das erste Tor. "Wir wussten, dass Völlen Räume lässt, wenn sie zu viel wollen", grinste Brito später.

Kurz darauf kassierte Michele Romano seine erste Gelbe Karte - eine Art Vorahnung auf das, was noch kommen sollte. "Ich spiele leidenschaftlich", sagte er, "aber der Schiri hat wohl eine andere Definition von Leidenschaft."

Zur Pause sah es nicht gut aus für die Hausherren. Viel Aufwand, wenig Ertrag, und Merseburg lauerte weiter auf Konter. Hees reagierte mit mehr Tempo über die Flügel. Und tatsächlich: In der 58. Minute fiel der verdiente Ausgleich. Rechtsverteidiger Ernesto Miguel, bis dahin eher als Flankenspezialist bekannt, stürmte nach vorn, bekam einen präzisen Pass von Marc Arredondo - und traf flach ins lange Eck. 1:1, Jubel, Erleichterung, ein kollektives Aufatmen über der Nordtribüne.

"Ich hab einfach mal draufgehalten", grinste Miguel später. "Der Trainer sagt immer, ich soll hinten bleiben, aber manchmal ist Angriff eben die beste Verteidigung."

Völlen drängte jetzt auf den Sieg. Bernardo Jemez, frisch eingewechselt, brachte Leben auf die rechte Seite. Rafael Meireles hatte in der 85. Minute die große Chance, als er nach Doppelpass mit Jorge Bertran frei vor Üzülmez auftauchte - doch der Merseburger Keeper fischte den Ball mit den Fingerspitzen aus dem Winkel. "Ich hab nur gehofft, dass mein Arm lang genug ist", lachte Üzülmez später.

Merseburg verteidigte mit allem, was die Defensive hergab - inklusive eines übermotivierten Michele Romano, der in der Nachspielzeit die Kontrolle verlor und nach einem zu spät geführten Zweikampf die Rote Karte sah. Ein Abgang mit Applaus von der falschen Seite: "Ich wollte nur den Ball treffen", murmelte Romano auf dem Weg in die Kabine, während Trainer Dieter Bergmann grimmig den Kopf schüttelte.

Bergmann zeigte sich nach dem Spiel dennoch zufrieden: "Wir haben aus vier Torschüssen ein Tor gemacht. Das ist Mathematik, die mir gefällt." Sein Gegenüber Hees dagegen versuchte, Fassung zu bewahren: "Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen - außer vielleicht, dass sie das Runde zu selten ins Eckige kriegt."

Statistisch gesehen war Völlen in fast allen Belangen überlegen: mehr Ballbesitz, mehr Zweikämpfe (55 Prozent gewonnen), mehr Torschüsse, mehr Ideen. Aber eben nicht mehr Tore. Die Fans verabschiedeten ihre Mannschaft trotzdem mit Applaus, wohl wissend, dass hier eine Menge Potenzial schlummert - und vielleicht auch ein bisschen Pech.

Als der Schlusspfiff ertönte, blieb Dennis Hees noch einige Sekunden an der Seitenlinie stehen, die Hände in den Taschen, den Blick ins Leere gerichtet. Vielleicht dachte er an die 93. Minute, als Jorge Bertran noch einmal knapp vorbeizielte. Vielleicht auch an den nächsten Gegner.

"Wir müssen lernen, Geduld und Präzision zu vereinen", sagte Hees schließlich, ehe er in den Spielertunnel verschwand. "Und vielleicht beten wir vorher mal zum Torpfosten."

Eintracht Völlen bleibt nach diesem Remis im Mittelfeld der Tabelle, Merseburg nimmt den Punkt dankend mit. Ein Spiel, das man nicht so schnell vergisst - nicht wegen der Tore, sondern wegen all der fast gewesenen.

Und irgendwo in der Kabine von Völlen murmelte Ernesto Miguel, halb lachend, halb seufzend: "Wenn ich das Tor treffe, will ich’s wenigstens zweimal tun." Vielleicht klappt’s ja beim nächsten Mal.

08.01.643994 14:55
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