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Eindhoven trotzt Ayax: Ein 1:1 mit Pfeffer, Pfiffen und Poesie

Es war ein Abend, an dem das Flutlicht des Philips-Stadions heller schien als die Ideen mancher Abwehrreihen. 43.500 Zuschauer hatten sich am Dienstagabend in Eindhoven versammelt, um das Duell zwischen PVC Eindhoven und Ayax Amsterdam zu sehen - und sie bekamen: Drama, Tempo, Gelbe Karten und ein Ergebnis, das beide Teams gleichermaßen ärgert und erleichtert. 1:1 stand es nach 90 intensiven Minuten, in denen der Ballbesitz zwar meist bei Ayax lag (55,6 Prozent), die Herzen aber eindeutig für Eindhoven schlugen.

Schon in der siebten Minute zündete Teo Males den Turbo. Nach einem herrlichen Steilpass von Robin Deroeck - halb Tunnel, halb Magie - stand der Stürmer plötzlich allein vor Ayax-Keeper Henry Besson. Males schaute kurz, grinste noch kürzer und schob eiskalt ein. "Ich hatte das Gefühl, der Torwart denkt schon an den Rückpass", witzelte Males später. 1:0 - und das Stadion bebte.

Doch wer glaubt, Ayax würde sich einschüchtern lassen, kennt Jochen Eichhorsts Mannschaft schlecht. "Wir bleiben ruhig", brüllte der Trainer von der Seitenlinie - und seine Jungs hörten. In der 28. Minute kombinierten sich die Amsterdamer geduldig durch die Mitte, Oscar Leachman steckte mustergültig auf den agilen Vaclav Simak durch, der trocken zum 1:1 vollendete. "Wir wollten zeigen, dass wir Fußball spielen können und nicht nur Ballbesitz zählen", meinte Simak später mit einem Augenzwinkern.

Kurz darauf wurde es ungemütlich: PVC-Verteidiger Marek Nemeth holte sich nach einem rustikalen Einsteigen die Gelbe Karte ab (27.), fast zeitgleich musste Leachman nach einem Foul angeschlagen vom Platz. Für ihn kam der erfahrene Espen Coeyman, der sich sofort in jeden Zweikampf warf - manchmal auch in die falschen. "Ich bin halt kein Arzt, ich kann die Knochen nicht zählen, bevor ich reingehe", grinste Coeyman später sarkastisch.

Die zweite Halbzeit begann mit frischen Kräften bei Eindhoven: Trainer Markus Frey brachte gleich drei neue Leute und stellte auf noch offensiver. "Ich dachte mir, wenn wir verlieren, dann wenigstens mit Stil", erklärte Frey lachend. Die Hausherren drückten - und Gregor Houghtailing prüfte Besson gleich dreimal (56., 64., 75.). Doch das Tor blieb wie vernagelt.

Ayax dagegen lauerte auf Konter, und Simak blieb gefährlich wie eine offene Steckdose. In der 65. Minute zwang er PVC-Keeper Fotios Siontis zu einer Glanzparade, kurz darauf rauschte ein Schuss von Stephane Robert nur Zentimeter am Pfosten vorbei. Die Gäste wirkten reifer, Eindhoven wilder. Ein schönes Chaos - so, wie man es in der 1. Liga Niederlande liebt.

Dann die gelbe Karten-Parade der Amsterdamer: Caballero (43.) und Buckhout (66.) sahen Gelb, letzterer nach einem beherzten Tritt, den man wohlwollend als "energisch" bezeichnen konnte. "Ich wollte den Ball treffen, aber der Ball wollte nicht", kommentierte er lapidar.

In der Schlussphase wurde es ruppig und nervös. Eindhoven presste plötzlich hoch, wohl in Erinnerung an alte Zeiten, als man noch "Volle Pulle" spielte. Die Zuschauer hielten den Atem an, als Everhart Vanderzee in der 87. Minute frei zum Schuss kam - doch Besson rettete erneut mit einem Reflex, der ein Bewerbungsvideo für die Nationalmannschaft sein könnte.

Ayax konterte, Coeyman versuchte es in der 90. Minute mit einem Schlenzer - knapp drüber. Danach war Schluss. Frey und Eichhorst reichten sich die Hand, beide mit dem Gesichtsausdruck von Männern, die wissen, dass ihre Teams heute viel wollten und nur halb so viel bekamen.

"Ein gerechtes Unentschieden", sagte Eichhorst in der Pressekonferenz, "aber wir hätten auch gewinnen können, wenn wir früher mutiger gewesen wären." Frey konterte trocken: "Wenn meine Jungs ihre Chancen nutzen, sprechen wir hier über ein 3:1. Aber Fußball ist kein Wunschkonzert - leider."

Am Ende blieb es beim 1:1 - statistisch ausgeglichen, emotional aufgeladen und taktisch ein kleiner Tanz zwischen Offensivdrang und Nervenflattern. Ayax hatte mehr Ballbesitz, Eindhoven mehr Leidenschaft. Und irgendwo in der Mitte lag die Wahrheit, wie so oft in diesem Spiel.

Ein Zuschauer auf der Haupttribüne brachte es beim Verlassen des Stadions auf den Punkt: "Schön war’s nicht - aber spannend genug, dass ich morgen heiser bin."

Und das, liebe Leser, ist am zweiten Spieltag der Liga manchmal mehr wert als drei Punkte.

23.11.643993 03:25
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Mit David Odonkor will ich mich dennoch nicht messen. Fußball ist nicht nur rennen, da ist auch der Ball dabei. Und es ist wichtig, dass man den trifft.
Michael Ballack
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