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Eindhovens Wunder nach der Pause: Vom 0:2 zum 3:2 gegen Breda

43500 Zuschauer im Philips-Stadion rieben sich am späten Samstagabend verwundert die Augen. PVC Eindhoven, zur Halbzeit noch mausetot, stand nach 94 Minuten plötzlich lebendig und jubelnd da - 3:2 gegen NEK Breda, ein Spiel, das in jedem Lehrbuch unter "Wie man eine Partie komplett dreht" stehen dürfte.

Dabei hatte der Abend für Trainer Markus Frey und seine Mannen begonnen wie ein schlechter Witz. Nach zehn Minuten traf Bredas rechter Flügelstürmer Matthijs Van Vleck trocken ins lange Eck - 0:1. Der Schuss war so präzise, dass Torhüter Jan Groat wohl selbst mit einem Regenschirm keine Chance gehabt hätte. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen, aber er hat sich noch reingeschlichen", murmelte Groat später.

Und als der 19-jährige Arnau Futre in der 26. Minute nach Vorlage von Iosif Niculae das 0:2 erzielte, schien alles klar. Bredas Trainer Christian Naumann grinste da noch zufrieden an der Seitenlinie, während Frey wild an seiner Taktiktafel herumschrieb. "Ich wollte eigentlich ruhig bleiben", gab er später zu, "aber manchmal schreit der Fußball nach einem kleinen Erdbeben."

Dieses Erdbeben kam pünktlich zur Pause. Drei Wechsel, eine neue Formation, und plötzlich spielte Eindhoven nicht mehr auf Konter, sondern auf Angriff - mit Mut, Tempo und, ja, etwas Wahnsinn. Der 18-jährige Bas Dost musste runter, für ihn kam Teo Males. Im Tor ersetzte Fotios Siontis den glücklosen Groat, und auch auf der linken Seite wurde frisches Blut gebracht.

Was dann folgte, war die Art von Halbzeit, für die man den Fußball liebt - oder verflucht, je nach Vereinszugehörigkeit. In der 60. Minute schob Jelle Landseer nach Vorlage von Rechtsverteidiger Harold Putnam den Ball ins Netz. 1:2. Zehn Minuten später traf Harold Coeyman nach perfektem Zuspiel von Garritt Van Buren - 2:2. Das Stadion vibrierte, der Rasen bebte, und plötzlich war alles wieder möglich.

Nur fünf Minuten später explodierte die Arena endgültig. Robert Ashton, der zuvor schon eine Gelbe kassiert hatte und damit eher auf der Kippe stand, zog in der 69. Minute einfach mal ab - und traf. Landseer hatte clever vorbereitet, Ashton vollendet. 3:2! Der Jubel war so laut, dass selbst die Tauben auf dem Stadiondach kurz die Orientierung verloren.

Eindhoven zeigte danach, dass es auch mit weniger Ballbesitz (46 Prozent) gewinnen kann, wenn man mit Herz spielt. 19 Torschüsse gegen Bredas 10 sprechen eine deutliche Sprache. Naumann hingegen, sonst ein Mann stoischer Gelassenheit, war nach Schlusspfiff nicht gut auf seine Mannschaft zu sprechen: "Wir haben aufgehört zu laufen, aufgehört zu glauben. Und dann verlierst du eben - auch wenn du das bessere Team auf dem Papier bist."

Sein Gegenüber Markus Frey grinste nur: "Papier brennt schnell. Fußball spielt man auf Rasen."

Ein kleines Kuriosum am Rande: Der junge Ersatzkeeper Siontis, der zur Halbzeit kam, musste keinen einzigen Ball aus dem Netz holen. "Ich hatte einen ruhigen Abend", sagte er lachend. "Aber manchmal ist das die schönste Arbeit der Welt."

Die Emotionen kochten bis zum Schlusspfiff. Yellow Cards gab’s auch: Azmi Ramon sah in der 28. Minute Gelb, Ashton selbst in der 85. - man könnte sagen, er rundete seinen Arbeitstag farblich ab. Auf der anderen Seite wurde Bredas Innenverteidiger Rikki Wendell in der 82. verwarnt, als er Landseer unsanft stoppte.

In den letzten Minuten war Eindhoven ein Bollwerk. Putnam grätschte, Coeyman rannte, Van Buren zauberte, und Trainer Frey schrie die Sekunden herunter. Als der Schlusspfiff ertönte, fiel Landseer auf die Knie, Ashton riss die Hände in den Himmel - und irgendwo auf der Tribüne weinte ein kleiner Junge in PVC-Schal vor Glück.

"Das war kein normales Spiel", sagte Coeyman später. "Das war eine kleine Wiederauferstehung."

Und tatsächlich: Wer das 0:2 gesehen hatte, hätte wohl keinen Cent mehr auf Eindhoven gesetzt. Doch Fußball bleibt eben das, was ihn so herrlich unberechenbar macht - ein Spiel voller Widersprüche, Wunder und wilder Wendungen.

Oder, wie Frey es mit einem Augenzwinkern zusammenfasste: "Manchmal braucht es nur 15 Minuten Pause, drei Wechsel und ein bisschen Glauben. Den Rest erledigt das Herz."

20.04.643987 06:37
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